Neu am Kiosk: Porsche Klassik – Magazin für Sportwagen #14


Bis in den November hinein lässt das milde Wetter noch herrliche Ausfahrten mit dem Klassiker zu. Wenn das so weitergeht, wird eine Zeit kommen, wo wir die alten Kisten auch über den Winter angemeldet lassen können. Vorbei die Zeiten der Rituale: Aufbocken, Luft ablassen, Batterie abklemmen, Plane drüber und in der guten Stube oder am Kamin ein gutes Buch oder ein gutes Magazin lesen. Da müssten wir uns dann schon überlegen, wo wir der neusten Ausgabe von Porsche Klassik den notwendigen Platz einräumen, denn das neue Heft hat es in sich. Ausgabe #14 wirdmet sich den luftgekühlten Porsche. Nicht ausschliesslich aber immerhin.

Luftgekühlt ist längst ein Mythos, in der Kombination mit dem Boxer aber wird daraus ein Kult. Patrik Long hat mit dem Luftgekühlt-Treffen in Kalifornien eine weltweite Bewegung gegründet, die nun auch in Deutschland Premiere feierte. Beim 1. Treffen in München hiess es für Porsch: sorry luftgekühlt only. Die Heckboxermodelle waren die Stars einer perfekten Inszenierung von rat bis rar. Sicher wird es in Deutschland nicht das letzte Treffen gewesen sein.

Ist der 911er momentan das klassische Porschemass aller Dinge, wird der Reiz seines Vorgängers manchmal massiv unterschätzt. Der 356er, zum Beispiel als Cabriolet aus dem Baujahr 1953 vor herbstlicher Kulisse in Franken auf Kopfsteinpflaster und in mittelalterlichen Stadtmauern macht eine Zeitreise möglich, in der Realität und Kulisse wie im Traum sanft einen Übergang bilden und Ruhe und Behaglichkeit ausstrahlen. Porsche, Land und Leute im Gleichgewicht.

Was mit dem 356er luftgekühlt begann, fand mit dem 993 sein Ende. Er war der letzte rein luftgekühlte Elfer und aus der Not geboren. Der Vorgänger war zu lange im Programm und nicht mehr zeitgemäss. Umso agiler setzte der 993 zum Überholen an und schob 968 und 928 nebenbei mit aufs Altenteil. Mit der Wachablösung durch den 996 wurde der letzte Luftgekühlte Kult.

Kult ist auch das Bergrennen am Pikes Peak in der Nähe von Colorado. Unvergessen die Hetzjagden der Audi quattros  in den 80er Jahren auf den Berg. Das race to the clouds endet auf sagenhaften sauerstoffarmen 4’302 m und galt nie als Porsche Terrain. Doch in den 60r Jahren wagte sich Bobby Donner mit einem 718 RSK an den Berg und auch Porsche Enthusiast Jeff Zwart war mit einem 911 Turbo 3.6 S hier 1998 im Einsatz.

Eine Zeitreise der ganz anderen Art tritt ein 356/2 aus der Gmünd-Produktion an. Die # 356/ 2-025, ein Keibl-Cabriolet, das damals nach Wien verkauft wurde, trifft auf einen Porsche Panamera Turbo. Kurioser Artikel, denn er soll die Gemeinsamkeiten der beiden Fahrzeuge betonen. Nun, das gelingt natürlich irgendwie – leider hakt es bei der Geschichte der Porsche Ursprungs. Es wurden nicht 50 Fahrzeuge in Gmünd gebaut, sondern 52, und die auch nicht eben in einem Jahr, sondern über drei verteilt, dafür stimmt es beim Panamera wohl eher mit den Fakten. 

Darüber hinaus natürlich noch viele andere Zeitreisen, Einblicke in die Szene und die Geschichte von Porsche.

Eine Leseprobe des aktuellen Heftes findet sich hier.

Porsche Klassik für € 8,00 an jedem Kiosk oder unter:

Da geht einem beim Kauf auch nicht gleich die Luft aus.

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P wie Porsche Poster.


Von Reklame hielt Ferry Porsche nichts – bis er die Plakate von Hanns Lohrer präsentiert bekam. Dessen Stil passte zur schlichten Eleganz der Sportwagen. Der Grafiker durfte sich in den fünfziger und sechziger Jahren kreativ austoben und Autos auch mal durch Hunde ersetzen.

Als Werber hatte man bei Porsche in den Anfangsjahren des Unternehmens keinen leichten Job. „Ferry Porsche war Reklame suspekt, er zählte mehr auf persönliche Kundenkontakte und die übliche Mund-zu-Mund-Propaganda innerhalb der Sportfahrerszene“, sagt Dieter Landenberger.

Bunte Nummer: Sportwagen von Porsche räumten auf den Rennstrecken Pokale ab.

Er muss es wissen, denn als Leiter des historischen Archivs bei Porsche kuratiert er zurzeit eine umfangreiche Ausstellung zum Thema. Gezeigt werden Plakate des 1995 verstorbenen Hanns Lohrer, der mit seinen Zeichnungen ab Anfang der fünfziger Jahre die Sportwagen vom Typ 356 einer gutbetuchten Kundschaft schmackhaft machen sollte.

