Neu am Kiosk: VW Classic #18. Das Magazin für historische Volkswagen.


Spät, sehr spät erschien die Frühlingsausgabe des VW Classic Magazins. Statt zur Kirschblüte musste man fast bis zur Kirschernte auf die aktuelle Ausgabe warten. Aber das Warten hatte einen guten Grund: einige der Artikel konnten so noch Teil der Ausgabe 18 werden und sind damit brandaktuell. Allesamt sind es Geschichten von wiederaufgebauten Fahrzeugen, die sich durch das Heft ziehen und sie sind so brandaktuell, dass wir gleich mit der Themenvorstellung beginnen und uns gar nicht mit Startvorbereitungen aufhalten wollen.

Wer im Frühjahr den Stand von Volkswagen Classic, auf der Techno Classica besuchte, konnte zwei jungen Männern beim Komplettieren eines hellblauen VW 1600 TL über die Schultern schauen. Was auf den ersten Blick wie das Endwerk einer Restaurierung aussah, war in Wirklichkeit die Fertigstellung einer zurückgestellten Karosse aus dem Hochregallager des Werkes. Aus Garantiegründen schlummerte es 51 Jahre dort wie ein Masterpiece bis zur Wiedererweckung den Dornröschenschlaf. Die interessante Geschichte wirft natürlich die Frage auf, was sonst noch so in dem Hochregallager auf zwei Prinzen wartet.

Ebenfalls wiedererweckt wurde der einzige wohl noch existierende KdF-Wagen aus dem Jahr 1939. Zwei relativ seriennahe Vorserien entstanden 1938 und 1939. Aus der VW 39 Serie hatte ein Modell wahrscheinlich in der „Raffay-Sammlung“ bis zu deren Brand im Januar 2011 überlebt. Die Macher von Prototyp konnten den abgebrannten Käfer erwerben und liessen ihn wie ein Phönix aus der Asche wiederauferstehen. Damit ist wenigstens einer der 14 1939 gebauten Käfer für die Nachwelt erhalten.

Ein Brand sorgte ebenfalls für einen Käfer-Mythos ganz anderer Art. Auf tragische Weise kam durch einen Grossbrand im Wülfrather Karosseriewerk Hebmüller die Produktion im Juli 1949 zum Erliegen. Das Werk brannte aus, mit ihm 33 der heute so gesuchten Hebmüller Cabriolets. Von den knapp 700 je gebauten Fahrzeugen befinden sich  überlebende Exemplare in eingefleischter Sammlerhand. Hebmüller Verderben war Karmanns Glück, denn in Osnabrück war nun der Weg frei für den anderen Karosseriebauer und sein Käfer Cabriolet.

Wer vor zwei Jahren glaubte, der Samba-Fund in der Eifel würde ein Projekt mit schnellem Ende werden, muss sich angesichts der Bilder in der neuen VW Classic eines besseren belehren lassen. Da rollt er doch schon durch die Halle und wer genau hinschaut, erkennt nicht nur Form, sondern auch Farbe und mit zusammen gekniffenen Augen sogar ein komplettes Fahrzeug. Niemand geringerer als der begnadete Mark Spicer, der für seine aufwändige aber sensible Kohlruss-Restaurierung im Jahr 2015 überall Lob einheimste, wurde ins Projekt geholt. Bis 2023 soll sich die Restaurierung des jetzt zweitältesten bekannten Barndoor noch dauern. Dann wird mit TÜV-Segen gerechnet und der fünfte Bus aus der 1951er Produktion wird wieder wie früher im Kölner Raum seine Runden drehen.

Ebenfalls im Kölner Raum, genauer gesagt im Bergischen Land, lagern unüberschaubare Ersatzteile für den grossen Karmann Ghia Typ 34. Dieser auf dem Typ 3 entstandene und stets im Schatten des kleinen Bruders stehende Boulevard-Beaus, hat seinen Kreis der Fans gefunden.  Mit viel Enthusisasmus und akteulle sechs eigenen Fahrzeugen in der Sammlung laufen hier viele Fäden für Typ34-Besitzer zusammen. Ob komplette Fahrzeuge, Restaurieungsprojekte oder ganz banal nur ein Lenkrad. Carsten Klein hat so einiges auf Lager, das einen grossen Karmann die Wiederauferstehung erleichtert.

Darüber hinaus viel Wissenswertes aus der Szene, u.a. die Reportage über

  • VW Classic Szene weltweit, diesmal in Japan und Thailand
  • die Designgeschichte des VW Passat
  • die Formel Vau Geschichte und der Vorstellung des 4. gebauten Exemplars
  • einen südafrikanischen T3 mit 5-Zylinder-Audimotor. Original und zugelassen in Deutschland.
  • News, Jubiläen, Veranstaltungen und dazu wie immer viele Tipps aus der Szene: Teile, Bücher, Treffen

Das Warten auf 130 Seiten VW Classic hat sich gelohnt und  bei einem Preis von € 6,90 ist das aktuelle Heft an jedem Kiosk oder hier erhältlich:

Die Saison startet damit später aber schöner.

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T3: Ein neuer Transporter bietet Pkw-Komfort für Personen- und Güterbeförderung.


September 1979: Nach zwölf jähriger Bauzeit wurde der erfolgreichste Transporter aller Zeiten, der Volkswagen Transporter, durch eine neue Modellreihe abgelöst. Seit Produktionsaufnahme des Volkswagen Transporter 1950 wurden bis zum heutigen Tag in der Bundesrepublik fast 5,0 Mio. Fahrzeuge und weltweit 5,5 Mio. Exemplare hergestellt. Damit ist der Volkswagen Transporter in seiner Klasse unangefochtener Weltmeister.

Die im Mai 1979 vorgestellte dritte Transporter-Generation der Volkswagenwerk AG knüpft konzeptionell an den Vorgänger T2 an und verbindet die Vorteile der Frontlenker-Bauweise und des im Heck installierten Motors mit zeitgemäß modernen Erkenntnissen in Entwicklung und Produktion. Das Fahrzeug bietet bei einer um 125 mm verbreiterten Karosserie, aber unveränderter Länge und Höhe, entsprechend mehr Fahrgast- und Laderaum, gestattet eine Transportfähigkeit von 1 Tonne und hat aufgrund seiner neuen Fahrwerksauslegung erneut an Personenwagen-Charakter gewonnen. Der neue Volkswagen Transporter setzt als Großraum-Personenwagen (Bus und Kombi) mit den Fahreigenschaften anspruchsvoller Pkw der gehobenen Mittelklasse neue Maßstäbe in der Klasse leichter Nutzfahrzeuge.

