Reisen auf eigener Achse – die erste Generation: Der T1


  • – die Camping-Box
  • T2 – Helsinki und Berlin
  • T3 – California, der erste eigene
  • T4 – California, eine ganze Produktreihe
  • T5 – California, der Pkw unter den Reisemobilen

Wir schreiben das Jahr 1951. Die Bundesrepublik Deutschland und die D-Mark sind drei Jahre alt. Arbeitslosigkeit, Kriegsgefangene und Wohnungsnot sind die Schlagzeilen der Zeit. Auf der politischen Bühne bewegt sich Konrad Adenauer unisono als Bundeskanzler und Außenminister. Sein erster offizieller Staatsbesuch: eine Reise nach Italien. Vorreiter einer Massenbewegung? Noch nicht! Einem Arbeiter von Volkswagen stehen zwei Wochen Urlaub zu. Er verbringt sie daheim, im eigenen Garten oder besucht vielleicht die erste IAA in Frankfurt.

Eine kleine Bar wird gegen Mehrpreis geliefert; unter der Haube aus Plexiglas haben zehn Cocktailbecher verschiedener Größe Platz.

Der VW Bus ist erst seit einem Jahr auf dem Markt. Sein Grundpreis. 5975 Mark. Es gibt ihn als Kastenwagen und Kombi. Und seit neuestem als Samba: So nennt der Volksmund den feinen kleinen Reise-Bus mit Rundum- und Dachrandverglasung sowie einem großen Schiebeverdeck. „25 Fenster und ein Schiebedach“, wirbt Volkswagen. Pro PS hat der Samba also 1 Fenster, trotzdem ist er „…so recht ein echter VW: draufgängerisch und temperamentvoll, was er sich mit seinem starken Motor bei verhältnismäßig geringem Eigengewicht auch leisten kann.“ Generell warten 4,5 Kubikmeter ummantelter Raum auf die Aufgaben des startenden Wirtschaftswunders – oder auf die Ideen eines findigen Kunden: Sechs Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ordert ein Deutscher eine Wohneinrichtung für seinen Volkswagen Transporter. Damit setzt er den Startschuss zu einer Fahrzeuggattung, die ausziehen wird, um zunächst Europa und später die ganze Welt zu entdecken.

Prospekt 1956: „Autowandern mit eigenem Hotel! Das ist heute kein unerfüllbarer Wunschtraum mehr, kein Luxus, den sich nur wenige leisten können.“

Nur ein Jahr nach seinem offiziellen Debüt im Frühjahr 1950 schlägt der neue Volkswagen also eine zweite, parallele Karriere ein, die sein Image bis heute prägt: Der Transporter als Drehpunkt für Freizeit und Reise – my home , my castle. Ein solch mobiler Stützpunkt ist also erstmals ein Transporter Kombi. Er ist sicherlich nicht das erste Reisemobil, aber womöglich der erste Campingbus. Der Stammvater von vielen hunderttausend Campingbussen von Volkswagen und Ideenträger für tausende von Selbstausbauten, die so manchen Ausrangierten ein Zweitleben spendieren. Doch so umfangreich ist die Einrichtung 1951 noch nicht. Der erste Kunde erhält von Westfalia eine so genannte Camping-Box, eine herausnehmbare Einrichtung. Sie besteht aus einer Sitzbank im Fond vor dem Heckmotor, einem Schrank mit Rollladenverschluss über dem Motor, einem Sideboard hinter dem Fahrerhaus mit Auszug, einem Fach für den Benzinkocher und viele Polster, die zusammen mit der Heckbank eine Liegewiese für die Übernachtung ergeben. Bis zu drei Erwachsene haben im Fond passabel Platz. Überdies kann man das Sideboard mitsamt Polstern herausnehmen und in Haus oder Wohnung als Gästebett nutzen.

1950 schlägt der Volkswagen Bus eine zweite, parallele Karriere ein, die sein Image bis heute prägt: der Transporter als Drehpunkt für Freizeit und Reise.

