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Ein Bild und seine Geschichte: heute. Touristenfahrt.


Niedlich, wie sie da zu dritt für den Fotografen possieren. Wirtschaftswunderzeit, alle sind satt. Man gönnt sich was. Einen frühen Käfer, vielleicht mit Rheumaklappen? Die Damen sind happy, der Mann hat den Krieg überlebt und ein Auto und einen Fotoapparat mit Film kann man sich auch leisten. Wohin soll es also zu Kaffee und Kuchen gehen? 

An diesem Sonntag ging es in die Eifel. Genauer gesagt, an und auf den 1927 eröffneten Nürburgring. Eine wenn nicht die spektakulärste Rennstrecke der Welt, die mit ihren über 20 km Streckenlänge in die Landschaft der Hocheifel eingepflanzt wurde. Charakteristisch sind die eigensinnigen Namen der unzähligen Streckenabschnitte: „Antoniusbuche“, „Fuchsröhre“, „Schwedenkreuz“, „Flugplatz“, „Hohe Acht“, um nur einige zu nennen. Sie alle sind mit Tafeln markiert. In diesem Fall mit der am „Schwalbenschwanz“.

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Die Tafeln hat man aber nicht für die Rennfahrer aufgebaut, damit die wissen, hinter welchem halsbrecherischen Streckenabschnittoder  welcher nächsten Kuppe oder Kurve gerade der Tod auf sie lauert. Seit Anbeginn war der Nürburgring als Test- und Versuchsstrecke für die Automobilindustrie vorgesehen. Für eine handvoll Rennen im Jahr hätte sich die Investition in der Eifel alleine nicht gelohnt. Darüber hinaus dann noch als Touristenattraktion: Den Nürburgring konnte man befahren. Gegen Entgelt gab es eine Karte für eine Runde Touristenfahrt. Selbst Busse durften da rumkurven. Die schnellste Einbahnstrasse der Welt, wenn man sich messen wollte. Was viele taten und dafür mit einem Haufen Schrott nach Hause kamen, weil sie eben die Strecke trotz der schönen Tafeln nicht kannten.

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Unsere Vier nehmen es gelassener. Sie nehmen sich sogar eine Auszeit, um sich und das Erreichte zu inszenieren. In diesem Fall den „Schwalbenschwanz“ auf dem Nürburgring. Die Damen im Sonntagskleid der 50er Jahre. Lang und keusch, der Herr im Anzug. In der Hand mit einer Mappe oder einem Ordner. Wird er darin die Bilder der vorausgegangen Ausflüge aufbewahrt haben? Auf jeden Fall sind sie stolz auf sich, auf das Erreichte und auf das Ziel. Und sie scheuen sich nicht, sich als Touristen zu verstehen. Denn dann hat man es ja zu was gebracht. Und das war wichtig.

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Neu am Kiosk: Porsche Klassik – Magazin für Sportwagen #10


In der Geschichte von Porsche – und so alt ist sie verglichen mit anderen Herstellern gar nicht – gibt es keine Massenmodelle. Jedes gefertigte Fahrzeug ist für sich betrachtet eine kleine Ikone.  Umso kapriziöser ragen die Fahrzeuge heraus, die aufgrund ihrer Geschichte ganz besonders herausragen. Sei es aufgrund prominenter Vorbesitzer, wegen interessanter Rennerfolge oder gar aus einer Kombination aus beidem. Wie dem auch sei, zum Saisonabschluss nimmt uns Porsche Klassik #10 mit auf Raritätensuche. Wie ein Trüffelschwein durchforsten wir das herbstliche Heft nach ganz besonderen Exemplaren.

Los geht’s mit einem ganz besondern Porsche 914. Es ist der erste Rennwagen des „Jägermeister Racing Teams“, ein Porsche 914/6, der in den USA wieder aufgespürt werden konnte. Der Rennwagens aus den 1970er Jahren und sein damaliger Pilot Eckhard Schimpf, späterer Teammanager des „Jägermeister Racing Teams“ haben wieder zusammen gefunden. Legendär, möchte man sagen.