Vorder- und Hinterräder sind einzeln aufgehängt, mit Schraubenfedern und Stoßdämpfern sowie serienmäßig einem Stabilisator an der Vorderachse versehen. Die Hinterachse ist eine Schräglenker-Konstruktion, vorn ermöglichen doppelte Dreieck-Querlenker in Verbindung mit einer neuen Zahnstangenlenkung größeren Radeinschlag und besseres Handling. Der Wendekreis reduzierte sich von 12,5 auf 10,7 m und erlaubt in kleinen Gassen oder auf engen Höfen problemloses Rangieren.

In ihren Leistungsdaten knüpfen beide luftgekühlten Triebwerke mit 37 kW (50 PS) aus 1,6-Liter-Hubraum und 51 kW (70 PS) aus 2,0-Liter-Hubvolumen an das Zugkraftverhalten und die Bergsteigefähigkeit des Vorgängers an.

Eine neu konstruierte, niedrige Fahrzeug-Bodengruppe, die Absenkung des Fahrzeugschwerpunktes und ausgewogene Achslastverhältnisse von 50 zu 50 leer wie beladen haben zu einer erheblichen Verbesserung der Fahrstabilität beigetragen.

Mit der Verlagerung des Reserverades, des Kraftstofftanks und der Starterbatterie in den Bereich des Vorderwagens wurden „mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen“. Neben der ausgeglichenen Achslastbilanz kam der neue Platz für das Reserverad in einer Wanne unter dem Wagen boden vorn einem nicht zu unterschätzenden Raumgewinn über dem Motor zugute.

Zum Thema Sicherheit: die technischen Vorkehrungen für aktive und passive Sicherheit wurden bei der dritten Transporter-Generation erneut höher geschraubt. Zu den verbesserten konstruktiven Sicherheitsmerkmalen wie Federung, Straßenlage, Fahrstabilität unter Seitenwindeinfluss, Geradeauslauf der Lenkung und Bremsen mit hohen Verzögerungsreserven waren auf der Seite passiver Sicherheit ein um 100 mm verlängerter Wagenvorbau mit entsprechender Knautschzone, ein gabelförmig ausgebildeter Verbund der vorderen Rahmenbodengruppe mit wagenbreitem Deformationselement, Verstärkungen in den Türen sowie eine geteilte Lenksäule zu verbuchen. Die Verankerungen für die Sitzgurte sind im Fahrerhaus und im Fahrgastraum bei der Festlegung der Grundkonstruktion berücksichtigt worden.

Das deutlich steiler stehende Lenkrad vermittelt nunmehr wesentlich mehr Pkw-Charakter. Dazu zählt auch die umfangreichere Verstellung des Fahrersitzes.

Durch das einheitliche Flachmotor-Konzept mit Kühlluftgebläse auf der Kurbelwelle konnte der nutzbare Raum über den Boxermotoren mit 1,6 und 2,0 Liter Hubraum ganz beträchtlich vergrößert werden. Im Vergleich zum Vorgänger ist die Motorabdeckung 165 mm niedriger, die lichte Heckklappenöffnung ist um 75 % gewachsen.

In ihren Leistungsdaten knüpfen beide luftgekühlten Triebwerke mit 37 kW (50 PS) aus 1,6-Liter-Hubraum und 51 kW (70 PS) aus 2,0-Liter-Hubvolumen an das Zugkraftverhalten und die Bergsteigefähigkeit des Vorgängers an. Konstruktive Verbesserungen in Details zielen zugleich darauf ab, Service und Wartung zu vereinfachen, die Betriebsbereitschaft im Alltag zu erhöhen und die Forderungen nach vermehrtem Umweltschutz durch dauerhaft abgasarme Verbrennung zu erfüllen.

Durch Ventile mit hydraulischen Stößeln entfällt das überprüfen des Ventilspiels ein für allemal, die Verwendung einer elektronischen Hochleistungszündanlage begünstigt gleichermaßen wartungsfreien Motorbetrieb und die Einführung einer „Digitalen Leerlauf-Stabilisierung“ hat unter Lastzuschaltungen wie beispielsweise elektrischen Nebenverbrauchern oder des automatischen Getriebes eine Konstanthaltung der Leerlaufdrehzahl zur Folge. Dadurch wird in der Warmlaufphase niedrigerer Kraftstoffverbrauch, bessere Verbrennung und ganz allgemein ein geräuschärmerer Motorlauf erzielt. Die neuen Volkswagen Transporter passen also in die Zeit der kraftstoffsparenden Automobile, gehen einer sicheren Zukunft entgegen.

Der von VWN-Oldtimer restaurierter T3 von 1982 ist nun wieder im Neuwagenzustand.

Abgesehen von der routinemäßigen Ölstandskontrolle arbeiten die Motoren wartungsfrei. Die Ölwechsel-Intervalle für die Volkswagen-Transporter wurden analog zu den Personenwagen des Volkswagenwerk-Konzerns von 5000 auf 7500 km erhöht, der große Regel-Service ist alle 15000 km fällig. Diese Verlängerungen bedeuten eine deutliche Reduzierung der Wartungskosten und
der Standzeiten in der Werkstatt.

Beide Motoren verdauen Normal-Kraftstoff mit 93 Oktan und überzeugen durch geräuscharmen Lauf. Der Geräuschpegel konnte um 3 bis 6 Phon reduziert werden. Das entspricht nach der logarithmischen Messskala einem erheblich verbesserten Fahrgastkomfort vor allem auf den rückwärtigen Sitzen in Bus und Kombi.

Der routinemäßige Wartungscheck beim Kraftstofftanken konzentriert sich allein auf die Ölkontrolle im Motor. Ölmessstab und Einfüllstutzen befinden sich hinter der abklappbaren rückwärtigen Kennzeichenbefestigung. Die Werkstattfreundlichkeit des neuen Volkswagen Transporters mit Flachmotor wird durch eine große und leicht entriegelbare Motor-Abdeckung unterstrichen. Nach dem Entfernen des Deckels präsentiert sich der Motor mit seinen Nebenaggregaten gut zugänglich.