Doch der Erfolg lässt noch auf sich warten. Ottonormal fehlt es noch an Zeit und Geld. Die Fertigung beginnt zuerst in kleinen Stückzahlen. Überliefert ist die erste offizielle Preisliste der Camping-Box von 1953: Das Sideboard kostet 595 Mark, der Kleiderschrank kommt mit 125 Mark hinzu. Für den Wasch- und Rasierschrank mit Spiegel und Abstellplatz für eine Emailleschüssel innen an der Doppelflügeltür sind 62,50 Mark zu bezahlen. 1955 gesellt sich die Camping-Box „Export“ hinzu: Sie unterscheidet sich von der Standardvariante durch eine Dachklappe und eine Gepäckgalerie dahinter auf dem Dach. Wieder ein Schritt von der demontierbaren Wohneinrichtung zum Reisemobil. Insgesamt bleibt die Camping-Box unter steter Weiterentwicklung genau zehn Jahre im Programm. So kommt unter anderem im Sideboard ein Gaskocher mitsamt Gasflaschen zum Einsatz. Zudem wächst analog zur Reduzierung des Motorraums die Größe des Kleiderschranks.

1955 gesellt sich die Camping-Box Exporthinzu: Sie unterscheidet sich durch eine Dachklappe und eine Gepäckgalerie dahinter auf dem Dach.

1956 begeistert sich der Prospekt für den mobilen Urlaub: „Autowandern mit eigenem Hotel! Das ist heute kein unerfüllbarer Wunschtraum mehr, kein Luxus, den sich nur wenige leisten können.“ Die Extras passen zum Wirtschaftswunder: „Eine kleine Bar wird gegen Mehrpreis geliefert; unter der Haube aus Plexiglas haben zehn Cocktailbecher verschiedener Größe Platz. Die Prost-Vitrine steht rüttelfest auf einem gleichzeitig als Serviertisch dienenden Kombischrank.“ Nur ein Jahr später nimmt Volkswagen den “VW-Campingwagen”, wie er jetzt heißt, ins eigene Programm. Den Ausbau gibt es weiterhin von Westfalia. Intern tragen die Ausbauten „SO“-Nummern, das Kürzel für „Sonderfahrzeuge“ in der Volkswagen-Nomenklatur. Weitere zwei Jahre später feiert man das erste Jubiläum: 1000 Volkswagen Campingwagen. Wieder zwei Jahre danach beläuft sich die Tagesproduktion auf immerhin zehn Camper am Tag.

Der erste Kunde von Westfalia erhält eine so genannte Camping-Box, eine herausnehmbare Einrichtung.

Zehn Jahre nach Erfindung der Camping-Box hat sich die Einrichtung längst zum kompakten Reisemobil gemausert. Die Betriebsanleitung preist das Reisemobil von 1961 so an: „Im VW-Campingwagen ist all das verwirklicht, was Sie sich schon immer gewünscht haben, wenn Sie vom unabhängigen, ungebundenen Reisen träumten.“ Und so sieht das rollende Heim inzwischen innen aus: Längsbank auf der linken Seite gegenüber der Schiebetür; mit Hilfe einer nach vorn schwenkenden Lehne wird die Sitzbank des Fahrerhauses geschickt in die Sitzgruppe integriert. Rechts über dem Motor ein Kleiderschrank, links der Kühlschrank. Dazwischen hat ein so genannter Schiebesitz Platz, der nachts auch als Kinderbett dient. Ein weiterer Platz für den Nachwuchs ergibt sich durch eine Hängematte quer im Fahrerhaus. Unverändert ist in der Flügeltür Platz für den Waschschrank mit Rasierspiegel und Abstellfläche für die Schüssel. Die allerdings besteht inzwischen nicht mehr aus Emaile, sondern aus Plastik. Selbstausbauer greifen inzwischen zum so genannten „Mosaik“-Programm. Es enthält alle notwendigen Möbelteile, um einen gebrauchten Transporter in ein vollwertiges Reisemobil zu verwandeln und ist ein voller Erfolg.

