Vor 75 Jahren: US-Truppen befreien Volkswagenwerk und Stadt am Mittellandkanal


Vor 75 Jahren, am 11. April 1945, befreien US-Truppen das Volkswagenwerk und die „Stadt des KdF-Wagens“, das spätere Wolfsburg. Im Volkswagenwerk erleben rund 7.700 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ihre Befreiung. In den acht folgenden Wochen treffen die Amerikaner wegweisende Entscheidungen für die Zukunft der Menschen, der Stadt und des Werks. Das kurze wie prägende Intermezzo der US-Militärs legt das Fundament für Demokratie, Freiheit und Wiederaufbau in der Region. Bereits im Mai werden im Volkswagenwerk wieder Fahrzeuge gebaut – die nun „Volkswagen Jeeps“ genannten Kübelwagen für das US-Militär. Die amerikanische Besatzungszeit endet Anfang Juni 1945, als die Region Teil der britischen Besatzungszone wird.

Das Volkswagenwerk wurde 1944 durch Luftangriffe zu großen Teilen zerstört.

 Am 10. April werden im Volkswagenwerk die letzten 50 für die deutsche Wehrmacht vorgesehenen Kübelwagen (Typ 82) fertiggestellt. Panzeralarm kündigt die heran-rückenden US-Truppen an. Im Werk, das 1944 durch Luftangriffe zu großen Teilen zerstört wurde, endet die Kriegsproduktion nach 66.285 Fahrzeugen. 

Fertiggestellte Kübelwagen (Typ 82) im Volkswagenwerk nach der Befreiung.

Befreiung und Besatzung in zwei Etappen 

Am 11. April 1945 befreien US-Truppen das Werk und die Stadt am Mittellandkanal. Der Kampfverband rollt von Fallersleben den Kanal entlang und durch die Stadt hindurch zur Brücke in Heßlingen, ohne auf militärischen Widerstand zu treffen. Die Amerikaner ziehen noch am gleichen Tag weiter in Richtung Salzwedel zur Elbe, die sie vor der sowjetischen Roten Armee erreichen wollen. Dabei lassen sie das Werk und die Stadt zurück. Sie sind auf ihren Karten gar nicht verzeichnet.

US-Truppen am Bahnhof von Wolfsburg mit dem Kraftwerk des Volkswagenwerks im Hintergrund.

Vorübergehend entsteht am Mittelandkanal ein Machtvakuum: Nachdem zuvor die SS und der Werkschutz abgezogen oder vor den US-Truppen geflüchtet sind und der Volkssturm aufgelöst ist, sehen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene das Ende ihrer Leidenszeit gekommen. Sie haben Hunger und ihre Wut über das ihnen angetane Leid und Unrecht entlädt sich. Es kommt zu ersten Plünderungen, Zerstörungen und Gewalttätigkeiten. Aus Reihen der Zwangsarbeiter bildet sich ein Ordnungsdienst, darunter sind auch französische Kriegsgefangene und zum Arbeitsdienst gezwungene niederländische Studenten. Sie erbeuten Waffen und Fahrzeuge im Werk und nutzen die Feuerwache als Hauptquartier.

Ehemalige Zwangsarbeiter, befreite KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene, sogenannte Displaced Persons, die in der damaligen „Stadt des KdF-Wagens“ auf ihre Repatriierung warten und von der Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen (UNRRA = United Nations Relief and Rehabilitation Administration) betreut werden.

Der Leiter des Kraftwerks, Fritz Kuntze, hat sich dem Befehl des Gauleiters, Brücken und Kraftwerk zu sprengen, widersetzt. Nun will der Deutsch-Amerikaner verhindern, dass das für die Energieversorgung lebensnotwendige Kraftwerk durch Sabotage Schaden nimmt. Kuntze fährt mit zwei ebenfalls englischsprachigen Ingenieuren und dem katholischen Prälaten Antonius Holling zu den in Fallersleben verbliebenen US-Einheiten. Sie überzeugen die GIs, militärische Stärke zu zeigen: Am 15. April besetzen die Amerikaner Werk und Stadt, entwaffnen den selbst ernannten Ordnungsdienst und übernehmen die Verwaltung. Nach und nach treffen auch die Stäbe der 9. US-Armee ein.