Der Langzeitwert des neuen Transporters aus Wolfsburg und hohe Gebrauchstüchtigkeit wurden dem Fahrzeug konstruktiv mit in die Wiege gelegt. Radläufe und Träger der Bodengruppe sind als offene Profile ausgebildet. Zur serienmäßigen Ausstattung gehören außerdem eine Hohlraumkonservierung und ein Unterbodenschutz auf Bitumenwachsbasis. Damit sind die Vorehrungen für ein sorgloses Autoleben in großem Umfang erfüllt.

Die im Mai 1979 vorgestellte dritte Transporter-Generation der Volkswagenwerk AG knüpft konzeptionell an den Vorgänger an und verbindet die Vorteile der Frontlenker-Bauweise und des im Heck installierten Motors mit zeitgemäß modernen Erkenntnissen in Entwicklung und Produktion.

Der neue Volkswagen Transporter läuft in gleicher Weise wie seine Vorgänger in großer Stückzahl und in einem breitangelegten Typenprogramm vom Band: als Kastenwagen, Kombi ohne Sitzeinrichtung und mit Bestuhlung, als Sieben-, Acht- und Neunsitzer Bus, als Bus in Luxusausführung, als Pritschenwagen, Großraumpritsche und als Doppelkabine. Auf der Grundlage dieses Modellfächers sind zahlreiche Sonder- und Spezialfahrzeuge im Angebot: Feuerwehrfahrzeuge, Krankenwagen, Montagefahrzeuge, Thermos- und Kühlfahrzeuge, Verkaufswagen, Kipper, Fahrzeuge mit Hubeinrichtungen und Fahrzeuge für den Freizeit- und Hobbymarkt.

Der neue Volkswagen Transporter als Campingwagen von Westfalia wird in mehreren Standard-Ausführungen für mobiles Reisen hergestellt. Das größere Raumangebot der neuen Typen mit 100 mm mehr lichter Breite kommt der Bequemlichkeit an Bord und einer großzügigeren Innenausstattung erheblich zugute. Ein praktisches, campinggerechtes Mobiliar und die Einbeziehung des Fahrerhauses in den Wohnbereich durch Drehsessel haben den Gebrauchswert des Campers als Ferien-, Freizeit- und Alltagsgefährt weiter gesteigert.

In Volkswagenwerk Hannover wurde für den neuen Transporter eine der modernsten Fertigungen für Lieferwagen dieser Größenklasse in der ganzen Welt installiert. Die Produktion des Karosserie-Rohbaus besorgen auf kompletten Montagestraßen leistungsfähige Handhabungsautomaten, sogenannte Golies und Robbies. Damit werden kostbare menschliche Arbeitskräfte von körperlich schwerer Arbeit entlastet und für höherwertige Tätigkeiten freigestellt. Zugleich gewährleistet Automatisierung der Fertigungsabläufe mehr Gleichmäßigkeit in der Produktion und ein höheres Maß an Flexibilität in der Fabrikationssteuerung. Für einen Industriefilm, der im Volkswagenwerk Hannover von der neuen automatisierten Rohbau-Karosseriefertigung gedreht worden ist, erhielt Volkswagen den ersten Preis unter 150 zur Beurteilung eingesandten Dokumentarstreifen. Der Film „Die eisernen Diener“ beschäftigt sich in vorbildlicher Weise mit den Bemühungen von Werksleitung und Betriebsrat, Roboter in die industrielle Fertigung einzubeziehen und die damit für die betroffenen Arbeitnehmer verbundenen Veränderungen am Arbeitsplatz zu lösen. Volkswagen als Partner des Fortschritts bei der Humanisierung der Arbeitswelt – das bringt der prämiierte Film vorzüglich zum Ausdruck.

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 Bildnachweis. Volkswagen Nutzfahrzeuge 

40 Jahre T3 – vom Nutzfahrzeug zur Klassik-Ikone.


Der Volkswagen T3 wurde in Europa bis 1992 gebaut; in Südafrika lief die Fertigung sogar bis 2002. Insgesamt entstanden mehr als 1,3 Millionen Exemplare dieser Bulli-Generation. Vor einem Jahrzehnt wurden die ersten T3 offiziell zu Oldtimern. Seitdem hat sich die Baureihe fest in der Klassik-Szene etabliert. Ganz gleich ob als Bus, Multivan, Pritsche, Doppelkabine, Caravelle, Kastenwagen oder Camper – der T3 hat es längst geschafft, dem Schicksal normaler Gebrauchtwagen zu entgehen, um als Klassik-Ikone ewig um den Globus zu fahren.

I. Der T3 als Nutzfahrzeug:
Ein Allrounder mit großem Karosserie- und AntriebsspektrumNach 5,5 Millionen produzierten Bulli der ersten zwei Generationen bringt Volkswagen 1979 den neuen T3 auf den Markt. Konzeptionell knüpft die dritte Generation an ihre zwei Vorgänger an, transferiert die Idee des Bulli mit Heckmotors allerdings dank neuer und moderner Technologien in die Gegenwart. Die breitere Karosserie bietet bei unveränderter Länge und Höhe deutlich mehr Fahrgast- und Laderaum. Trotz einer Tonne Nutzlast zeigt der Transporter mit seiner neuen Einzelradaufhängung nun Pkw-ähnlichere Fahreigenschaften. Eine ebenfalls neue Zahnstangenlenkung ermöglicht zudem einen größeren Radeinschlag und somit einen kleineren Wendekreis von nur 10,7 Metern. Parallel tragen die Absenkung des Fahrzeugschwerpunktes und das ausgewogene Achslastverhältnis von 50:50 zu einer erheblichen Verbesserung der Fahrstabilität bei. Das einheitliche Flachmotor-Konzept optimiert den nutzbaren Raum über den Boxermotoren – die nutzbare Heckklappenöffnung vergrößert sich dadurch um 75 Prozent.

1979 wird die dritte Generation vorgestellt. Noch werden sie mit den luftgekühlten Motoren des T2 motorisiert.