Zehn Jahre nach Erfindung der Camping-Box hat sich die Einrichtung längst zum kompakten Reisemobil gemausert.

1962 gibt es alternativ zu Holz erstmals pflegeleichte Kunststoff-Oberflächen für die Möbel, Amerika lässt grüßen. Eine Klappsitzbank im Heck mit Bettverlängerung über dem Motor ist zu dieser Zeit bereits die Basis der Liegefläche. Der Boxer im Heck stört deshalb überhaupt nicht, im Gegenteil: Er ist Voraussetzung für die hervorragende Raumausnutzung des Transporter. Überzähliges Gepäck kommt auf den Dachträger. Die Einrichtung gleicht im Prinzip den heute üblichen Grundrissen. Es gibt bereits den Dachstaukasten über der Klappsitzbank, unterschiedliche Küchenanordnungen, die Kühlbox und einen Wassertank mit einer Handpumpe. Zudem gibt es ein sich seitlich öffnendes Aufstelldach in zeitgemäßer Optik mit roten und weißen Längsstreifen. Es vergrößert den Lebensraum ganz erheblich, bietet Platz für zwei zusätzliche Liegeflächen, die einer Hängematte verdächtig ähnlich sehen, die Maße belaufen sich auf jeweils 180 x 59 Zentimeter. Das Aufstelldach verfügt außerdem über zwei große Plexiglasfenster und zwei Lüftungsklappen.

Betriebsanleitung 1961: „Im VW-Campingwagen ist all das verwirklicht, was Sie sich schon immer gewünscht haben, wenn Sie vom unabhängigen, ungebundenen Reisen träumten.“

Mitte der sechziger Jahre kostet die Wohneinrichtung für den Volkswagen Transporter knapp 2000 Mark. Und: „Wenn Sie mit diesem VW-Campingwagen unterwegs sind, brauchen Sie auf nichts zu verzichten.“ Der Campingbus als Traum-Reisemobil der sechziger Jahre. Zugegeben: Mit Klappsitzbank, Küche mit Kocher und Isolierbox, mit Wasserkanistern und elektrischem Licht im Wohnraum ist alles an Bord, was Urlauber im Campingbus benötigen. Zur Dachklappe und dem seitlich öffnenden Aufstelldach gesellt sich 1965 das Hubdach, eine der simpelsten Möglichkeiten, mehr Platz im Campingbus zu schaffen und um Luft und Licht hineinzulassen. Und hereinregnen kann es auch nicht. Ab diesem Jahr muss auch keiner mehr von den Vordersitzen außen herum laufen um ins Wohnabteil zu gelangen: Jetzt gibt es auf Wunsch einen Durchgang zwischen den Vordersitzen nach hinten.

In den 60er-Jahren entwickelt sich die Klappsitzbank im Heck mit Bettverlängerung über dem Motor zur Basis der Liegefläche.

Die Amerikaner fliegen auf den Käfer, ihren Beetle, genauso fliegen sie auch auf den Campingbus von Volkswagen. Der kompakte Transporter steht nahezu konkurrenzlos da. Bis 1967 zum Fertigungsende des T1, der ersten Generation des Transporter, liefert Volkswagen mehr als 15 000 Campingbusse in die USA, mehr als tausend sind es allein 1967, im letzten Jahr der großen Karriere des ersten Volkswagen Transporter. Der VW-Campingwagen ist in dieser Zeit als Freizeitfahrzeug längst ein Renner: Aus den etwa zehn Campingbussen am Tag um 1960 hat sich inzwischen eine Serienfertigung von durchschnittlich 70 Fahrzeugen pro Tag entwickelt. Wie sehr vor allem die Amerikaner den Campingbus lieben, zeigt ein Beispiel: 1987 wandert ein 59er Bus ins Henry-Ford-Museum in Dearborn/USA. Die ganzen 28 Jahre war der Campingbus im Besitz einer einzigen Familie, wurde zwischendrin sogar vererbt.