Das Volkswagenwerk mit Blick auf Kraftwerk und Hafen.

Die Menschen 

Rund 20.000 Frauen und Männer leisten während der NS-Diktatur bei der Volkswagenwerk GmbH Zwangsarbeit, davon etwa 5.000 KZ-Häftlinge. Im Jahr 1944 arbeiten zwei Drittel der Arbeiterinnen und Arbeiter gegen ihren Willen, unter Zwang und rassistischer Willkür im Werk, darunter sind jüdische Frauen und Männer, Kriegsgefangene, Dienstverpflichtete, Deportierte und Verschleppte aus Ländern Europas, die von der deutschen Wehrmacht besetzt sind.

Zwangsarbeiter in der Motorenfertigung während des II. Weltkriegs.

Am Tag der Befreiung arbeiten im Volkswagenwerk etwa 9.100 Frauen und Männer. Von ihnen sind mehr als 7.700 ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Die 3.000 Ostarbeiter aus der Sowjetunion, vor allem Ukrainer, bilden die größte Gruppe.

Sowjetische Zwangsarbeiter nach ihrer Befreiung.

Die Amerikaner richten Wolfsburg als Sammelpunkt für alle „displaced persons“ im Landkreis Gifhorn ein und organisieren deren Repatriierung. So starten im April und Mai 1945 am Bahnhof die ersten Züge, zumeist mit offenen Güterwaggons, in die Heimatländer der ehemaligen Zwangsarbeiter. Für einige gehen Demütigungen und Verfolgung in ihrer Heimat weiter, wo sie oft als mutmaßliche Deserteure oder Kollaborateure der Deutschen angefeindet werden.

Niederländische Studenten vor einer Baracke im Gemeinschaftslager.

Die Stadt 

Der „Stadt des KdF-Wagens“ geben die US-Militärs mit der Einsetzung eines Magistrats und einer Stadtverordnetenversammlung erste demokratische Strukturen. Bei ihrer ersten Sitzung am 25. Mai 1945 beschließen die Stadtverordneten ihre Stadt in Wolfsburg umzubenennen. Sie folgen damit dem Vorschlag des Magistrats. Das erstmals 1302 urkundlich erwähnte Schloss im Nordosten gibt nun der jungen Stadt den neuen, traditionsreichen Namen.

Das Volkswagenwerk wurde 1944 durch Luftangriffe zu großen Teilen zerstört.

Das Werk 

Die amerikanischen Befreier richten im Volkswagenwerk einen Reparaturbetrieb für ihre eigenen Militärfahrzeuge ein. Sie stoßen im Werk und der Umgebung auf Bauteile und Lagerbestände und erkennen das Potenzial des Werks für die Fahrzeugfertigung. Noch im Mai 1945 meldet das Hauptquartier der 9. US-Armee die Aufnahme der Montage von „Volkswagen Jeeps“ im Volkswagenwerk mit rund 200 Beschäftigten. Als Werkleiter setzen die Amerikaner Rudolf Brörmann, zuvor Leiter der Inspektion, ein. 133 Nachkriegs-Kübelwagen werden unter provisorischen Bedingungen für die Mobilität der US-Truppen gefertigt. Sie stehen für die Wiederaufnahme der Produktion und leiten den Umbau der Rüstungsfabrik zur zivilen Fahrzeugfabrik ein.

Das Volkswagenwerk nach der Befreiung im April 1945.

Daran knüpfen die Briten im Juni 1945 an, als sie in ihre Besatzungszone eintreten und die Verantwortung für Stadt und Volkswagenwerk von den Amerikanern übernehmen. Ebenfalls unter herausfordernden Bedingungen starten sie gleich nach Weihnachten 1945 die zivile Serienfertigung des Volkswagen Typ 1, des Käfers. 