Der neue Volkswagen Transporter fährt in einem breit angelegten Typenprogramm vom Band: als Kastenwagen, Kombi ohne oder mit Sitzeinrichtung, als Bus mit sieben, acht und neun Sitzen, als Bus in einer Luxusausführung, als Pritschenwagen, Großraumpritsche und als Doppelkabine. Auf der Grundlage dieses Modellfächers sind zahlreiche Sonder- und Spezialfahrzeuge im Angebot: Feuerwehrfahrzeuge, Krankenwagen, Montagefahrzeuge, Thermo- und Kühlfahrzeuge, Verkaufswagen, Kipper und Modelle mit Hubeinrichtungen.

Große Fortschritte erzielt Volkswagen im Bereich der passiven Sicherheit. Crashtests mit Tempo 50 km/h gegen eine Betonwand, in Kollision mit einem Pkw und ein Rollover mit ebenfalls 50 km/h vom Katapultwagen gehören mittlerweile zu den Standardprüfungen. Ebenso der nach US-Vorschriften durchgeführte Test mit 64 km/h frontal auf einen stehenden Pkw.

Das deutlich steiler stehende Lenkrad vermittelt nunmehr wesentlich mehr Pkw-Charakter. Dazu zählt auch die umfangreichere Verstellung des Fahrersitzes.

Die luftgekühlten T3-Motoren zur Markteinführung leisten 37 kW / 50 PS (1,6 Liter Hubraum) und 51 kW / 70 PS (2,0 Liter Hubraum). Zwei Jahre nach der Premiere arbeitet ab 1981 erstmals ein wassergekühlter Dieselmotor mit vier Zylindern in Reihenanordnung im Heck des Transporters. Leistung: ebenfalls 37 kW / 50 PS. Nur ein Jahr später folgen 1982 eigens neu für den Bus entwickelte Boxer-Motoren mit Wasserkühlung. Sie entwickeln 44 kW / 60 PS und
57 kW / 78 PS. Später steigt die Leistung dieser Motoren auf bis zu 82 kW / 112 PS.

Mit dem syncro verwirklicht Volkswagen die Idee, endlich auch im Gelände mit dem Transporter vorwärts zu kommen.

Sechs Jahre nach seinem Debüt kommt es 1985 zu zahlreichen technischen Innovationen. Die Benzinmotoren erhalten einen Katalysator und der Dieselmotor einen Turbolader; der neue TD leistet 20 PS mehr als der Saugmotor. Vor allem aber der allradangetriebene Transporter „syncro“ mit einer Viscokupplung zur variablen Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse bereichert das Programm. „Ein Allradantrieb, der neue Maßstäbe setzt“, heißt es im Prospekt des Transporters „syncro“.

Dass der bei Steyr Puch in Österreich gebaute Transporter „syncro“ – insbesondere die Variante mit 16-Zoll-Fahrwerk – sogar manchem Geländewagen auf und davon fährt, spricht sich schnell herum. Der technische Aufwand für die 4×4-Varianten ist extrem: Neben der Höherlegung, den größeren Rädern samt anderer Bremsen und einem Kriechgang ausgelegten ersten Gang sind auch diverse Modifikationen und Veränderungen an der Karosserie notwendig.

Die quattro-Welle macht auch vor dem T3 nicht halt. Syncro im Feld- Wald- und Wieseneinsatz.

Eindrucksvoll stellt der Marathon-Rekordfahrer Gerhard Plattner mit seinem Team 1985 das große Potenzial des „syncro“ unter Beweis: mit einer Weltumrundung in nur 51 Tagen. Selbst eine Kollision mit einem Känguru und der folgende Überschlag hält das Team mit dem Transporter nicht auf. Am Ende der Reise steht ein Eintrag ins „Guinness Buch der Rekorde“. Fakt ist, dass sich in den folgenden Jahren rund 43.500 Neuwagenkäufer für einen allradangetriebenen T3 entscheiden.

Aber auch ganz andere Varianten beweisen die enorme Vielseitigkeit des neuen Transporters. So entstehen aus der Doppelkabine zum Beispiel faszinierende Studien und Sondermodelle wie der Magma „syncro“ und der TriStar „syncro“ – vielseitige Pickups, funktionell, cool und luxuriös gleichermaßen.

II. Der T3 als Camper:
Der California und Atlantic gelten als Reisemobil-Ikonen

Dank seiner idealen Raumausnutzung stellt der T3 eine hervorragende Basis für Reisemobile dar. Das erkennen viele damalige Startups, die heute etablierte Größen im Markt sind. Sie alle bauen den Kastenwagen zum Camper aus. Andere Unternehmen favorisieren abnehmbare Wohnkabinen. Ein Hersteller verlängert sogar ein Fahrgestell mit Fahrerhaus für einen großen Teilintegrierten; ein anderer entwickelt indes ein Dach, das abmontiert und umgedreht als Boot eingesetzt werden kann.

1988 brodelt es in der Gerüchteküche: Volkswagen wolle – so heißt es – als Fahrzeughersteller eigene Reisemobile produzieren. Und so kommt es dann auch: Als sich die Pforten des 88er Caravan-Salons in Essen öffnen, steht erstmals ein werkseigenes Reisemobil auf dem Volkswagen Stand: der California. Die Idee ist nicht ganz neu. Schon länger baut Westfalia auf Basis des Transporter ein Reisemobil namens „“Joker“. Der Grundriss dieses Ausbaus mit einer Klappsitzbank für zwei Personen im Fond, die sich bei Bedarf zur Liegefläche umbauen lässt, und eine schlanke Küchenzeile mit Kühlschrank, Gaskocher und Spüle sowie Stauraum auf der linken Seite hatte sich in den vergangenen Jahren bewährt. Doch der Joker ist für viele Kunden zu teuer. Und genau hier setzt Volkswagen an. Mit einer leicht reduzierten Ausstattung und einem analog günstigeren Preis startet der neue California zum Preis von nur 39.900 D-Mark durch. Und wird sofort ein Bestseller: Bereits nach einem Jahr sind 5000 Exemplare verkauft.

Der California: Seit 1988 das beliebteste Reisemobil auf Basis des Bulli.

