Der Bulli Sommer 2019 in Deutschland. Ein erster Rückblick.


Gleich zwei Bulli-Sommer-Highlights starteten in den letzetn Wochen: das Midsummer Bulli Festival auf Fehmarn (20. bis 23. Juni) und das Internationale Bad Camberger VW-Veteranen-Treffen (21. bis 23. Juni). Zum „Endless Summer Made in Fehmarn“ (Schleswig-Holstein) wurden über 1.000 Bullis erwartet. In Bad Camberg (Hessen) erwartete die Veranstalter-Familie Lottermann rund 300 Bullis, Käfer und sonstige luftgekühlte Klassiker. Während sich das Festival auf Fehmarn dem Lifestyle aller Bulli-Generationen widmete, ist das Treffen in Bad Camberg auf VW Käfer (Brezel und Ovali) und Busse der ersten Generation bis Baujahr 1955 zugeschnitten. Beide Treffen bieten auf sehr eigene Art ein einmaliges Erlebnis für viele tausende Besucher.

Midsommar: „Sofie“ auf einem Ausflug in Stockholm.

Midsummer Bulli Festival auf Fehmarn
Zum sechsten Mal wurde das Festival für alle Bullis veranstaltet – ganz gleich ob luft- oder wassergekühlt, ganz gleich welcher Bauart. Das Zentrum des Festivals bildete das sommerliche Beachcamp am Südstrand der Ostseeinsel. Dort wurden der schönste Hippie-Bus, das individuellste Fahrzeug, der schönste T1 bis T6 und California gekürt. Die Bulli-Fahrer  genossen rund um die Sommersonnenwende die längsten Tage des Jahres. Als Bullifan dabei: Musiker Joey Kelly. Er fährt selbst einen 67er T1, mit dem er nach dem Festival auf eine 14.000 Kilometer lange Reise nach China aufbrach.

Historische Einsatzfahrzeuge von Volkswagen Nutzfahrzeuge (T1, T2, T3 und LT) waren auf Fehrmarn zu sehen.

Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer war als Unterstützer und Teilnehmer des Festivals dabei. Schöne Idee: Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer hatte diesmal Tüten mit Blumensamen als Gewinne an einem Glücksrad für die Festival-Besucher im Gepäck – „Flower-Power-Bulli-Blumen“ für den Garten. Das Festival selbst stand bei Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer 2019 unter dem Motto „Bulli & Co – Retten, Löschen, Bergen, Schützen“. Aus Hannover brachte die Mannschaft der Oldtimer-Abteilung – übrigens allesamt in der Freiwilligen Feuerwehr – diverse Einsatzfahrzeuge mit nach Fehmarn. Der Fuhrpark auf dem Festival: ein 63er T1 Pritschenwagen mit Drehleiteraufbau, ein 67er Kombi „Feuerwehr“ als Mannschaftswagen, ein 70er T2a Kastenwagen als Tragkraftspritzenfahrzeug, ein 90er T3 syncro mit Doppelkabine als Gerätewagen, ein 81er LT 31 „Feuerwehr“ und ein 63er Spritzenanhänger (Die Pumpe wird angetrieben von einem Boxermotor). Der Clou: Einige der Fahrzeuge sind noch aktiv im Feuerwehreinsatz.

Flower-Power-Bulli-Blumen gab es am Stand von VWN Oldtimer.

Auf die Volkswagen und Camper-Welt spezialisierte Aussteller boten Accessoires und Zubehör an. Ein automobiler Höhepunkt war am Samstag mittag die rund 50 Kilometer lange Midsummer-Ausfahrt über die Insel Fehmarn. An diesem Konvoi nahmen traditionell mehrere hundert Bulli teil. Sie wurden von den tausenden Besuchern entlang der Strecke gefeiert.

Bad Camberger VW-Veteranen-Treffen – Photocredit: Familie Lottermann.

Internationales Bad Camberger VW-Veteranen-Treffen
Alle vier Jahre findet das VW-Veteranen-Treffen in Bad Camberg statt. 1979 wurde es von Heinz-Willi Lottermann und Michael Lottermann zum ersten Mal initiiert. Jetzt folgte die 11. Auflage. Auch heute noch liegt das legendäre Treffen in den Händen der Familie Lottermann. Mit tausenden Besuchern aus mehr als 40 Nationen gehört diese Veranstaltung zu den weltweit renommiertesten ihrer Art.