Die Befreiung – Zeitzeugen erinnern sich 

Sara Frenkel-Bass (Jahrgang 1922, lebt in Antwerpen), die polnische Jüdin arbeitet als katholische Krankenschwester getarnt von März 1943 bis April 1945 im Baracken-krankenhaus: 

„Man hat keine Wurzeln. Man sucht das, was verloren gegangen ist. Doch es kommt nicht wieder. Es ist alles nicht mehr da.“

Sara Frenkel-Bass (Jahrgang 1922, lebt in Antwerpen), die polnische Jüdin arbeitet als katholische Krankenschwester getarnt von März 1943 bis April 1945 im Barackenkrankenhaus.

Henk ‘t Hoen (1922 – 2006), der niederländische Student ist von Mai 1943 bis April 1945 im erzwungenen Arbeitseinsatz im Volkswagenwerk: 

„Als die ersten amerikanischen Truppen über das angrenzende Fallersleben eintrafen, suchten wir Studenten unverzüglich Kontakt zu ihnen. Die Studenten hatten zusammen mit einigen ehemaligen französischen Kriegsgefangenen einen Ordnungsdienst aufgebaut, um die eskalierende Situation zu beruhigen. Der Ordnungsdienst hatte sich in der Fabrik Waffen und Kübelwagen besorgt und nutzte die Feuerwache als Hauptquartier. Da die amerikanischen Truppen […] von Fallersleben direkt weiter bis zur Elbe zogen und daher zunächst die ‚Stadt des KdF-Wagens‘ unbeachtet liegen ließen, mussten die Leute vom Ordnungsdienst noch einige Zeit überbrücken bis Besatzungstruppen kamen. Mit einiger Überredungskunst gelang es letztendlich, einige amerikanische Panzer durch die Stadt fahren zu lassen. Der Ordnungsdienst fuhr mit einem Kübelwagen vorweg und verlieh damit dem Ausgehverbot, das er zuvor verhängt hatte, einigen Nachdruck. Kurz darauf richtete die US-Militärregierung eine Stadtkommandantur ein, und es erging der Befehl, alle Waffen abzuliefern. Daraufhin löste sich der Ordnungsdienst auf. Einige Studenten, die den ersten Kontakt zu den amerikanischen Truppen hergestellt hatten, verschwanden kurz darauf auf eigene Faust in die Niederlande. Die offiziellen Transporte erfolgten erst später.“

Henk ‚t Hoen (1922 – 2006), hier an einem Sonntag im Lager 12, September 1943. Er war als niederländischer Student von Mai 1943 bis April 1945 im erzwungenen Arbeitseinsatz im Volkswagenwerk.

Jean Baudet (Jahrgang 1922, lebt in Nizza), französischer Zwangsarbeiter von Juli 1943 bis April 1945, erlebt die Befreiung in einem Verlagerungsbetrieb mit dem Tarnnamen Kaffee in Neindorf, etwa 10 Kilometer südlich des Werks: 

„Sonntag, 8. April – Die Front rückt näher. Ein Gerücht jagt das nächste. Bei Gifhorn steigen Rauchsäulen auf. Vermutlich Sabotage der Erdölpumpen. Luftkämpfe. Auf den Straßen ein Gewimmel von Wagen, Lkws und Soldaten auf Fahrrädern. Mein Tiroler-Rucksack ist startklar. Nur das Nötigste an Kleidung, aber Vorräte wie Fleischkonserven, Milch, Fett, Zucker, ein paar Kekse. Egal was passiert, ich will bereit sein, um während, vor oder nach den Kämpfen nach Hause aufbrechen zu können. 

10. April – Strahlendes Wetter. Den ganzen Tag hört man die Geschütze. Alle Deutschen sind betrunken. Kolonnen von Soldaten ohne Gewehr und Verwundete ziehen vorbei. Ein wildes Chaos. Wann ist es soweit? 

10. April – Abends: Artilleriebeschuss in der Nähe. Beeindruckend. Die ganze Nacht weiterhin Bomben auf Braunschweig. Ständig ziehen Truppen vorbei. 