Ebenfalls wieder beieinander  sind der ehemalige Vorsitzende des Porsche-Clubs Südafrika und sein 58er Porsche 356 A. Der 356er war Gunns erster Porsche, musste aber einer offen Version weichen. Irgendwann bereute der ehemalige Besitzer das und erzählt hier die Wiedersehens-Geschichte mit seinem Ex-Coupé. Leidenschaft, möchte man sagen.

Ganz besonder rar sind natürlich Prototypen oder Vorserienwagen, das ist auch bei Porsche nicht anders. Umso spannender die Ausfahrt von Porsche Klassik mit dem „911 F 22, Prototyp Sportpaket 2“, einem Versuchsträger für die späteren 911 Carrera Club Sport Modelle. 31 Jahre nach den Abstimmungsfahrten geht es mit dem Prototypen auf ebene jene Landstrassen rund um Weissach und auf der Schwäbischen Alb, wo der kleine Bruder des 911 SC RS den letzten Schliff erhalten hatte. Faszination, möchte man sagen.

Die ganz besonderen Raritäten würde man natürlich in den Heiligen Hallen bei Porsche vermuten. Aber es gibt noch andere Orte, an denen man einige der seltensten Porsche finden kann: Lee Maxted-Page hat in Nord-Essex eine penibel eingerichtete Werkstatt und Garage, in der sich seltene Porsche-Kleinode der britischen Insel finden lassen. Wer zum Beispiel den original Siegerwagen von Le Mans, den 917 mit #23 sucht, hier wird er fündig. In Stuttgart steht nur eine Replica. Exklusiv, möchte man sagen.

Ein Quartett ganz besonderer Art machte sich im Sommer auf nach Sizilien. Porsche Urgesteine Herbert Linge, Günther Steckkönig, Gijs van Lennep und Vic Elfort liessen auf den alten Streckenabschnitten der Targa Florio nochmals die Fetzen fliegen. Ob Porsche 718 RS 60 Spyder, 356 B 1600 Carrera GTL, 911 2.7 RS Touring, Carrera RSR oder Abarth Carrera, auf dieser Zeitreise gehörte niemand zum alten Eisen. Spektakulär, möchte man sagen.

Apropos Altes Eisen: was wäre der 911er ohne die Fuchs-Felge. Oder umgekehrt, was wäre die Fuchs-Felge ohne den 911er. Darüber lässt sich trefflich spekulieren. Wie es aber zum Einsatz der Fuchs-Felge auf dem 911er kam, das ist eine andere und sehr spannende Geschichte. Historie, möchte man sagen.

Das und noch viel mehr gibt es für € 8,00 an jedem Kiosk, wenig Geld für so viele Raritäten, möchte man sagen.

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Thank you, Major Hirst! – Ein Wegbereiter für das Wirtschaftswunder bei Volkswagen.


Sein Name ist mit dem Aufstieg von Volkswagen zum größten deutschen Automobilhersteller untrennbar verbunden und doch nicht jedem bekannt: Major Ivan Hirst trug als Senior Resident Officer der britischen Militärregierung zwischen August 1945 und April 1949 Verantwortung für Volkswagen. Er stellte die Weichen für die rasante Entwicklung der Volkswagenwerk GmbH im Wirtschaftswunder und machte die Briten zu Mit-Vätern des heutigen Automobilkonzerns.

Ivan Hirst wurde am 1. März 1916 in Greenfield nahe Manchester in eine Unternehmerfamilie hineingeboren. Bereits als Kind atmete er die ölhaltige Luft der elterlichen Fabrik für feinmechanische Geräte, Messapparate und Uhren. Während des Studiums der optischen Ingenieurswissenschaften in Manchester stellten sich entscheidende Weichen für den jungen Ivan Hirst: Er besuchte militärische Ausbildungslager, und durch ein studentisches Austauschprogramm kam er Mitte der 1930er-Jahre das erste Mal nach Deutschland. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Hirst als Captain einberufen und kam 1940 nach Frankreich, wo er mit nur 24 Jahren ein Bataillon kommandierte. Mit der Schaffung des „Corps of Royal Electrical and Mechanical Engineers“ (REME), das mit der Instandhaltung der komplexen Militärtechnik beauftragt war, ergaben sich für Ihn neue Möglichkeiten in der British Army. Hirst war ab 1943 als Major in der Panzerreparatur eingesetzt. Insbesondere bei der Etablierung einer REME-Großwerkstatt in der Nähe von Brüssel, konnte er 1944 wertvolle Erfahrungen für seine spätere Tätigkeit in Wolfsburg sammeln.