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Drei H-Roadster mit VW-Technik ans AutoMuseum Volkswagen übergeben.


Jannie Hübers entwickelte und baute bis Anfang der 1980er Jahre eine kleine Serie sportlicher Roadster. Sie setzte dabei auf die bewährte und zuverlässige Technik luftgekühlter Volkswagen-Modelle. Neun Wagen entstanden, ein Comeback feierte Hübers 2003 mit einer neuen Konstruktion, dem H3. Zwei dieser sogenannten H2- Wagen und den H3 übergab Jannie Hübers nun persönlich an das AutoMuseum Volkswagen.

Jannie Hübers hatte schon in jungen Jahren ein Faible für motorsportliche Fahrzeuge und war Fan des englischen Clubsports. Aus dieser Leidenschaft entwickelte sich die Idee, einen eigenen Wagen zu konstruieren und zu bauen.  1977 war der H1 fertiggestellt – er nutzte den luftgekühlten Käfer-Motor, dessen Achsen und Getriebe. Die völlig eigenständige, schmale Karosserie wurde aus Kunststoff geformt.

Von der Presse, unter anderem der Auto Zeitung in Köln, hoch gelobt und getrieben von der Idee, bezahlbaren Breiten-Motorsport wie in Großbritannien in Deutschland zu etablieren, begann die weiterführende Konstruktion des H2-Roadsters. Optisch orientierten sich die Fahrzeuge am Lotus Seven, technisch blieb es bei der altbewährten VW-Technik – allerdings kamen nun die leistungsstärkeren Motoren des VW 412 und des Transporters der zweiten Generation zum Einsatz.

Colin Chapman, der den H2-Roadster auf dem Hockenheimring kennenlernte, hatte keinerlei Einwände. Aber trotz aller Bemühungen – so war der H2 einer der Stars der Jochen-Rindt-Show – kamen zu wenig Bestellungen zusammen. Mangels Nachfrage stellte Hübers darum nach neun Fahrzeugen die Produktion ein.

Ende der 1990er Jahre griff Jannie Hübers ihre Idee nochmals auf und baute bis 2003 den neuen H3 mit dem erstarkten Flachmotor aus dem VW Typ 3. Er steht ab sofort gemeinsam mit dem H2-05 und dem H2-09 im AutoMuseum Volkswagen.

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20.000 Kilometer – Bulli-Fans aus Malaysia besuchen Werk Hannover.


Es ist die Bulli-Reise ihres Lebens: drei Monate, zwei Kontinente, 20.000 Kilometer und ein Ziel: das Werk von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover. Anfang März starteten fünf Bulli-Fans von ihrem Heimatland Malaysia mit ihren drei Bullis und einem VW Käfer. Jetzt waren sie Gast am Standort Hannover, durften mit ihren Oldtimern sogar in die Produktionshallen und sahen sich die Fertigung der aktuellen T-Baureihe an.

 Cliften Nathaniel (T2), Terence Moses (T1), Stephen Pang (T1), Monica Xavier und Udhaya Kumar (Käfer) haben es geschafft. Stolz fahren sie mit ihren Kultfahrzeugen auf das Werksgelände. Sie werden von Friedrich Mattiszik (Geschäftsstelle Werkmanagement) herzlich empfangen. „Wir wissen, dass wir Bulli-Fans auf der ganzen Welt haben. Aber, dass sie aus so einer Entfernung mit ihren Oldtimern anreisen – das gab es noch nie. Es ist uns eine Ehre, dass wir diesen weitgereisten Fans unser Werk zeigen können. Es ist ja sozusagen die Geburtsstätte der allermeisten Fahrzeuge der T-Baureihe.“

Stephen Pang: „Für uns geht ein Traum in Erfüllung. Wir wollten immer dahin, wo die Bullis gebaut werden. Denn jetzt wissen wir nicht nur, wie sich Qualität fährt, sondern wo sie über Fahrzeuggenerationen hinweg entsteht. Beeindruckend, wie groß die Fabrik ist und wie perfekt hier Mensch und Roboter zusammen arbeiten.“ Gemeinsam mit weiteren Fans der T-Baureihe sehen sie sich die Produktion genau an.