11. April – 9.00: Amerikanische Jagdbomber über den Baumwipfeln. Man hört, KdF sei besetzt. Hier sind sie inzwischen bis Barnstorf vorgedrungen. Das liegt hinterm Wald. Wir packen singend unsere Sachen fertig. Deutlich hört man Maschinengewehrsalven. Sie müssen jeden Moment hier sein. Die Granateneinschläge kommen immer näher. 

11. April – Nachmittags: Totale Stille. Strahlendes Wetter. Die Zeit des Friedens ist zurückgekehrt. Nur von Zeit zu Zeit schwere Explosionen. Die Autobahnbrücken werden gesprengt. Um 14.00 Uhr bekommen wir von Bauern Specksuppe und ein Stück Brot. Wir verstehen nicht, was in sie gefahren ist. Um 15.00 Uhr gibt es Großalarm. Wir müssen evakuieren. Also, „auf zum Gefecht“. Ich beschließe, mich mit Georges Chauvineau im Gebüsch zu verstecken, aber Gewehrschüsse im Wald geben uns zu denken. 15.30 Uhr. Gegenbefehl. Allgemeine Freude: Wir bleiben. Sofort werden die Zigaretten und der Fußball herausgeholt. Abend und Nacht sind ruhig. 

12. April – Der Himmel ist bedeckt. Alles ist ruhig. Ist der Krieg aus? Wo sind sie? Was tun sie? 12.00 Uhr. 5-Minuten-Alarm, Wiederaufflammen der Kämpfe von allen Seiten gleichzeitig. Wir sind eingekesselt. Kanonen, Bomben, Panzerfäuste, Maschinen-gewehre, alles gleichzeitig. Sie kommen! Sie kommen! 14.00 Uhr. Die Bauern tauchen wieder auf und bringen uns säckeweise Kartoffeln, das ist der Gipfel! 15.00 Uhr. Sie sind da!! Sie sind da!!“

Jean Baudet (Jahrgang 1922, lebt in Nizza) nach der Befreiung. Er war von Juli 1943 bis April 1945 französischer Zwangsarbeiter und erlebte die Befreiung in einem Verlagerungsbetrieb mit dem Tarnnamen Kaffee in Neindorf, etwa 10 Kilometer südlich des Werks.

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Vor 70 Jahren übergab Großbritannien die Treuhänderschaft über Volkswagen an die Bundesrepublik Deutschland.


Vor 70 Jahren, am 8. Oktober 1949, übergab die britische Militärregierung die Treuhänderschaft über die Volkswagenwerk GmbH an die Bundesrepublik Deutschland. Der junge westdeutsche Staat, kurz zuvor mit der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 gegründet, beauftragte seinerseits das Land Niedersachsen mit der Verwaltung.

Die Handelsorganisation – Im Oktober 1946 begannen die Briten mit dem Aufbau eines Händlernetzes in der britischen Besatzungszone. Den Beginn markierten zehn Vertriebszentren sowie 28 Händlerbetriebe. Ende 1948 gab es bereits 234 Händler, die in den drei westlichen Besatzungszonen rund 15.000 Autos verkauften.

Volkswagen auf der Techno Classica 2019: Rekorde, Cabriolets und ein Azubi-Projekt.


  • Volkswagen Classic zeigt drei Themenwelten auf der weltgrößten Oldtimer-Messe vom 10. bis 14. April 2019
  • Sechs Fahrzeuge wie W12 Nardo, SMVW oder Lupo „80 Days“ stehen für Volkswagen Erfolge
  • 70 Jahre offener Käfer: Jubiläum mit Volkswagen Cabriolet Hebmüller und dem ältesten Käfer Cabriolet Karmann
  • Finale für Lehrprojekt: Zwei Auszubildende schließen die Restaurierung eines Typ 3 TL live in Essen ab

Bei der weltgrößten Messe für klassische Automobile präsentiert Volkswagen Classic drei Themenwelten. Sechs einzigartige „Rekordbrecher“ sowie ein 68-seitiges Booklet erzählen von Superlativen aus der Volkswagen Welt. „Für immer Sommer“ würdigt 70 Jahre Käfer Cabriolet mit zwei seltenen Exponaten. „Jugend schraubt“ zeigt ein besonderes Nachwuchsprojekt: Auszubildende von Volkswagen Osnabrück beenden in Halle 4.0 die Restaurierung eines Klassikers.