Als britische Offiziere aufgerufen wurden, sich für den Einsatz in der britischen Militärverwaltung in Deutschland zu melden, zögerte Hirst nicht. Sein erster Auftrag führte ihn 1945 nach Wolfsburg, wo das Volkswagen Werk mit dem Eintritt der Briten in ihre Besatzungszone von US-amerikanischen Truppen in deren Treuhandschaft übergeben worden war. Mit Pragmatismus, Umsicht und Gespür für das Notwendige etablierte er im Werk eine zentrale REME-Reparaturwerkstatt. Der am 22. August 1945 ergangene Produktionsauftrag über 20.000 Volkswagen Limousinen ließ ihn aus der Rüstungsruine eine funktionierende Fabrik machen. Das Anlaufen der Serienproduktion am 27. Dezember 1945 war das sichtbare Zeichen des Neuanfangs. Trotz immenser Probleme bei der Versorgung der Belegschaft mit Nahrungsmitteln und Wohnraum, sowie unzureichender Transportmöglichkeiten und Materiallieferungen lief der „Käfer“ vom Band.

Hirst sorgte für Qualitätsverbesserungen am Fahrzeug, für den Aufbau eines Händler- und Servicenetzwerks. Er brachte den Deutschen eine gehörige Portion Vertrauen entgegen, als er im November 1945 erstmals Wahlen für einen Betriebsrat anordnete. Demokratie und Entnazifizierung hielten Einzug. Als die ersten Fahrzeuge 1947 in die Niederlande exportiert wurden, hatte Hirst ein florierendes Unternehmen aufgebaut, für das nun ein deutscher Verantwortlicher gesucht wurde. Mit Heinrich Nordhoff, dem ehemaligen Opel-Manager, fanden die Briten den Mann, der das Unternehmen nach der Übergabe in deutsche Hände im Oktober 1949 in den Nachkriegsaufschwung führte.

„Ivan Hirst war der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, fasst Dr. Manfred Grieger, Leiter der Historischen Kommunikation der Volkswagen Aktiengesellschaft, seine Stärken zusammen. „Mit seiner Begeisterung für Technik und Autos und seiner Fähigkeit zur Improvisation, aber auch durch seine den Menschen zugewandte und konsequente Art des Umgangs mit den Deutschen trug Hirst entscheidend dazu bei, dass es einen Neuanfang für die von den Nationalsozialisten gegründete und zunächst auf der Demontageliste der Briten stehende Fabrik gab.“ Hirst verließ Wolfsburg im August 1949, als sein Auftrag erfüllt war und übernahm andere Aufgaben in der britischen Militärverwaltung. Ivan Hirst starb am 9. März 2000. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Saddleworth, in der Nähe seines Geburtsorts. Die Historische Kommunikation der Volkswagen Aktiengesellschaft vergibt seit seinem Todesjahr den nach ihm benannten Ivan-Hirst-Preis an herausragende Nachwuchswissenschaftler.

Mittlerweile ist die entscheidende Rolle der Briten und Ivan Hirst für die heutige Volkswagen Aktiengesellschaft bekannt. Die bedeutende Phase wurde durch die Veröffentlichung einer Hirst-Biographie und der Würdigung der britischen Zeit im Volkswagen Werk dokumentiert. Der Besuch, den Major General Henderson als oberster Repräsentant der britischen Streitkräfte in Deutschland im Sommer 2013 mit einer Gruppe hochrangiger deutscher und britischer Militärangehöriger dem Werk abstattete, war ein sichtbares Zeichen der engen Verbundenheit zwischen dem Unternehmen und seinem britischen Mit-Vater.

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Neu am Kiosk: VW Classic #13. Das Magazin für historische Volkswagen.