Endlich mit ihren Bullis im Werk: Friedrich Mattiszik (2.v.li.) begrüßt die Gäste Udhaya Kumar, Terence Moses, Monica Xavier, Stephen Pang und Cliften Nathaniel (v.li.).

Auf ihrer Route mit den Bullis (zwei Fahrzeuge Bj. 1967, ein Fahrzeug Bj. 1978) ging es über Thailand, Laos, China, Russland über Stock und Stein nach Europa. Terence Moses: „Bullis sind einfach unverwüstlich. Und wenn es mal was zu reparieren gibt, können wir es meist selbst erledigen.“ Denn auf den vollgepackten Dachgepäckträgern stapeln sich neben unzähligen Koffern auch Reifen, Ersatzteile und Werkzeug-Sets.

Ein weiteres Highlight für die malaysischen Bullibesitzer war am Wochenende das VW-Oldtimertreffen in Hessisch-Oldendorf (Niedersachsen). Rund 45.000 Fans bewunderten hier die rund 900 Fahrzeugschätze aus 28 Ländern, darunter auch die aus Malaysia. Denn für Fans steht fest: Bullis sind mehr als nur Autos. Sie sind Liebhaberstücke und gehören zu einem Lebensgefühl.

Nach ihrem Zwischenstopp in Niedersachsen geht es für die Bulli-Fans aus Malaysia gleich weiter. Unter anderem nach Belgien, Frankreich und Skandinavien. Denn auf ihrer weiten Reise haben sie sich noch eine weitere Mission auferlegt: Mit ihrer Charity-Aktion „#Live2Drive“ wollen sie Gutes bewirken und Kindern eine Freude machen. Dafür besuchen sie Waisenheime in verschiedenen Ländern und engagieren sich auf diversen Wohltätigkeits-Veranstaltungen. Nach insgesamt 50.000 Kilometern soll die Reise mit ihren Oldtimern wieder in Malaysia enden.

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Volkswagen ist Felix: Die „Garage Felix“ in Tel Aviv steht seit 70 Jahren im Dienste ihrer Kunden


  • Vor 70 Jahren eröffnete die „Garage Felix“ in Tel Aviv.
  • Nur 15 Jahre später ist sie der führende Volkswagen Händlerbetrieb in Israel.
  • Mit ihren 100 Beschäftigten ist die „Garage Felix“ bis heute ein erfolgreicher Händlerbetrieb im Herzen der israelischen Metropole.

In Tel Aviv öffnete im April 1946 eine kleine Werkstatt ihre Tore.  Die Autos wurden damals oft auf dem Bürgersteig vor dem Haus repariert, weil in der Werkstatt selbst nicht genug Platz war. Dies war der Nukleus des bis dato sehr erfolgreichen Volkswagen  Händlerbetriebes in Israel, der bis heute als „Garage Felix“ unter dem Vornamen ihres Gründers Felix Burian firmiert.

Als Felix Burian auf der Flucht vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten mit seinen Eltern im Jahr 1938 nach Palästina kam, war noch lange nicht abzusehen, dass er einmal  der „Mister Volkswagen“ Israels werden würde. Die jüdische Familie aus Wien fand sich in ungewohnten Verhältnissen wieder, und der bald 14-jährige Felix entschied sich pragmatisch für eine Ausbildung zum Mechaniker – er arbeitete  in verschiedenen Werkstätten, die allesamt von Einwanderern aus Deutschland geführt wurden, und erlernte sein Handwerk. Als er sich gemeinsam  mit einem Geschäftspartner 1946 selbstständig machte, hatte er bereits vielfältige Erfahrungen gesammelt.