 

Auf Spar-Rekordfahrt ging der Lupo 3L TDI „80 Days“ im Jahr 2000: Unter dem Motto „In 80 Tagen um die Welt“ legten zwei Lupo 3L TDI bei der Reise durch 22 Länder exakt 33.333 Kilometer zurück. Der Verbrauch von durchschnittlich nur 2,38 Litern auf 100 Kilometer brachte einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde – als sparsamstes Serienauto der Welt.

Für immer Sommer – 70 Jahre Käfer Cabriolet
Im Jahr 1949 brachte Volkswagen den Typ 1 („Käfer“) erstmals als offene Version in Serie. Zum 70-jährigen Jubiläum präsentiert Volkswagen Classic zwei extrem seltene Exemplare: ein Cabriolet Karmann (Typ 151) von 1949, dem ersten Produktionsjahr, und ein Cabriolet Hebmüller (Typ 14A) von 1950, eines von nur 696 gebauten Exemplaren.

Volkswagen Classic präsentiert auf der Techno Classica 2019 seltene Käfer Cabriolet.
Volkswagen 1100 Cabriolet Hebmüller (1950).

Jugend schraubt – das Azubi-Projekt Volkswagen Osnabrück
Eine außergewöhnliche Ausbildungsstation: Fábio Lopes und Marvin Wiethölter restaurieren seit Dezember 2018 einen Typ 3 TL, inklusive Motorumbau auf Typ 4. Auf der Techno Classica werden die angehenden Kfz-Mechatroniker für System- und Hochvolttechnik bei Volkswagen Osnabrück den 1968er-Klassiker fertig montieren.

Die Welt der Volkswagen Klassiker
Volkswagen Classic zeigt neun Exponate aus eigener Sammlung, der Stiftung AutoMuseum Volkswagen sowie der Autostadt Wolfsburg. In Halle 4.0 präsentieren sich ebenfalls Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer: 40 Jahre T3 sowie 60 Jahre Radarmessung. Informationen zu Original Ersatzteilen gibt es am Stand von Volkswagen Classic Parts.

Auf der 31. Techno Classica in Essen werden auf 120.000 m² über 1.250 Aussteller aus mehr als 30 Nationen und mehr als 200 Clubs und IG erwartet, 2.700 Sammler-Automobile werden zum Kauf angeboten. 2018 kamen 188.000 Besucher aus 41 Nationen zur Weltleitmesse der Klassik-Branche.

Tickets für die Techno-Classica können online unter http://www.technoclassica-tickets.de bestellt und direkt auf das Smartphone geladen werden. Weitere Infos zur Messe gibt es unter http://www.siha.de.

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 Bildnachweis. Volkswagen Classic 

Ausstellung „Die Welt der Volkswagen Klassiker“ in den Designer Outlets Wolfsburg eröffnet


Volkswagen Classic eröffnet seine Pop-up-Gallery in den Designer Outlets Wolfsburg und zeigt bei deren verkaufsoffenem Sonntag am 28. Oktober erstmals eine Auswahl von acht historischen Fahrzeugen von 1958 bis 1985. Die Sonderausstellung in der neuen Ellipse umfasst seltene Prototypen und Rekordwagen sowie Filmstar „Herbie“ und läuft bis zum 4. April 2019.

In der neuartigen Pop-up-Gallery, die diesen Sonntag von 13 bis 18 Uhr öffnet, steht ein Elektro-Rennwagen von 1984: Mit dem Golf „CityStromer“ RWE fuhr Rennfahrer Hagen Arlt in den 1980ern zahlreiche Erfolge beim „Grand Prix Formel E“ ein. Ein weiteres spektakuläres Exponat ist der Volkswagen Polo G40, der 1985 über die Distanz von 5.000 Kilometern und mit einem Durchschnittstempo von 208 km/h auf dem Prüfgelände Ehra-Lessien einen Geschwindigkeits-Weltrekord aufstellte. Die Leihgabe der Stiftung AutoMuseum Volkswagen ist das einzige Exemplar, das von einst drei Prototypen erhalten geblieben ist.