Noch vor wenigen Tagen konnte man mit seinen Klassiker durch herrliche Altweibersommer-Wochenenden fahren. Aber der Oktober liess die Durchschnittsmperaturen doch merklich sinken. Bald kommen die Frostnächte, Zeit eine Winterpause einzulegen, um vom Frühjahr zu träumen. Die 13. Ausgabe von VW Classic macht das Träumen leichter. Das aktuelle Heft widmet sich schwerpunktmässig dem VW Bulli. Natürlich kommen auch Freunde des Käfers nicht zu kurz. Und für die jünge Geschichte von Volkswagen steht stellvertretend der VW K 70: Das aktuelle Heft streift wieder durch die volle Geschichte. Lesenswert inszeniert und spannend in Szene gesetzt. Das Träumen kann beginnen.

Die Ausgabe Nummer 13 geht dem Nimbus des Bullis nach. Ganze 46 Seiten sind dem Sympathieträger gewidmet: Ob T1 aus Brasilien, T3 Doka mit WBX-6, den kräftigen Wasserboxern von Oettinger mit 6-Zylinderpower oder aber dem Multivan-Vorgängern mit Wohnmobilausbau. Bulli love aus Hannover (und Wolfsburg) ohne Ende.

Schon früh wurden Volkswagen auch ausserhalb Deutschlands gebaut. In Afrika oder Südamerika. Weniger bekannt ist dagegen die Karmann Ghia Produktion aus der Schweiz. Drei Jahre, von 1957 bis 1960, deckte der Schweizer Importeur den Bedarf aus eigener Produktion, der Montage Suisse. Und da gab es doch einige Unterschiede zu den Schwestermodellen aus Osnabrück zu bestaunen.

Die Titelstory widmet sich einer ganz besonderen Liason. Eine Familie aus Oldenburg hat ihrem 62er Käfer einen New Beetle zur Seite gestellt, der viele Design- und Ausstattungsfeatures des Originals dazu bekommen hat. Von den bauchigen Chromradkappen bis zum Sitzbezug. Selbstverständlich sind beide auch in der selben Aussenfarbe lackiert. Mal sehen, wann der New Beetle alleine eine Story hergeben wird.

Da kann der T3 Doka mit zeitgenössischem Oettinger-Tuning schon eher herhalten. Einst für das spanische Königshaus mit 140 PS WBX-6 entstanden, prescht er heute seinen T3-Kollegen davon. 165 km/h Spitze und der sonore 6-Zylindersound sind etwas für Kenner der Luftgekühlten.

Als der T3 vorgestellt wurde, war man bei VW bereits auf Wasserkühlung umgestiegen. Selbst Dieselmotoren hatten Einzug gehalten. So geht VW Classic 40 Jahre später mit einem 50 PS Golf GTD auf Spurensuche an die Orte der Pressevorstellung des Golf D. Eine nagelnde Reise nach Schweden zum Nachfahren.

Ein Diesel ganz anderer Art fuhr für VW Rekorde ein. Der ARVW mit 6-Zylinderturbodiesel heimste 1980 in Nardo sechs Klassenrekorde ein. Die 175 PS starke Flunder bekam den bei Audi entwickelten 6-Zylinder Diesel implementiert, der ohne Turbo im LT sein Tagwerk verrichtete. Am Ende setzte man den späteren Formel 1 Piloten Keke Rosberg ans Steuer und fuhr auf dem 12,6 km langen Oval eine schnelle Runde nach der anderen. Und das bei nur 13,6 l Verbrauch bei konstant 250 km/h. Oh Wunder.

Darüber hinaus viel Wissenswertes aus der Szene, u.a. die Reportage über

  • das Boxer Motor Revisions Seminar in Münster
  • das Jahrestreffen der Bullikartei
  • sowie News, Jubiläen, Veranstaltungen und Tipps aus der Community.
  • Dazu wie immer viele Tipps aus der Szene: Teile, Bücher, Treffen

Das aktuelle Heft ist für den Preis von € 6,90 an jedem Kiosk erhältlich. Die erste Traum kann wirklich kommen.

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Jubiläum: Der 9.000 Käfer für Israel rollt 1968 vom Band.