Volkswagen T1 Kastenwagen „Sofie“ von 1950 wird in Bad Camberg zu sehen sein.

Bad Camberg bietet deshalb ein einzigartiges Ambiente für „luftgekühlte Benzingespräche“. Zum Programm gehörten in diesem Jahr neben Fixpunkten wie dem Teilemarkt, die Vorstellung des Buches „Käfer Love“, ein Bildvortrag über ein Samba-Bus Restaurierungsprojekt und eine Live-Performance des Aktionskünstlers Uli Hack, der ein automobiles Kunstgemälde anfertigte.

Volkswagen T1 Kastenwagen „Sofie“ – Baujahr 1950. Ein ganz frühes Modell.

Alle in Bad Camberg teilnehmenden Fahrzeuge sind absolut original oder originalgetreu aufgebaut. So wie der T1 „Sofie“, den Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer zum VW-Veteranen-Treffen mitbrachte. Der 1950 gebaute T1 ist das 1.880ste Exemplar der Baureihe – also ein sehr früher Bulli. Zwischen 1950 und 1973 verrichtete „Sofie“ ihren Dienst als Auslieferungsfahrzeug einer Hutfabrik. Danach ging der T1 in eine Sammlung und wurde später nach Dänemark verkauft. Seit 2014 gehört „Sofie“ zum Fuhrpark von Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer in Hannover. Den Spitznamen „Sofie“ erhielt der T1 von seinem dänischen Vorbesitzer – eine Hommage an jenen T1, der einst als erster Bulli nach Dänemark geliefert wurde und ebenfalls den Beinamen „Sofie“ trug.

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Mille Miglia: Ein Käfer erobert Italien (Teil 3).


 

 

Statt mit der ursprünglich zugeteilten Startnummer 007 nimmt der Volkswagen unter der neuen Nummer 347 zur entsprechenden Startzeit 3:47 Uhr das Rennen auf. Erwartungsgemäß wird er von den deutlich schnelleren Sportwagen nach hinten durchgereicht, doch dann kommt das Wetter zu Hilfe. Dichter Nebel zieht auf, und es gelingt dem schwäbischen Duo, sich hinter den OSCA von Guilo Cabianca zu klemmen. Im dichten Nebel sind dessen Rücklichter stets gut zu erkennen und der italienische Langstreckenspezialist kann aufgrund mangelnder Sicht die Vorteile seines deutlich schnelleren Boliden nicht ausspielen. Als der Käfer Siena erreicht, erfährt seine Besatzung überrascht, dass sie auf dem dritten Rang ihrer Klasse liegt.

In Marokko startete Paul Ernst Strähle 1954 bei der Rallye Maroc.

Die nächste Etappe führt über den Raticosa- und Futa-Pass, bevor die schier endlosen Geraden durch Norditalien von Bologna über Modena, Parma und Cremona bis nach Brescia beginnen. In den Bergen spielt der wendige Käfer seine Stärken aus und fährt so viel Zeit heraus, dass der Vorsprung auch für die Strecke in den Ebenen reicht. Und die Überraschung gelingt. Nach 14 Stunden 34 Minuten und 35 Sekunden überfährt Paul Ernst Strähle am Steuer die Ziellinie. Das Durchschnittstempo von 109,6 km/h liegt dabei nur 30 km/h unterhalb der von Gesamtsieger Alberto Ascari auf Lancia D24 gefahrenen 139,64 km/h. Alle Erwartungen wurden mehr als erfüllt, der dritte Platz bei den Sportwagen bis 1,5 Liter und Klassensieg bis 1,3 Liter sind eine Sensation.

Paul Ernst Strähle und sein „Porsche-Käfer“ bei der Rallye „Rund um Osnabrück“ 1952.