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Volkswagen auf der Techno Classica 2017: das Beste aus zwei Welten.


Die weltweit größte Messe für klassische Automobile öffnet ihre Pforten: Auf der Techno Classica, die vom 5. bis 9. April in Essen stattfindet, präsentiert Volkswagen Classic in diesem Jahr gleich zwei Themenwelten auf einem Messestand. Unter dem Motto „Antrieb: Zukunft“ werden Prototypen und Kleinserienfahrzeuge mit Elektroantrieb ausgestellt. Die teils erstmals öffentlich gezeigten elektrifizierten Exponate erzählen eine „spannende“ Geschichte. Bereits vor mehr als 40 Jahren begann Volkswagen mit der Erforschung alternativer Antriebstechnologien. Im zweiten Themenbereich „You better look twice“ können sich Besucher der Messe auf sportliche Klassiker mit „Aha-Effekt“ unter der Haube freuen: Ausgestellt werden schnelle Serienmodelle der 1970er- und 1980er-Jahre, deren starkes PS-Potenzial sich erst beim genaueren Hinschauen zeigt

TDE, Theo Decker Essen, entlockte noch jedem Käfer-Motor ungeahnte Kräfte.

Antrieb: Zukunft – elektrifizierte Klassiker von 1976 bis 2011

Insgesamt sieben Exponate aus dem Zeitraum von 1972 bis 2011 werden in Halle 7.0 zu bewundern sein. Zu den klassischen Fahrzeugen mit Elektroantrieb zählt der Elektro-Golf I, ein Versuchsfahrzeug von 1976. Ferner beweist das elektrisch angetriebene Rennfahrzeug Golf II CitySTROMer, dass man bereits in den 1980er-Jahren mit Elektroantrieb durchaus sportlich unterwegs sein konnte. Ein noch recht jugendlicher Vertreter aus dem Themenbereich „Antrieb: Zukunft“ ist der Volkswagen NILS. Die einsitzige Elektro-Studie ist die moderne, emissionsfrei fahrende Interpretation des klassischen Kabinenrollers der 1950er-Jahre und wurde 2011 auf der IAA vorgestellt.

Elektro-Golf I: Bereits in den 1970er-Jahren arbeitete Volkswagen an der Erforschung alternativer Antriebstechnologien. Ein frühes Resultat der Forschung ist der auf Elektroantrieb umgebaute Golf I aus dem Jahr 1976.

Wow inside – sportliche Volkswagen der 1970er- und 1980er-Jahre

Im zweiten Themenbereich der sportlichen Klassiker zeigt Volkswagen Classic den 135 PS starken Käfer 1302 „Theo Decker“ (1972), getunt vom gleichnamigen Essener Käfer-Spezialisten. Dazu gesellen sich drei „Wölfe im Schafspelz“ aus den 1980er-Jahren: der sportliche Polo II GT G40 von 1988, der dank G-Lader 115 PS aus 1,3 Litern Hubraum holt, der nur 71 Mal gefertigte Golf II Limited von 1989 sowie der Corrado 16V G60. Dieses Unikat stammt ebenfalls aus dem Jahr 1989 und wurde zu Versuchszwecken gebaut, bevor es vom damaligen Karmann-Chef Rainer Thieme genutzt wurde. Neben einem 210 PS starken G60-Motor mit Vierventiltechnik verfügt dieser spezielle Corrado über eine exklusive Ausstattung.

Der Corrado 16V G60 wurde 1989 als Versuchsfahrzeug entwickelt. Das 154 kW (210 PS) starke Unikat verfügt über eine seltene Kombination aus G-Lader und Vierventiltechnik.