Die Werkstatt von Burian und seinem Partner Cornfeld boomte. Die Kunden schätzten den professionellen Service. Deshalb fiel der Betrieb den Vertretern der Volkswagenwerk GmbH auf, als sie 1959 auf der Suche nach Partnerbetrieben durchs Land reisten, in dessen Straßen damals noch nicht einmal 50.000 Autos fuhren. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse galt Israel als Zukunftsmarkt. Volkswagen seinerseits genoss in Israel hohes Ansehen, was nicht zuletzt an der stets wachsenden Zahl privater Fahrzeugimporte erkennbar war. Zudem wollten viele Werkstätten Volkswagen Werkstatt werden.

Burians Werkstatt war ab 1960 einer von fünf geplanten Betrieben landesweit: Zwei befanden sich in Tel Aviv, zwei in Haifa und einer sollte in Jerusalem entstehen. Der Händlervertrag brachte Vorteile beim Erwerb von Spezialwerkzeugen und höhere Rabatte beim Erwerb von Neufahrzeugen, um das Interesse am Verkauf von Neufahrzeugen zu unterstützen. Wie stets, wenn Volkswagen in einem neuen Markt die Herzen der Menschen und für sich steigende Absätze gewinnen wollte, standen den Händlern Berater zur Verfügung, die bei allen Fragen vom Erscheinungsbild des Händlerbetriebs bis zum Kundenservice unterstützten.

Felix Burian mit den Mitarbeitern seines Betriebes. Ihr engagierter Service wurde von den Kunden hoch geschätzt.

Felix Burian mit den Mitarbeitern seines Betriebes. Ihr engagierter Service wurde von den Kunden hoch geschätzt.

Generalimporteur Mordechai Auerbach, der Volkswagen aus Belgien importierte, geriet jedoch geschäftlich stark unter Druck und die angeschlagene Liquidität des Generalimporteurs führte dazu, dass bereits von den Kunden bezahlte Fahrzeuge durch den Importeur nicht beim Zoll ausgelöst werden konnten. In dieser Situation mussten die Händler in die eigenen Taschen greifen, um ihre Existenz zu retten. Burian: „Und da habe ich die Fahrzeuge erneut bezahlt, es waren ja meine Kunden, die wären weg gewesen.“ Burian nahm Geld auf zur Auslösung von Fahrzeugen und Ersatzteilen aus dem verpfändeten Depot Auerbachs. Das Vertrauen in den insolventen und kopflos agierenden Generalimporteur war erschüttert. Die Volkswagenwerk Aktiengesellschaft  setzte daher 1965 einen neuen Generalimporteur ein. Mit der Entscheidung für Aaron Guthwirt und seine Champion Motors (Israel) Ltd. fiel die Wahl auf ein Unternehmen, das in Wolfsburg wegen seiner Funktion als Generalimporteur bereits für Malaysia und Singapur gut bekannt war.

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Garage Felix verkauft auch immer ein bisschen Geschichte mit.

Mit dem bis heute in Israel tätigen Importeursunternehmen verbesserte sich die Lage. Auch für die „Garage Felix“ brachen erfolgreiche Jahre an. Sie wurde geradezu zum Synonym für Volkswagen in Israel. Wurden 1966 noch knapp 700 Fahrzeuge nach Israel exportiert, so waren es drei Jahre später bereits annähernd 5.500.

VW Anzeige der gaarge Felix in Tel Aviv auf deutsch.

VW Anzeige der gaarge Felix in Tel Aviv auf deutsch.