Nicht weniger als die beiden erfolgreichen Piloten freut sich der VW Generalimporteuer Gumpert über das Ergebnis. Im ganzen Land spricht man über den Scoop des italienisch „Maggliolino“ genannten Volkswagens, der sich als David gegen die schnellen Sportwagen-Goliaths bewährt hat. Der Rennerfolg trägt nachhaltig dazu bei, das Image von VW im motorsportbegeisterten Italien positiv zu besetzen. Die Rennkariere des grünen Brezelkäfers ist damit jedoch noch lange nicht zu Ende. Erst nach über 200.000 Kilometern, die meisten davon im Rallye-Einsatz, kommt der schwäbisch „Dapferle“ getaufte Wagen auf das Abstellgleis.

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Bildnachweis: Volkswagen AG

Mille Miglia: Ein Käfer erobert Italien (Teil 2).


Bereits im April 1951 hatten Vater und Sohn Strähle die Württembergische ADAC Gau-Orientierungsfahrt gewonnen und 1952 und 1953 folgten zahlreiche weitere Rennen wie Hessen-Winterrallye, die Österreichische Alpenfahrt oder die Adria-Rallye in Jugoslawien. Andere Sportfahrer, darunter später bekannte Namen wie Sepp Greger, nehmen sich daran ein Beispiel. Das große Ziel des Hobby-Rennfahrers Strähle ist jedoch die Teilnahme an der Mille Miglia, die er als „Droge für jeden Motorsportler“ bezeichnet.

Doch nicht nur in der Firmenzentrale der Volkswagenwerk GmbH sieht man die Aktivitäten der Amateure skeptisch. Als sich Strähle und Spingler nach den Trainingsfahrten vor dem Rennen nach Verona aufmachen, um in der Werkstatt des dort ansässigen VW Importeurs Autogerma den vierten Gang zu wechseln, versucht der italienische VW Chef Gerhard Gumpert alles, um sie von ihrem Vorhaben abzubringen: „Meine Herren, sie tun mir mit Ihrer Teilnahme keinen Gefallen, das sehe ich gar nicht gern. Sie können hier doch nur auf die hintersten Ränge fahren. Mit einem solchen Auto und als Fremde werden sie nur noch mehr beweisen, dass der VW ein zu langsames Auto ist, nachdem die ganzen Touristen schon genügend dazu beitragen, um unser Auto in Verruf zu bringen, so langsam wie sie durch die Gegend zotteln und die italienischen Fahrer ärgern.“ Gumpert bietet ihnen sogar an, auf seine Kosten in Italien Urlaub zu machen, was die beiden Motorsportler jedoch vehement ablehnen. Der Generalimporteur weiß in diesem Moment nicht, wie akribisch der 1948er Käfer für das Rennen vorbereitet worden ist.

Durch das neu geschaffene Reglement der Spezialtourenwagen war es Anfang der 1950er Jahre möglich geworden, seriennahe Fahrzeuge „aufzumotzen“, d.h. derart technisch zu modifizieren, dass sie leistungsmäßig die große Lücke zwischen den Serientourenwagen und den reinrassigen Sportwagen schlossen. Im Fall des Volkswagen Typ 1 boten sich hierbei ganz besondere Möglichkeiten: Da für den Porsche 356 ab Werk originale VW-Motorgehäuse verwendet wurden, stand dem Austausch des serienmäßigen 24 PS 1,1 Liters durch ein 65 PS starkes 1300 Super-Aggregat von Porsche formal nichts im Wege. In Verbindung mit großen Porsche-Trommelbremsen und 5.00 Zoll breiten Reifen, Sportschalensitzen, Weitstrahlern und Zusatzinstrumenten wurde aus der harmlosen VW Limousine aus CCG-Fertigung ein echtes Rallye-Fahrzeug. Die bei Testfahrten erzielte Hochgeschwindigkeit von echten 160 Stundenkilometern belegt gleichermaßen das Potenzial des Wagens wie auch den Wagemut der unerschrockenen Besatzung.

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Bildnachweis: Volkswagen AG

Mille Miglia: Ein Käfer erobert Italien (Teil 1).


Im Mai startet wieder die Mille Miglia, das einst legendärste Straßenrennen der Welt. Im Jahr 1954 ging hier ein VW Käfer mit einem Motor von Porsche an den Start und überraschte die Motorsportwelt mit einer sagenhafte Erfolgsgeschichte. 