Hanns Lohrer setzte die Trophäen auf Werbeplakaten in Szene.

Das Prinzip war ziemlich einfach: Porsche fuhr der Konkurrenz in den Fünfzigern auf der Rennstrecke davon. Die Erfolge im Motorsport sollten in den Autohäusern vergoldet werden. Lohrers Plakate zeichneten in satten Farben und mit klaren Linien die Erfolge der schwäbischen Boliden nach, dazu wurde die schiere Zahl der Triumphe aufs Poster gedruckt. Dann wurden sie in die Verkaufsräume der Händler gehängt.

Statussymbole unter sich: In einer Plakatserie machte Lohrer 1961 Vorschläge, welche Sportgeräte standesgemäß in einen Porsche 356B passen. Golfschläger zum Beispiel.

Den Kunden gefiel das, ebenso wie den Verkäufern: „Win on Sunday, sell on Monday“, habe das Motto der Händler gelautet, erzählt Dieter Landenberger. Zusammen mit Uwe Lohrer, dem Sohn von Hanns Lohrer, hat er die Ausstellung „Kunst, Grafik & Design – Hanns Lohrer & Porsche“ zusammengestellt.

Auch Jagdflinten samt modischer Huttracht waren sportliche Attribute.

Autowerbung ohne Auto

Mitte der Fünfziger machte sich die Begeisterung für Werbung endlich auch in der Chefetage der Zuffenhausener Sportwagenschmiede breit. Lohrer wurde zum vielbeschäftigten Mann und durfte nun auch mehr als nur Pokale malen. Für eine Plakatserie schrumpfte er die Autos auf den Postern ein und setzte andere Motive in den Vordergrund: Jagdflinten, Pferdesättel und Golftaschen zum Beispiel – Symbole des Wohlstands und Freizeitspielzeuge potentieller Porschefahrer. Der Slogan dazu: „Sport der Persönlichkeit“.

Winteredition: „Sportliches Fahren in seiner schönsten Form“ lautete der Slogan zu dieser Plakatserie.

Während Motive wie das Schießeisen eher Männer ansprachen, spielten andere Entwürfe mit dem Verlangen der Frauen. In einem Verkaufsprospekt für den 356A ließ Lohrer eine Damenhand in feinem Lederhandschuh einen Steuerknüppel führen. Als Vorlage diente ein Accessoire von Lohrers Frau, ebenso wie für den Armreif, der das Handgelenk schmückt. Der Originalarmreif soll im September auch in der Ausstellung zu sehen sein.

ferdestärken: Die Botschaft dieser Plakate war eindeutig – wer kostspielige Hobbys pflegt, fährt Porsche.

Eine andere Inspirationsquelle Lohrers wird dagegen nicht mehr aufzutreiben sein: Auf dem wohl ungewöhnlichsten Porsche-Plakat ist kein Porsche zu sehen, sondern ein Pudel. „Ich reise mit Porsche“, segnet das Haustier den Autogeschmack von Herrchen und Frauchen ab. Der wählerische Wauwau sei laut Landenberger eine Hommage an Ali gewesen, den Pudel von Lohrers Grafiker-Kollegen Anton Stankowski.

Brennpunkt: Ehe sich die Wege von Lohrer und Porsche trennten, ließ der Grafiker 1967 noch über dem Targa die Sonne aufgehen.

Das Original: Hanns Lohrer wird im September 2012 eine Ausstellung im Porschemuseum in Stuttgart gewidmet. Der Künstler wäre in diesem Jahr 100 geworden, er lebte bis 1995.

Teure Originale

Ende der Sechziger gingen Porsche und Lohrer getrennte Wege. Mit der Ära des Modells 356 endete auch die des Künstlers. Es habe eine „unternehmerische Zäsur“ stattgefunden, lautete die Begründung von Archivleiter Landenberger. Für das Marketing seien internationale Agenturen verpflichtet worden, die den neuen Star aus Zuffenhausen bewerben sollten: den Porsche 911.

Des Pudels Herrn: Der schwarzDer Hund ist eine Hommage an das Haustier des Künstlerkollegen Anton Stankowski…

Je nach Zustand und Originalauflage könne ein Lohrer-Plakat heute bis zu 2000 Euro wert sein, meint Landenberger. In Stuttgart, wo im September die Retrospektive des Künstlers eröffnet wird, hat sich Lohrer ohnehin unsterblich gemacht: Hier hat er bei der Bundesgartenschau den Fernsehturm in einem Logo verewigt. Und der ist in der Schwabenstadt mindestens so berühmt wie der 911er.

Global Player: „Internationalität!“ lautete eines der Gebote von Werbeleiter Lapper. Also entwarf Lohrer auf seinem Plakat eine bunte Mischung aus Porsche, Pisa, Wüstensohn und Reisfeldidylle.