Felix Burian erinnert sich gerne an seine Zeit mit Volkswagen. „Zufriedene Kunden, das mag doch jeder“, sagt er verschmitzt und fügt hinzu: „Schließlich haben wir gute Produkte zu verkaufen!“ Er übergab seinen Anteil an der „Garage Felix“ im Jahr 2000. Allerdings: Ganz loslassen kann Felix Burian auch mit über 90 Jahren nicht: Zuweilen schaut er in der Werkstatt vorbei. Die neuen Besitzer Amir Turner und Rahamim Eliakim und ihre Mitarbeiter begegnen ihm mit Respekt und Zuneigung. Sie setzen die Tradition fort, was insbesondere zehn ihrer Kunden zu schätzen wissen, die der „Garage Felix“ und Volkswagen bereits seit 50 Jahren die Treue halten.

Seit 67 Jahrenb verheiratet. Felix und Netty Burian leben in Tel Aviv.

Seit 67 Jahrenb verheiratet. Felix und Netty Burian leben in Tel Aviv.

 

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Ein Bild und seine Geschichte: heute. Schön baden.


Wir sehen einen Käfer in einer weissen Flüssigkeit. Ob er tiefer versinkt, fest steckt, oder wie er gar da hinein geraten ist, wir wissen es nicht. Noch nicht. Denn dazu muss man erfahren, wer für diese Inszenierung verantwortlich ist.

Sieht es nicht so aus, als wenn dieses weisse Auto, es handelt sich um einen Käfer,  in weisser Flüssigkeit untergeht? Milch macht bekanntlich schön, welch schönes, welch fatales Bad, weil ein Käfer im Schönheitsbad? Bereits Kleopatra wusste die Bäder in frischer Eselsmilch zu schätzen. Ob dieses Wellness-Programm allerdings eine Restaurierung für Automobile ersetzt, halten wir  für eher fraglich.
Der in Mexiko geborene Künsterl Ivan Puig spielt mit Perspektiven und bietet verschiedene Möglichkeiten ordinäre Dinge zu betrachten. In der Installation Hasta Las Narices kreiert er die Illussion eines sinkenden Fahrzeugs, durch das Herausblicken eines kleinen Teils eines elfenbeinfarbenen VW Käfers in einem durchgehend weissen Raum. Das weiss-auf-weiss schafft eine interessante ästhetische Wirkung und löst die Einfachheit der Situation und der Gegenstände auf. Das Ganze symbolisiert Einfachheit und Minimalismus. Obwohl: die ganze Komposition mit dem Auto dies eigentlich nicht ist.

Als der Käfer krabbeln, pardon, laufen lernte.


Anfang der 1950er Jahre beauftragt VW einen Regisseur, einen Imagefilm über die noch junge Käfer-Produktion zu drehen. Er hält die Fertigung Schritt für Schritt im Bild fest. Zur Skizzierung des Filminhalts werden auch Fotos gemacht. Diese sind jetzt wieder aufgetaucht. Sie geben einen spannenden Einblick in die Arbeitswelt des Jahres 1953, als der Käfer noch weitgehend von Hand gefertigt wurde. Der frühere Volkswagen-Archivar Bernd Wiersch zeigt die Fotos in dem Bildband Als der Käfer laufen lernte, der im Delius Klasing Verlag erschienen ist.

Bernd Wiersch: „Als der Käfer laufen lernte“. Mit 181 Schwarzweißfotos, gebunden, 224 Seiten. ISBN 978-3-7688-3687-6. | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Ein Arbeiter befestigt das Dämmschutzvlies an der Wand zwischen Motor- und Passagierraum. | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Ein Arbeiter befestigt das Dämmschutzvlies an der Wand zwischen Motor- und Passagierraum. | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Die Endmontage der Karosserien, bevor sie mit dem Fahrgestell zusammengeführt werden | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Die Endmontage der Karosserien, bevor sie mit dem Fahrgestell zusammengeführt werden | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Ausschließlich für die exportierten VW Käfer wurden Beläge für die Bodenplatten genäht – im Standardmodell lagen Gummimatten im Fußraum. | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Ausschließlich für die exportierten VW Käfer wurden Beläge für die Bodenplatten genäht – im Standardmodell lagen Gummimatten im Fußraum. | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