Brescia im Mai 1954. Die 22. Auflage der Mille Miglia, des damals berühmtesten Straßenrennens der Welt, steht kurz vor dem Start. Hier trifft sich die Elite des europäischen Motorsports, alle großen Marken sind mit ihren Spitzenfahrern vertreten. Das Rennen zählt seit dem Vorjahr zur Sportwagen-Weltmeisterschaft. Favoriten sind wie immer die Italiener – Alfa Romeo, Ferrari und Lancia machen den Gesamtsieg schon beinahe traditionell unter sich aus. Doch in diesem Jahr ist auch ein Exot aus Schwaben am Start: ein Volkswagen Käfer mit der Startnummer 347.

Hinter dem Steuer sitzt der 26-jährige Paul Ernst Strähle, neben ihm sein Copilot Viktor Spingler. Die beiden sind aus dem Remstal bei Stuttgart auf eigener Achse angereist, mit der resedagrünen Volkswagen Limousine voller Dosenwurst, Schwarzbrot und hartgekochter Eier. Die deutschen Amateure starten im großen Feld der engagierten Privatfahrer, die genauso wie die Profi-Rennfahrer während des 1000-Meilen-Rennens von Brescia nach Rom um Minuten und Sekunden kämpfen. Über 300 Fahrzeuge nehmen am Rennen teil. In der Manier eines Einzelzeitfahrens werden die Autos nacheinander mit Minutenabstand auf die Strecke geschickt. Das Spektrum der Konkurrenten reicht von V12-Boliden wie dem Ferrari 375 MM bis zu biederen Kleinwagen vom Schlage eines Renault 4CV oder Fiat 500, die in der gut besetzten Hubraumklasse bis 750 ccm an den Start gehen.

Die Fernfahrt Lüttich-Rom-Lüttich ging non-stop über eine Distanz von über 3.500 Kilometern.

Die Teilnahme der deutschen Amateure bei der Mille Miglia ist ein verrücktes Unterfangen. Dies sieht man auch in Wolfsburg so, wo Generaldirektor Heinrich Nordhoff generell sämtliche Motorsportaktivitäten verbietet und auch Privatfahrern aus Sorge um das bürgerliche VW Image wenig Sympathien entgegenbringt. Schriftlich hatte er sich sogar einmal an Paul Strähle senior gewendet, VW Händler der ersten Stunde aus Schorndorf, damit dieser seinen Sohn Paul Ernst von der Rennerei mit seinem Volkswagen abhalte. Allerdings ohne Erfolg.

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Bildnachweis: Volkswagen AG

Avanti, Käfer!


Alte Autos auf der Straße und Italiener aus dem Häuschen? Die Mille Miglia kommt!– Ein Bericht direkt von der Strecke: Mittwoch, 15. Mai 2019, 14:30 Uhr: 430 historische Fahrzeuge – allesamt Legenden der Automobilgeschichte – verwandeln das norditalienische Brescia in ein Freiluftmuseum. Der typische Duft der Klassiker – nach Öl, Benzin und dem Leder der Sitze – liegt in der Luft. Beinahe endlos strömen Tausende von Zuschauern in das Herz der Stadt.

Eine Kunstflugstaffel donnert über die Szenerie und zeichnet die italienische Trikolore in den wolkenbedeckten Himmel.

12 Grad Celsius; das Frühjahr zeigt seine kalte Schulter. Auf der Piazza della Vittoria senkt sich die Startflagge zur diesjährigen Mille Miglia. Volkswagen schickt zwei Käfer ins Rennen: Beide, ein Brezel-Käfer von 1951 und ein 1956er Ovali, wurden nach historischem Vorbild aufgebaut. Der diamant-grüne Ovali-Käfer wurde bereits für seinen Einsatz 2011 und 2012 von Volkswagen Classic originalgetreu vorbereitet und leistet mit einem historischen Porsche-Motor im Heck ganze 55 kW (75 PS). Der zweite, ein resedagrüner Käfer, ist mit zeitgenössischen Porsche-Teilen modifiziert und 44 kW (60 PS) stark. Das Modell entspricht damit dem so genannten „Dapferle“, dem Wagen von Motorsport-Pionier Paul Ernst Strähle, der damit im Jahr 1954 sogar einen Klassensieg verbuchen konnte.

Die Zeiten im Blick – der Arbeitsplatz des Navigators.