Ein Partner für die Herstellung des neuen Reisemobils muss nicht lange gesucht werden. Westfalia wird mit der Produktion beauftragt. Wahlweise gibt es den California mit einem Aufstell- oder Hochdach aus GFK, das in beiden Fällen ein weiteres Doppelbett beherbergt. Damit avanciert der California zur „mobilen Ferienwohnung für vier Personen“, wie es im damalige Verkaufsprospekt heißt.

Aus logistischen Gründen gibt es den California nur in zwei Außenfarben: „Pastellweiß“ und „Marsalarot“. Auch die Liste der Zusatzausstattungen ist recht überschaubar. Doch optionale Features wie ein Kühlergrill mit Doppelscheinwerfern, die Stoßstangen vom Luxusmodell Carat sowie ein Dachspolier (statt Dachgepäckwanne beim Modell mit Aufstelldach) machen den California zu einem echten Blickfang.

Der California ist für vier Personen ausgelegt. Das gilt für die Sitzgruppe als auch die Anzahl der Schlafplätze.

1989 gesellt sich zum California ein umfangreich ausgestattetes Schwestermodell hinzu: der luxuriöse Atlantic zu einem Aufpreis von 7.000 D-Mark. Den Atlantic gibt es optional zudem auch als „syncro“ – eine Option, die dem California-Fahrer bis dato verwehrt blieb. Doppelt verglaste Fenster im Fond, eine Standheizung mit Zeitschaltuhr und eine zusätzliche Batterie sind Ausstattungsmerkmale der gehobenen Version. Ebenso gehören elektrisch verstellbare Außenspiegel sowie eine seitliche Kunststoffbeplankung zur Serienausstattung.

 

III. Der T3 als Bus und Van:
Der Caravelle und Multivan sind heute Kult in allen Altersklassen

Kurze Rückblende in das Jahr 1981: Zwei Jahre nach dem Start des T3 bereichert Volkswagen das Programm um einen edel ausgestatteten Bus: den Caravelle. Neben einer Innenausstattung im feinen Velours ist es die abgesetzte Zweifarblackierung, die den neuen Edel-Bulli von den „normalen“ Transportern mit neun Sitzplätzen differenziert. Vom Charakter her erinnert der Caravelle erstmals eher an einen gut ausgestatteten Pkw, als an ein Nutzfahrzeug. Doch damit nicht genug: 1983 stellt man dem Caravelle ein nochmals besser ausgestattetes Modell zur Seite: den Caravelle Carat. Er macht äußerlich durch wuchtigere Stoßfänger und einen Kühlergrill mit zwei eckigen Doppelscheinwerfern auf sich aufmerksam. Im Fond gibt es vier Einzelsitze, wovon sich die vorderen drehen lassen. Ein Klapptisch auf der linken Fahrzeugseite rundet das Innenraumkonzept ab. Auf Wunsch gibt es auch eine Klimaanlage mit Ausströmern im Dach für den Fond. Mehr geht immer: Die Firma Oettinger baut auf der Basis einer Volkswagen Entwicklung 1985 einen 121 kW / 165 PS starken Sechszylinder-Wasserboxer mit 3,2 Litern Hubraum in das Heck des Caravelle Carat. 1987 folg sogar eine 3,7-Liter-Version mit 132 kW / 180 PS.

1985 präsentiert Volkswagen auf der IAA in Frankfurt erstmals das Raumkonzept des Multivan.

Welch großes Potenzial das Konzept des Multivan bietet, beweisen ab 1988 zudem die Sondermodelle „Blue Star“ und „White Star“. Die edel und komplett ausgestatteten Freizeitfahrzeuge definieren den Begriff Großraumlimousine völlig neu. „Hannover Edition“ steht auf einer Plakette vorne am Fahrzeug; „die Stars unter den Großraumlimousinen“, heißt es in den Verkaufsunterlagen. Die Beliebtheit gerade dieser Varianten zeigt sich sogar nach dem offiziellen Ende des T3: Im Frühjahr 1992, bereits anderthalb Jahre nach Vorstellung des Nachfolgers T4, lässt Volkswagen mit der Limited Last Edition eine Sonderserie von 2.500 Fahrzeugen im Trim des „Blue Star“ aufleben. Und die ist im Handumdrehen ausverkauft. In Europa endet damit die Produktion des T3.

Kennzeichen des Multivan ist eine Rücksitzbank im Heck, die sich zu einer Liegefläche umklappen lässt.

In südafrikanischen Uitenhage wird der T3 allerdings noch bis 2002 weitergebaut; das letzte Modell dort ist der edle „Microbus Activ“. Am Ende sind 1,17 Millionen T3 aus Europa und 0,13 Millionen Exemplare aus Südafrika, die von der dritten Transporter-Generation gefertigt werden. Nach 40 Jahren touren immer noch überdurchschnittlich viele dieser T3 als Van- und Camper-Klassiker durch und um die Welt.
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 Bildnachweis. Volkswagen Nutzfahrzeuge 

Volkswagen Nutzfahrzeuge feiert 40 Jahre T3 auf der Techno Classica 2019.


Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) feiert auf der 31. Techno-Classica in Essen den 40. Geburtstag des T3. 1979 kam die dritte Generation des Kulttransporters auf den Markt. Mehr als 1,3 Millionen Exemplare wurden gebaut. Zwei davon stehen auf der Techno-Classica (10. bis 14. April) besonders im Fokus: ein aufwendig restaurierter 82er Bus aus Familienbesitz und ein 92er Limited Last Edition als eines der letzten in Europa gebauten Fahrzeuge der Serie. Eine Brücke in die 50er Jahre schlägt indes ein völlig anderes Highlight auf dem Stand von Volkswagen Nutzfahrzeuge: der erste T1, der als Radarblitzer im Straßenverkehr eingesetzt wurde.

T1 Radarmesswagen von 1953.

