Generation Frischluft: Das Golf Cabriolet.


Alles neu: Auf dem Genfer Salon präsentiert Volkswagen im März 1979 das Golf Cabriolet. Sein auffälligstes Merkmal ist der fest mit der Karosserie verschweißte Überrollbügel, der dem Fahrzeug zu mehr Sicherheit verhilft. Die Premiere sorgt für Aufruhr in der Cabrio-Gemeinde. Ein Überrollbügel? Was soll das? Schnell aber wird klar: Das Erdbeerkörbchen, so sein zunächst spöttisch und dann liebevoll gemeinter Kosename, setzt neue Maßstäbe – und wird zum erfolgreichsten Cabriolet der Welt.

„Sonne, Mond und Cabrio“ lautet der Werbeslogan, als 1979 die offene Variante des Golf I präsentiert wird. Besonders charakteristisch: der feststehende Bügel über der B-Säule. Diese aufwändige Konstruktion ist eine Reaktion auf die Sicherheitsdiskussion der 1970er Jahre. Der Bügel bietet einen optimalen Umlenkpunkt für die vorderen Sicherheitsgurte und führt die Seitenscheiben sicher und geräuscharm.

Die Gemeinschaftsentwicklung von Volkswagen und Karmann wird ab 14. Februar 1979 in Osnabrück produziert und stellt vom Start weg den legitimen Nachfolger des berühmten Käfer Cabriolet dar. Der offene, wie sein Vorgänger ebenfalls viersitzig angelegte Golf muss in große Schuhe schlüpfen – und füllt sie schon kurz nach seiner Präsentation aus, wie die Verkaufszahlen belegen. Insgesamt werden 392.000 Einheiten des VW Golf I Cabriolet gebaut.Seine Motorisierungen lassen Käfer Cabriolet-Fahrer erblassen, denn es gibt gleich zu Produktionsbeginn zwei leistungsstarke Benzinmotoren: einen 1,5-Liter-Motor mit 51 kW (70 PS) in der GL-Ausstattung (auch mit Automatik lieferbar) – sowie in der GLI-Ausführung für besonders dynamisch orientierte Fahrer der aus dem GTI bekannte 1,6-Liter-Motor mit 81 kW (110 PS). Das Golf Cabriolet GLI ist an den Kotflügel-Verbreiterungen des Golf GTI zu erkennen. 

Während in Wolfsburg der Golf II seinen Vorgänger ablöst, bleibt in Osnabrück fast alles beim Alten: Das Golf Cabriolet hat jetzt serienmäßige Sportsitze und einen größeren Tank, im Kofferraum befindet sich ein Notrad. Es stehen zwei Motoren zur Auswahl: ein 1,6-Liter-Motor mit 75 PS und ein 1,8-Liter mit 112 PS..Damit wird die GLI-Version des Golf Cabriolet, parallel zum GTl, ebenfalls mit dem neuen Langhub-Motor mit 1,8 Litern Hubraum und 112 PS ausgestattet. Dieser Antrieb passt mit seinem breiten Drehzahlenband und seiner Durchzugskraft vorzüglich zum Golf Cabriolet.

Zwei Jahre später erhält das Äussere ein modernes Make-up und das Golf I Cabriolet wird optisch der Zeit angepasst: Hochwertige Innenausstattungsdetails schaffen sichtbare Unterschiede zu den ersten Baujahren. 

Das Volkswagen Cabriolet überspringt die Golf II-Generation, wird zum Modelljahr 1988 hin jedoch optisch überarbeitet. Größere Stoßfänger, integrierte Seitenschweller und ein anders gerippter Grill rücken das Golf Cabriolet ab optisch in die Nähe des Golf II. Durch das Rundum-Spoilerpaket erhält das Golf Cariolet einen verstärkten Auftritt . Die lackierten Stoßfänger sind deutlich voluminöser und reichen seitlich bis an die Radausschnitte. Die  lackierten Radläufe sind mit in Wagenfarbe lackierten Kunststoffblenden vom ehemaligen GLI verbreitert. Neue Schwellerverkleidungen modernisieren den optischen Auftritt zusätzlich. Das Golf Cabriolet wirkt nun deutlich stämmiger und breiter, in der Länge legt es ebenfalls leicht zu. Ein weiteres optisches Merkmal ist der stärker gerippte Kühlergrill.

Fahrzeugdaten

Golf I Cabriolet / Werkscode: Typ 155 Cabriolet (A1C)

Modellvarianten / Bauzeit: Golf I 1.5 Cabriolet: 1979–1983  
  Golf I 1.6 GLI Cabriolet: 1979–1982
  Golf I 1.6 Cabriolet (55kW): 1983–1988
  Golf I 1.6 Cabriolet (53kW): 1986–1990
  Golf I 1.8 GLI Cabriolet: 1982–1983
  Golf I 1.8 Cabriolet (66 kW): 1983–1988
  Golf I 1.8 Cabriolet (70 kW): 1985–1989
  Golf I 1.8 Cabriolet (72 kW): 1989–1993
Motor:  Vierzylinder, wassergekühlt
Einbaulage Motor: Front, quer
Antrieb: Front
Radstand (mm): 2.400
Länge / Breite / Höhe (mm): 3.815 / 1.610–1.635 / 1395–1.410

 

Besondere Vielfalt: Sondermodelle des Golf I Cabriolet

Ab Mitte der 1980er Jahre erkennt Volkswagen zunehmend die Kraft der Sondermodelle, die auch das Golf Cabriolet erfahren darf, wie als Sondermodell von 1990: Golf Cabriolet „Bel Air“. In den Showrooms der Volkswagen Partner stehen nun zahlreiche Sondermodelle des Golf Cabriolet. Sie sind mal sportlich, mal elegant, mal luxuriös akzentuiert. Lifestyle als Zeichen der Zeit: Lackierungen und Kleidung passen in die späten 1980er Jahre. Ab dem Modelljahr 1990 wird erstmals ein elektro-hydraulisches Verdeck angeboten, das als aufpreispflichtige Option geordert werden kann.

Keine Modellpflege, sondern ein Weltmeistertitel

Das letzte Baujahr

Im letzten Produktionsjahr 1993 wird das Golf Cabriolet nur noch mit dem bekannten 1,8-Liter-Motor mit 98 PS und geregeltem Katalysator angeboten. Bis zum Auslauf werden fast 392.000 Golf Cabriolet gebaut.

Zur Premiere 1979 stieß das Golf Cabriolet zunächst bei vielen auf Skepsis: ein offener Golf? Mit Überrollbügel? Schnell aber wird klar: Das Erdbeerkörbchen, so sein Kosename, setzt neue Maßstäbe, wird zu einem der erfolgreichsten Cabriolets der Welt und entwickelt sogar Kult-Appeal – durch zahlreiche Auftritte in Film und TV. Und über Generationen hinweg. Tja, der sachliche Golf als emotionale Open-Air-Version: eine überraschende Idee, die grandios zündete.

Fotonachweis: Volkswagen

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