Der Brezel-Käfer kurz vor dem Ziel des ersten Tages.

Damals wie heute sind die Käfer aus dem Norden Deutschlands echte Exoten unter den Sportwagen-Legenden der Marken Bugatti und Porsche, Ferrari oder Alfa Romeo sowie BMW und Mercedes. Die Herzen der Zuschauer fliegen ihnen daher ganz besonders zu.Jubelnde Tifosi feuern die Besatzungen an, während das Fahrerfeld mit mehr als Tempo 100 durch geschlossene Ortschaften braust. Damit niemand zu Schaden kommt, fährt die Polizia Stradale an gefährlichen Stellen Eskorte, regelt an einigen Kreuzungen und Kreiseln, die links wie rechts herum durchfahren werden, den Verkehr oder sperrt gleich ganze Straßenzüge.

Mit Gottes Segen: Avanti, Käfer!

Die Szenerie ist überall gleich: Kameras und Smartphones werden hochgehalten. Kinder haben schulfrei und winken in Klassenstärke. Betagte Pensionäre zollen den zahlreichen „bella macchina“ ihren Respekt und selbst die Polizisten treiben die Rennfahrer mit „Avanti!“-Rufen an.

Ankunft in Rom: Der Ovali-Käfer am Ende des zweiten Tages.

Dann kommen die sieben Hügel der Ewigen Stadt in Sicht. Hier in Rom endet die zweite Etappe und die beiden Käfer haben den südlichen Scheitelpunkt der Mille Miglia erreicht.

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Bildnachweis: Volkswagen AG

Zwei starke Käfer und ein Abenteuer über 1.000 Meilen: Volkswagen bei der Mille Miglia 2019.


Die Mille Miglia ist das berühmteste Straßenrennen der Welt. Seit 1927 führt die Traditionsveranstaltung über 1.000 Meilen (etwa 1.600 km) von Brescia nach Rom und zurück, in diesem Jahr vom 15. bis 18. Mai. Volkswagen macht zum Produktionsende des Beetle die Erfolgsgeschichte des Käfers noch einmal erfahrbar – und geht mit zwei zeitgenössischen Klassikern bei der legendären Mille Miglia an den Start.Wenn sich am 15. Mai das norditalienische Brescia in ein automobiles Freiluftmuseum verwandelt, werden unter den 430 Klassikern auf der Piazza della Vittoria auch besondere Volkswagen Käfer zu finden sein. Die „Maggiolino“, wie die Italiener sie liebevoll nennen, starten für Volkswagen. Die Mille Miglia ist keine Spazierfahrt, sondern ein Rennen, in dem schnell und kompromisslos gefahren wird: 1.600 Kilometer in drei Tagen, von Brescia nach Rom und zurück.

Der rennsportliche Ehrgeiz liegt in der Historie begründet: Die Mille Miglia wurde erstmals im Jahr 1927 veranstaltet und galt bis zu ihrem vorläufigen Ende 1957 als eines der längsten und härtesten Rennen weltweit. Die besten Fahrer ihrer Epoche kämpften mit ihren Fahrzeugen um Sieg und Ruhm. 1977 wurde die Mille Miglia zu neuem Leben erweckt. Sie wird auch das „schönste Rennen der Welt“ genannt. Die Leidenschaft, mit der die „Mille“ in Italien zelebriert wird, ist legendär: Auf der Strecke feuern Hunderttausende Zuschauer die Teams an.

1951 Pretzel Beetle “Mille Miglia”: The Beetle was assembled according to the original documents for Strähle’s car and took part in the 2011 Mille Miglia for Volkswagen.

Käfer mischen den italienischen Klassiker auf
Volkswagen hat die Geschichte der Mille Miglia in den 1950er-Jahren mitgeprägt. Leistungsstarke Käfer waren nicht zuletzt dank ihrer Zuverlässigkeit viel weiter vorn anzutreffen als von der stärker motorisierten Konkurrenz erwartet. So überraschte 1954 Paul-Ernst Strähle mit seinem „Dapferle“: Er verbaute Teile des Porsche 356 in den 1948er Serienkäfer und erzielte mit einem Sieg in der 1300-ccm-Klasse und Drittplatzierung in der 1500 ccm-Klasse einen Überraschungserfolg.