40 Jahre T3
Vor einem Jahrzehnt wurden die ersten T3 offiziell zu Oldtimern. Seitdem hat sich die zwischen 1979 und 1992 in Europa gebaute Baureihe fest in der Klassik-Szene etabliert. Ganz gleich ob als Bus, Multivan, Pritsche, Doppelkabine, Caravelle, Kastenwagen oder Camper – der T3 hat es längst geschafft, dem Schicksal normaler Gebrauchtwagen zu entgehen, um als multifunktionale Ikone ewig alt zu werden. Von seinen Vorgängern, dem T1 und T2, differenziert sich der T3 optisch unter anderem über sein geradliniges und weniger rundes Design. Motto: „Klare Kante“. Der in Essen gezeigte Bus und der Multivan Limited Last Edition zeigen stellvertretend, welch großes Spektrum an Modellen es heute noch gibt. Dass auch die T3 im Wert steigen, ist dabei ein offenes Geheimnis – gleichwohl gilt, dass die meisten Modelle noch immer erschwinglich sind. Nicht zuletzt deshalb – und aufgrund der robusten Technik – touren unzählige T3 als Globetrotter über die Kontinente.

Eines der Highlights auf der Techno Classica 2019: Bulli-Waffel am Stiel.

T3 Bus, Baujahr 1982
Wer seinen T3 in den Neuzustand zurückversetzen möchte, findet bei Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer in Hannover Unterstützung. Die Spezialisten restaurierten auch den in Essen gezeigten Bus. Der 1982 gebaute Achtsitzer befindet sich seit drei Generationen im Familienbesitz. Neu kostete der mit einem 37 kW / 50 PS starken Dieselmotor ausgerüstete Bus 26.882 D-Mark. Wert heute? Für die Familie auf jeden Fall deutlich höher als der damalige Neupreis. Sie entschied sich für die aufwendige Restaurierung des zeitgenössisch in beige-rot lackierten T3, weil mit diesem Bulli – wie so oft – unbezahlbare Erinnerungen verbunden sind. Heute fährt ihn übrigens ein Enkel der Erstbesitzer.

Der von VWN-Oldtimer restaurierter T3 von 1982 ist nun wieder im Neuwagenzustand.

T3 Limited Last Edition, Baujahr 1992
Der zweite in Essen präsentierte T3 war nie im Privatbesitz: die Nummer 2.500 von 2.500 produzierten Exemplaren der Limited Last Edition. Als einer der letzten T3 aus europäischer Produktion fuhr dieser Multivan direkt in die Sammlung der Stiftung AutoMuseum Wolfsburg. Zum 40. Geburtstag des T3 präsentiert Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer den 27 Jahre alten Neuwagen nun den Besuchern der Techno-Classica. Als dieser Van 1992 gebaut wurde, war der T4 als erfolgreicher Nachfolger bereits zwei Jahre auf dem Markt. Gleichwohl erfreute sich der T3 weiterhin derart großer Beliebtheit, dass die Limited Last Edition sehr schnell verkauft war. Die finale Sonderserie gilt als Hommage an das Konstruktionsprinzip des Boxermotors im Heck, denn mit dem T4 wechselte Volkswagen Nutzfahrzeuge auf Frontmotoren.

Der flexible Innenraum bei sehr kompakten Abmessungen machte den Multivan zum Star.

Bestellt werden konnte die Limited Last Edition entweder in „Orlyblau Metallic“ oder in „Tornadorot“; letztere ist auch die Farbe der Nr. 2.500. Für Vortrieb sorgten ein 1,6-Liter-Turbodiesel mit 51 kW / 70 PS oder ein 2,1-Liter-Benziner mit 68 kW / 92 PS. Den Benziner hat der in Essen ausgestellte T3 an Bord. Ausgestattet war die Limited Last Edition mit serienmäßigen Feinheiten wie Doppelscheinwerfern, Schiebefenstern, Zentralverriegelung, abgesenktem Fahrwerk, Leichtmetallfelgen, dem Radio „gamma“ sowie besonders edlen Sitzbezügen und einer Liegebank. Exklusiv: die fortlaufende Produktionsnummer der Serie auf der Fahrer- und Beifahrertür.

Der letzte T3 Limited Last Edition mit der Nummer 2500 steht nach der Techno Classica wieder im Automuseum Wolfsburg.

T1 Radarblitzer, Baujahr 1953
Weit zurück in die deutsche Wirtschaftswunderzeit führt der in Essen ebenfalls präsentierte T1 des Jahres 1953. Dieses ganz besondere Exemplar der Sammlung von Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer war der erste Bulli, den das Bundesland Niedersachsen als Radarblitzer für Schulungszwecke seiner Polizisten einsetzte. Nach dem der Wagen ausgedient hatte, verschwand er für 54 Jahre von der Bildfläche. Erst 2018 tauchte er in Hannover wieder auf und gelangte in den Besitz von Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer. Einem großen Publikum wird der Wagen erstmals auf der Techno-Classica gezeigt. Der Bulli-Radarblitzer versetzt die Autofahrer heute zum Glück nicht mehr in Angst und Schrecken, sondern gilt als wunderbar erhaltenes Puzzleteil der automobilen Welt von einst.

In dieser mobilen Amtsstube wurden die „Raser“ mit Hilfe des Radarmessgeräts VTG2 von Telefunken dokumentiert.

Kulinarische Stärkungen an den Pausen-Bullis
Weitere historische Bulli-Modelle auf dem Stand von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Halle 4 bieten keine direkten Einblicke in die Vergangenheit, sondern – als stilsichere, moderne Umbauten für die Gastronomie – Getränke und Speisen zur Stärkung der Techno-Classica-Besucher: Am Currywurst-Bulli – einem 71er T2 – gibt es einen kulinarischen Klassiker als „Volkswagen Originalteil“: die legendäre „Volkswagen Currywurst“. Die dazu passenden kühlen Erfrischungen können am 64er T1 BECK’s-Bulli geordert werden. Wer danach Lust auf einen Nachtisch hat, der schlendert zum Kaffee-Bulli rüber – eine 67er T1 Pritsche. Dort bieten die Mitarbeiter von Volkswagen Nutzfahrzeuge nicht nur Espresso und Cappuccino an, sondern erstmals auch die neuen Bulli-Waffeln in Form der Frontpartie eines T1.

Frisch aus dem Bulli: Der Genuss der Volkswagen Currywurst ist für viele Besucher der Techno Classica schon zum Ritual geworden.

Tickets für die Techno-Classica können online unter http://www.technoclassica-tickets.de bestellt und direkt auf das Smartphone geladen werden. Weitere Infos zur Messe gibt es unter http://www.siha.de.

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 Bildnachweis. Volkswagen Nutzfahrzeuge 

Neu am Kiosk: Gute Fahrt Sonderheft „30 Jahre VW California“.