Power-Typen gesucht – Volkswagen Classic Foto-Aktion mal zwei

Auch in diesem Jahr bietet Volkswagen Classic wieder die inzwischen zur Tradition gewordene Foto-Aktion: Wer eine bleibende Erinnerung an die Techno Classica 2017 mitnehmen möchte, kann sich auf der Messe kostenfrei vom Volkswagen Classic Fotografen mit dem Exponat seiner Wahl ablichten lassen.

Zusätzlich können Besucher auch in die Pedale treten – und mit eigener Muskelkraft auf einem E-Bike eine Kamera auslösen. Und so eine höchst individuelle Erinnerung mit nach Hause nehmen.

Die elektrisch angetriebene Studie Volkswagen NILS ist die moderne Interpretation eines Kabinenrollers und wurde 2011 auf der IAA präsentiert.

Das Booklet zum Messestart: seitenweise E-Historie

Zum Start der Techno Classica veröffentlicht Volkswagen Classic ein Booklet, das der spannenden E-Historie bei Volkswagen gewidmet ist. Auf 40 Seiten werden Volkswagen Pioniere der E-Mobilität vorgestellt. Die Sonderbroschüre bietet Modellgeschichten, Hintergrundinformationen und Wissenswertes aus über vier Jahrzehnten Elektromobilität. Das Booklet erhalten Sie kostenlos direkt am Messestand.

Auch im Online-Magazin von Volkswagen Classic startet pünktlich zur Oldtimer-Messe ein umfassendes Special. Interessante Storys, Interviews und Reportagen zur Historie der Elektromobilität bei Volkswagen – ab 5. April zu finden auf volkswagen-classic.com.

Pausen Bulli

Am Stand von Volkswagen Classic und Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer wird auch in diesem Jahr wieder stilecht für klassische Erfrischung gesorgt: Der Beck’s Bulli aus Hannover versorgt Gäste mit kühlen Getränken aller Art.

Die Exponate im Detail

Käfer 1302 „Theo Decker“, Baujahr 1972, 2,0 Liter, 4 Zylinder, Benziner, 99 kW (135 PS)

Elektro-Golf I (Versuchsfahrzeug), Baujahr 1976, Elektromotor, 20 kW (27 PS)

Golf II CitySTROMer „RWE“ Ex-Rennwagen, Baujahr 1984, Elektromotor, 56 kW (76 PS)

Polo II GT G40, Baujahr 1988, 1,3 Liter, 4 Zylinder, 85 kW (115 PS)

Corrado 16V G60, Baujahr 1989, 1,8 Liter, 4 Zylinder, 154 kW (210 PS)

Golf II „Limited“, Baujahr 1989, 1,8 Liter, 4 Zylinder, 154 kW (210 PS)

Studie „NILS“, Baujahr 2011, Elektromotor, 25 kW (34 PS)

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Thank you, Major Hirst! – Ein Wegbereiter für das Wirtschaftswunder bei Volkswagen.


Sein Name ist mit dem Aufstieg von Volkswagen zum größten deutschen Automobilhersteller untrennbar verbunden und doch nicht jedem bekannt: Major Ivan Hirst trug als Senior Resident Officer der britischen Militärregierung zwischen August 1945 und April 1949 Verantwortung für Volkswagen. Er stellte die Weichen für die rasante Entwicklung der Volkswagenwerk GmbH im Wirtschaftswunder und machte die Briten zu Mit-Vätern des heutigen Automobilkonzerns.

Ivan Hirst wurde am 1. März 1916 in Greenfield nahe Manchester in eine Unternehmerfamilie hineingeboren. Bereits als Kind atmete er die ölhaltige Luft der elterlichen Fabrik für feinmechanische Geräte, Messapparate und Uhren. Während des Studiums der optischen Ingenieurswissenschaften in Manchester stellten sich entscheidende Weichen für den jungen Ivan Hirst: Er besuchte militärische Ausbildungslager, und durch ein studentisches Austauschprogramm kam er Mitte der 1930er-Jahre das erste Mal nach Deutschland. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Hirst als Captain einberufen und kam 1940 nach Frankreich, wo er mit nur 24 Jahren ein Bataillon kommandierte. Mit der Schaffung des „Corps of Royal Electrical and Mechanical Engineers“ (REME), das mit der Instandhaltung der komplexen Militärtechnik beauftragt war, ergaben sich für Ihn neue Möglichkeiten in der British Army. Hirst war ab 1943 als Major in der Panzerreparatur eingesetzt. Insbesondere bei der Etablierung einer REME-Großwerkstatt in der Nähe von Brüssel, konnte er 1944 wertvolle Erfahrungen für seine spätere Tätigkeit in Wolfsburg sammeln.