2019 startet Volkswagen mit doppelter Käfer-Dynamik. Der Brezel-Käfer von 1951 sowie der 1956er Ovali-Käfer sind nach historischem Vorbild modifiziert. Das Reglement ist streng: Es dürfen ausschließlich Fahrzeuge teilnehmen, die nachweislich zwischen 1927 und 1957 bei der Mille Miglia dabei waren und die mit allen Teilen den Originalen entsprechen. Der diamant-grüne Ovali-Käfer wurde exklusiv für seinen Einsatz 2011 und 2012 von Volkswagen Classic originalgetreu aufgebaut und leistet mit einem Porsche-Motor im Heck ganze 55 kW (75 PS). Der zweite, resedagrüne Käfer ist mit verschiedensten Porsche-Teilen modifiziert und 44 kW (60 PS) stark. Der Käfer wurde nach den originalen „Dapferle“-Unterlagen sowie Strähles Anmeldung zur Mille Miglia 1954 aufgebaut.

Ein Volkswagen Beetle aufgenommen am 27.11.2018 im US-amerikanischen Los Angeles (USA). Die L.A. Autoshow zeigt der Öffentlichkeit die neuesten Modelle für den weltweit zweitgrößten Automarkt. Foto: Friso Gentsch/Volkswagen

Arrivederci, Beetle!
Der Auftritt der Käfer bei der legendären Mille Miglia macht noch einmal erlebbar, was Millionen Menschen seit Jahrzehnten verbindet: die Leidenschaft für die „runden Volkswagen“ Käfer und ihren Nachfolger Beetle. Im Sommer 2019 geht diese Ära zu Ende, wenn der letzte Beetle vom Band läuft. Über 70 Jahre nach Serienproduktionsstart des Käfers und 21 Jahre nach Premiere des New Beetle heißt es endgültig Abschiednehmen. Wie 2003 mit dem Käfer „Última Edición“ gibt es auch vom Volkswagen Beetle einen würdigen Abschied – mit der „Final Edition“.

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Bildnachweis: Volkswagen AG

Stiftung Automuseum Wolfsburg eröffnet: „Käferland Brasilien. Eine Fotoausstellung von Micha Ende.“


 Wolfsburg, 9. Mai 2019. Am gestrigen Abend eröffnete der Fotograf und Journalist Micha Ende seine erste Ausstellung im AutoMuseum Volkswagen. „Käferland Brasilien.“ porträtiert rund 30 Käferbesitzer mit ihrem Fusca. Die Schau ist bis zum 19. Oktober 2019 zu besichtigen und feiert im AutoMuseum ihre Premiere. 

Die Gäste der Ausstellungseröffnung waren sehr beeindruckt von den Aufnahmen und Ausführungen Micha Endes.

Micha Ende lebt seit über 30 Jahren in seiner Wahlheimat Brasilien. Von Land und Leuten bis heute fasziniert ist er stets auf der Suche nach neuen Themen und Motiven. Selbst Käferbesitzer und –liebhaber folgte er der Spur des Käferkults in Brasilien.

Beach Boy und Käfernarr Anatólio in einem seiner aus Teilen von Fusca verschiedener Modelljahre zusammengebauten Käfer.

Er reiste durch das gesamte Land, um Käferbesitzer und ihren Fusca, wie das automobile Insekt in Brasilien genannt wird, zu porträtieren. Herausgekommen ist eine beeindruckende Fotoausstellung, deren Bilder die unterschiedlichsten Geschichten erzählen – und immer wieder geht es dabei um Auferweckung zu einem zweiten Käferleben. 

An der SP 068, der Verbindungsstraße zwischen Rio und Sao Paulo warten zahlreiche Käferwracks auf ihre Auferstehung.

Volkswagen fasste bereits 1953 in Brasilien Fuß: Mit der Produktion des Käfers, die bis 1986 lief. Er stand für den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes in den 1960er Jahren und gilt bis heute als zuverlässig und günstig im Unterhalt. Noch heute sind rund 500.000 der über drei Millionen gefertigten Fusca im Lande fahrtauglich. Und gerade jetzt erleben sie eine nie gekannte Renaissance. 

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Bildnachweis: Stiftung Automuseum Wolfsburg