1965 wurde der Folk-Pop-Song „California Dreaming“ ein Millionenseller und obwohl man bei VW in Hannover bereits mit dem T1 schon im Wohlmobilgeschäft war, ahnte man nicht, dass viele Menschen bald von einem VW Bus California träumen würden. Die Gute Fahrt widmet dem Traum vom California anlässlich des 30 jährigen Jubiläums ein 130 Seiten starkes Sonderheft zum Geburtstag. Wir haben reingeschaut.

30 Jahre sind in der Bus Historie von VW eher eine kurze Zeitspanne, davon werden 28 Jahre bereits von den Frontmotorbussen T4, T5 und T6 abgedeckt. Bleibt also im Heft nur ein kurzes Schiebefenster für den Start mit dem T3 und den guten alten Zeiten davor.

Das Campingbusgeschäft wickelte zunächst mal Westfalia ab, und das schon zu T1 Zeiten und vor fast 70 Jahren. Ein englischer Besatzungsoffizier hattte sich bei Westfalia eine herausnehmbare Wohneinrichtung für seinen VW Transporter kreieren lassen. Dafür zimmerte der Ausbauspezialist eine sogenannte Camping Box zusammen, mit der man dann aus dem Transporter eben einen Campingbus zaubern konnte. Bald darauf gingen die einzelnen Elemente in Serie und schon 1955 bot Westfalia auch eine „Export-Variante“ an, die, wie der Name es schon andeutet, etwas luxuriöser ausfiel. Und so wie sich der VW Bus weiter entwickelte, hielt man bei Westfalia Schritt. Höhepunkt war sicher der T2, von dem täglich zeitweise 125 Exemplare gefertigt wurden. Gerade in den USA war die Nachfrage nach den Bussen in der Post-Hippie-Ära enorm. Kein Wunder, dass man bei Westfalia auch auf Basis des T3 alsbald eine Variante für die Freizeit auf die Räder stellte.

Doch dann kam der Caravan Salon 1988. Dort war ein weisser T3 Campingbus mit fröhlich-buntem California-Schriftzug zu sehen. Der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Denn VW hatte das Westfalia-Modell so abgespeckt, dass es preislich nun nicht mehr an der Oberklasse kratzte, sondern zum Preis einer Kompaktlimousine vom Schlage eines Audi 80 oder Audi 90 in die Ferien gehen konnte.

Ab dem VW T4 nahm man in Hannover das Campingbusgeschäft in die eigenen Hände und verzichtete auf die Unterstützung von Westfalia. Dem Erfolg tat das keinen Abbruch und mittlerweile boomt das Geschäft mit den grossen und kleinen Bussen, auch weil es VW verstanden hat für jeden Bedarf ein passendes Ausstattungspaket zu schnüren, dass sich anhand des Zubehörkatalogs individuell noch weiter aufrüsten lässt.

Natürlich überrascht es nicht, wenn das Sonderheft sich in erster Linie um den T6 bemüht. Es geht nicht um Klassiker, die Campingbusgeschichte bei VW wird rasch erzählt, den restlichen Stellplatz überlässt man dem T6 in vielen Facetten und Varianten. Im Grunde genommen kann man es als kleine Kaufberatung verstehen, denn im Dschungel der Möglichkeiten ist letztlich nur das Budget das wahre Limit. Und damit hat sich der California bereits seit den T4-Modellen schnell wieder von seiner ökonomischen Grundidee verabschiedet. Doch der Erfolg gibt ihm recht.

Die gut und informativ geschriebenen Geschichten und die ausführlichen Infos transportieren eine Menge Know-how, dass man in einem Prospekt heute vergeblich suchen und finden wird. Schade, dass die Bilder meist aus der Pressedatenbank von Volkswagen Nutzfahrzeuge stammen. Gerade bei den älteren Modellen fällt einerseits auf, dass es sich nicht um zeitgenössische Aufnahmen handelt, zum anderen fällt der Blick eben auch immer wieder auf die selben zwei oder drei Busse der jeweiligen Modellreihe.

Unterm Strich ein solide gemachtes Heft für alle, die mit einem neuen California vom Schlage des T6 liebäugeln. Wer der Geschichte der Campingbusse von VW auf die Spur kommen will, bekommt hierin zumindest einen kurzen Überblick. Und das ist ja auch schon etwas zum Preis von € 6,90 an jedem Kiosk.

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Volkswagen Nutzfahrzeuge unterstützt das Bulli Summerfestival 2018


Der Countdown läuft: Am 2. August beginnt das zweite „Bulli Summerfestival“ in Wolfsburg. Die Location: Der Allerpark in der Volkswagen Stadt. Das Festivalgelände liegt direkt am Allersee mit eigenem Sandstrand. Auf den riesigen Grünflächen des Areals werden Bullis aus halb Europa zu sehen sein. Im letzten Jahr kamen rund 1.000 der Kult-Busse und -Camper nach Wolfsburg. Volkswagen Nutzfahrzeuge unterstützt auch 2018 das Festival und ist mit einem Spektrum verschiedener Camper dabei.

37870874_487340698374768_1486622411758501888_oUnter dem Motto „Wenn`s ein Bett hat, ist es ein Camper“, wird Volkswagen Nutzfahrzeuge Camper-Versionen der Generationen „T1“ bis „T6“ zeigen. Ein Modell dürfte dabei besonders im Rampenlicht stehen: der „T3“ als California. Das erste Modell der Reisemobil-Ikone ist 2018 genau 30 Jahre alt geworden und wird nun mit dem H-Kennzeichen der Oldtimer geadelt.

Wer sich für die Restauration eines Bulli interessiert, Rat oder den automobile Erfahrungsaustausch sucht, dem steht am gesamten Wochenende das Team von Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer zur Verfügung.

37781060_487340778374760_77631645544349696_oVerstärkung bekommen die Experten aus Hannover auf dem Stand zudem von den Mitgliedern der Gemeinschaft „Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer Aktiv“ – kurz VWNOaktiv. Es sind Fachleute, die früher unter anderem als Ingenieure für Volkswagen Nutzfahrzeuge tätig waren und heute im Ruhestand sind. Einige von ihnen haben zum Beispiel den T4 und T5 mit entwickelt. Seit 2011 engagieren sie sich für die Historie von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Im Rahmen des „Bulli Summer Festival“ wird das VWNOaktiv-Team auch im Automuseum verschiedene Bulli bezogene Führungen anbieten.