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Lackierte Karosserien des VW Käfer im Volkswagen-Werk in Wolfsburg vor dem Transport in die Endmontage | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Montage der Getriebe | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Montage der Getriebe | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Der Rahmen einer Windschutzscheibe wird mit der Armaturentafel verschweißt. | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Der Rahmen einer Windschutzscheibe wird mit der Armaturentafel verschweißt. | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Die grundierte Karosserie wird poliert, um Unebenheiten zu beseitigen, die sich später im Lack abzeichnen würden. | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Die grundierte Karosserie wird poliert, um Unebenheiten zu beseitigen, die sich später im Lack abzeichnen würden. | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Der Farblack wird manuell aufgetragen. | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Der Farblack wird manuell aufgetragen. | © Bildarchiv Schroedter/Delius Klasing Verlag

Ein Bild und seine Geschichte. Heute: Wirtschaftswunder.


1955,  Dervio, Lago di Como, Italien. Hier nahm der Fotoamateur Alberto (Nino) Galbia dieses Bild auf. Er fokussiert auf die Seitenansicht eines Fahrzeugs mit geöffneter Haube. Unser Blick wird dabei am rechten Kotflügel eines anderen Autos vorbei und an der linken Zeltflanke nach hinten geführt, wo der Blick durch den Wald aufgehalten wird. 

1955, Jahr des Wohlstandes? Woher kommen die Autos, es sind deutsche Fabrikate, links der mächtige Kotflügel eines Opel Kapitän. Dieses Oberklassemodell aus Rüsselsheim war bereits in seiner 2. Version nach dem Krieg auf dem Markt. Im Herbst 1953 erhielt der überarbeitete Kapitän ’54 eine Pontonkarosserie im amerikanischen Stil mit einem markanten „Haifischmaul“-Kühlergrill. Alle Türen waren jetzt vorn angeschlagen und auch die Frontscheibe ungeteilt. Die Leistung des Motors stieg auf 50 kW (68 PS), die Höchstgeschwindigkeit auf 138 km/h. In seiner Produktionszeit von November 1953 bis Juli 1955 wurden 61.543 Exemplare gebaut. Der Kaufpreis betrug 9.500 DM (ab 3. Januar 1955: 8.990 DM). Das war eine Menge Geld. Ein Auto für Reiche, für die, die es geschafft hatten, man konnte an den Gardasee reisen, man leistete sich etwas. Im Hintergrund ein Käfer, das Sinnbild des deutschen Wirtschaftswunders. Ein Exportmodell, ohne Rheumaklappen aber mit Ausstellfenstern. Ob es ein Brezel ist oder schon die feierliche Einfahrt des neuen Ovalis? Im Jahr des 1 Million-Käfers hat VW die Preise gesenkt, 4’600.– DM waren nun zum Volkswagen-Händler zu bringen, um das gute Stück sein eigen zu nennen.

1955, Campingplatz in Italien? Drei Welten prallen aufeinander. Vorne hat man es geschafft, die Kargheit im Gesicht ist gewichen, man überholt links und hat bewusst auf einen Mercedes verzichtet, weil der Opel dem american way of life standesgemäss repräsentiert. Hinten ist man auch schon wer, wenn auch zum halben Einstandspreis. Die lange Dachantenne lässt auf guten Empfang im Käfer schliessen, so dass man auch draussen noch prächtig mit lauschen kann. Während der zarte Kofferaum des Käfers wohl Zelt, Schlafsack, Decke und Rücksäcke schluckt, hat der Opel auch noch Platz für Grill, Stuhl, Campingschränkchen und Obstschale. Man will sich ja  nicht nur im Auto wie zu Hause fühlen. Denn drum herum, wer weiss, ob in Italien, 1955…? Dolce fa niente.

 

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