Als britische Offiziere aufgerufen wurden, sich für den Einsatz in der britischen Militärverwaltung in Deutschland zu melden, zögerte Hirst nicht. Sein erster Auftrag führte ihn 1945 nach Wolfsburg, wo das Volkswagen Werk mit dem Eintritt der Briten in ihre Besatzungszone von US-amerikanischen Truppen in deren Treuhandschaft übergeben worden war. Mit Pragmatismus, Umsicht und Gespür für das Notwendige etablierte er im Werk eine zentrale REME-Reparaturwerkstatt. Der am 22. August 1945 ergangene Produktionsauftrag über 20.000 Volkswagen Limousinen ließ ihn aus der Rüstungsruine eine funktionierende Fabrik machen. Das Anlaufen der Serienproduktion am 27. Dezember 1945 war das sichtbare Zeichen des Neuanfangs. Trotz immenser Probleme bei der Versorgung der Belegschaft mit Nahrungsmitteln und Wohnraum, sowie unzureichender Transportmöglichkeiten und Materiallieferungen lief der „Käfer“ vom Band.

Hirst sorgte für Qualitätsverbesserungen am Fahrzeug, für den Aufbau eines Händler- und Servicenetzwerks. Er brachte den Deutschen eine gehörige Portion Vertrauen entgegen, als er im November 1945 erstmals Wahlen für einen Betriebsrat anordnete. Demokratie und Entnazifizierung hielten Einzug. Als die ersten Fahrzeuge 1947 in die Niederlande exportiert wurden, hatte Hirst ein florierendes Unternehmen aufgebaut, für das nun ein deutscher Verantwortlicher gesucht wurde. Mit Heinrich Nordhoff, dem ehemaligen Opel-Manager, fanden die Briten den Mann, der das Unternehmen nach der Übergabe in deutsche Hände im Oktober 1949 in den Nachkriegsaufschwung führte.

„Ivan Hirst war der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, fasst Dr. Manfred Grieger, Leiter der Historischen Kommunikation der Volkswagen Aktiengesellschaft, seine Stärken zusammen. „Mit seiner Begeisterung für Technik und Autos und seiner Fähigkeit zur Improvisation, aber auch durch seine den Menschen zugewandte und konsequente Art des Umgangs mit den Deutschen trug Hirst entscheidend dazu bei, dass es einen Neuanfang für die von den Nationalsozialisten gegründete und zunächst auf der Demontageliste der Briten stehende Fabrik gab.“ Hirst verließ Wolfsburg im August 1949, als sein Auftrag erfüllt war und übernahm andere Aufgaben in der britischen Militärverwaltung. Ivan Hirst starb am 9. März 2000. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Saddleworth, in der Nähe seines Geburtsorts. Die Historische Kommunikation der Volkswagen Aktiengesellschaft vergibt seit seinem Todesjahr den nach ihm benannten Ivan-Hirst-Preis an herausragende Nachwuchswissenschaftler.

Mittlerweile ist die entscheidende Rolle der Briten und Ivan Hirst für die heutige Volkswagen Aktiengesellschaft bekannt. Die bedeutende Phase wurde durch die Veröffentlichung einer Hirst-Biographie und der Würdigung der britischen Zeit im Volkswagen Werk dokumentiert. Der Besuch, den Major General Henderson als oberster Repräsentant der britischen Streitkräfte in Deutschland im Sommer 2013 mit einer Gruppe hochrangiger deutscher und britischer Militärangehöriger dem Werk abstattete, war ein sichtbares Zeichen der engen Verbundenheit zwischen dem Unternehmen und seinem britischen Mit-Vater.

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