Für die Tagesgäste ist der Eintritt zum Festival-Gelände kostenfrei. Und zwar inklusive des mehrtägigen Musik- und Showprogramms auf den Festival-Bühnen (Headliner ist in diesem Jahr der deutsche Songwriter „Pohlmann“ mit Band). Nur wer mit seinem Bulli im Summercamp übernachten will, muss einen Stellplatz buchen. Besucher, die es sportlich mögen, können zudem Beachvolleyball spielen, Wakeboarden oder im Hochseilgarten des Allerparks klettern. Nicht verpassen: Die schönsten Bullis aller Generation werden in mehreren „Show & Shine“-Wettbewerben vorgestellt und ausgezeichnet.

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Das Bulli Summerfestival beginnt am Donnerstag (2. August) ab 16:00 Uhr und klingt am Sonntagnachmittag aus (5. August).
Die Location fürs Navi: Allerpark 4, 38448 Wolfsburg.
Weitere Infos: bullisummerfestival.de.

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Reisen auf eigener Achse – 30 Jahre California, mit dem Bus in die Freiheit.


Vor 30 Jahren kam der erste California auf den Markt. Es war der Start einer einzigartigen Erfolgsgeschichte. Volkswagen Nutzfahrzeuge feiert den Geburtstag der Reisemobil-Ikone auf der Techno-Classica in Essen (21. bis 25. März). Motto: „UNTERWEGS ZUHAUSE“. Ein Highlight ist dabei die Präsentation eines Ur-California im Neuwagenzustand – ein T3 des Jahres 1988.

Der California ist das erfolgreichste Reisemobil seiner Klasse, eine automobile Lebenseinstellung, ein Plädoyer für die Freiheit. Über vier Generationen wurden bislang 157.500 California verkauft. Ein wichtiges Detail verbindet dabei die Modelle von heute mit dem T3 der ersten Generation: das Aufstelldach. Ein Zelt in fast zwei Metern Höhe. Mehr braucht es nicht, um als California-Reisender wo auch immer auf der Welt zu sagen: „Home is where we park our camper“.

Retrospektive – die Ursprünge des California

Die Geschichte des California beginnt 1988 mit einem Reisemobil-Sondermodell auf der Basis der Transporter-Generation T3. Im Spätsommer wird dieser erste California auf dem Caravan Salon in Essen präsentiert. Es ist ein Jahr, durch das Whitney Houston die Globetrotter via Autoradio mit „One Moment in Time“
begleitet und Tom Cruise zusammen mit Dustin Hoffman in „Rain Man“ brilliert. In Deutschland ist Helmut Kohl Kanzler und in den USA Ronald Reagan Präsident.

Bestellt werden kann der erste California in den zwei Farben „Pastellweiß“ und „Marsalarot“. Die Interieur-Designer zeigen mit der weißgrauen und klar gestalteten Küchenzeile Stilbewusstsein. 39.900 DM kostet das Reisemobil. Der attraktive Preis, clevere Detaillösungen und die unverwüstliche Technik des Bulli machen den California sofort zum Bestseller – bereits im ersten Jahr sind 5.000 Exemplare verkauft. In der Folgezeit entwickelt sich der California vom Sondermodell zur eigenen Modellreihe, wird immer beliebter und überzeugt in nur drei Jahren 22.000 Reisemobilisten.

Der Wechsel vom T3 zum T4 gleicht im August 1990 einer technischen Revolution. Denn nach vier Jahrzehnten heckgetriebener Transporter mit Vierzylinder-Boxermotoren drehen die Nutzfahr-zeugspezialisten von Volkswagen den Spieß einfach um: Sie setzen den Motor nach vorn und treiben von dort aus die Vorderachse an. Damit ändert sich alles: das Design, das Fahrwerk, die Motoren und das Raumangebot. Vor allem im Heck gibt es nun deutlich mehr Platz. Und den nutzt der 1990 startende California T4 perfekter als jedes andere Reisemobil dieser Zeit aus. Slogan der Anzeigenmotive zur Markteinführung: „Hotel California. Ruhige Lage, komfortable Ausstattung, Panorama garantiert.“ Eine Anspielung an den Song der Eagles und das darin besungene Hotel in West-Hollywood. Wie „Hotel California“ wird auch der California T4 ein Hit und verkauft sich bis 2003 in rund 39.000 Exemplaren.

Es folgt mit dem T5 eine neue Komfortdimension der kompakten Reisemobile. Und doch bleibt auch dieser California dem innovativen Raumkonzept des Ur-California treu. Rund 55.000 mobile Menschen entscheiden sich bis 2015 für einen California T5, der längst der erfolgreichste Camper-Van seiner Klasse ist. Noch 2015 folgt der California T6; er stößt mit seinen zahlreichen Assistenzsystemen und maximaler Konnektivität die Tür in die Zukunft der Reisemobile auf. Auch dieser California wird zum Bestseller und bricht 2017 mit 15.155 Neuzulassungen den Jahresrekord der Modellreihe.

Fakt ist, dass die California von einst niemals zu gewöhnlichen Gebrauchtwagen wurden, sondern zu Klassikern ihrer Epochen reiften. In Deutschland erhalten die ersten California T3 gerade den Oldtimer-Status und damit das H-Kennzeichen. Die Chancen stehen gut, dass auch die folgenden Generationen in diese Hall of Fame der Klassiker aufgenommen werden. Denn alle California – ganz gleich ob Baujahr 1988 oder 2018 – besitzen Kultstatus. Und der ist zeitlos.

Wer übrigens beim Blick in die Bordküche des auf der Techno-Classica gezeigten California T3 Appetit bekommt, der ist auf dem Stand von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Halle 7.0 ebenfalls bestens aufgehoben. Denn dort wird das „Volkswagen Originalteil“ serviert – die legendäre Currywurst. Mit in Essen dabei ist zudem ein „Becks“-Bulli von 1963 – an dem können sich die Messe-Besucher mit dem passenden Getränk zum „Volkswagen Originalteil“ versorgen.

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