Volkswagen ist Felix: Die „Garage Felix“ in Tel Aviv steht seit 70 Jahren im Dienste ihrer Kunden


  • Vor 70 Jahren eröffnete die „Garage Felix“ in Tel Aviv.
  • Nur 15 Jahre später ist sie der führende Volkswagen Händlerbetrieb in Israel.
  • Mit ihren 100 Beschäftigten ist die „Garage Felix“ bis heute ein erfolgreicher Händlerbetrieb im Herzen der israelischen Metropole.

In Tel Aviv öffnete im April 1946 eine kleine Werkstatt ihre Tore.  Die Autos wurden damals oft auf dem Bürgersteig vor dem Haus repariert, weil in der Werkstatt selbst nicht genug Platz war. Dies war der Nukleus des bis dato sehr erfolgreichen Volkswagen  Händlerbetriebes in Israel, der bis heute als „Garage Felix“ unter dem Vornamen ihres Gründers Felix Burian firmiert.

Als Felix Burian auf der Flucht vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten mit seinen Eltern im Jahr 1938 nach Palästina kam, war noch lange nicht abzusehen, dass er einmal  der „Mister Volkswagen“ Israels werden würde. Die jüdische Familie aus Wien fand sich in ungewohnten Verhältnissen wieder, und der bald 14-jährige Felix entschied sich pragmatisch für eine Ausbildung zum Mechaniker – er arbeitete  in verschiedenen Werkstätten, die allesamt von Einwanderern aus Deutschland geführt wurden, und erlernte sein Handwerk. Als er sich gemeinsam  mit einem Geschäftspartner 1946 selbstständig machte, hatte er bereits vielfältige Erfahrungen gesammelt.

Die Werkstatt von Burian und seinem Partner Cornfeld boomte. Die Kunden schätzten den professionellen Service. Deshalb fiel der Betrieb den Vertretern der Volkswagenwerk GmbH auf, als sie 1959 auf der Suche nach Partnerbetrieben durchs Land reisten, in dessen Straßen damals noch nicht einmal 50.000 Autos fuhren. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse galt Israel als Zukunftsmarkt. Volkswagen seinerseits genoss in Israel hohes Ansehen, was nicht zuletzt an der stets wachsenden Zahl privater Fahrzeugimporte erkennbar war. Zudem wollten viele Werkstätten Volkswagen Werkstatt werden.

Burians Werkstatt war ab 1960 einer von fünf geplanten Betrieben landesweit: Zwei befanden sich in Tel Aviv, zwei in Haifa und einer sollte in Jerusalem entstehen. Der Händlervertrag brachte Vorteile beim Erwerb von Spezialwerkzeugen und höhere Rabatte beim Erwerb von Neufahrzeugen, um das Interesse am Verkauf von Neufahrzeugen zu unterstützen. Wie stets, wenn Volkswagen in einem neuen Markt die Herzen der Menschen und für sich steigende Absätze gewinnen wollte, standen den Händlern Berater zur Verfügung, die bei allen Fragen vom Erscheinungsbild des Händlerbetriebs bis zum Kundenservice unterstützten.

Felix Burian mit den Mitarbeitern seines Betriebes. Ihr engagierter Service wurde von den Kunden hoch geschätzt.

Felix Burian mit den Mitarbeitern seines Betriebes. Ihr engagierter Service wurde von den Kunden hoch geschätzt.

Generalimporteur Mordechai Auerbach, der Volkswagen aus Belgien importierte, geriet jedoch geschäftlich stark unter Druck und die angeschlagene Liquidität des Generalimporteurs führte dazu, dass bereits von den Kunden bezahlte Fahrzeuge durch den Importeur nicht beim Zoll ausgelöst werden konnten. In dieser Situation mussten die Händler in die eigenen Taschen greifen, um ihre Existenz zu retten. Burian: „Und da habe ich die Fahrzeuge erneut bezahlt, es waren ja meine Kunden, die wären weg gewesen.“ Burian nahm Geld auf zur Auslösung von Fahrzeugen und Ersatzteilen aus dem verpfändeten Depot Auerbachs. Das Vertrauen in den insolventen und kopflos agierenden Generalimporteur war erschüttert. Die Volkswagenwerk Aktiengesellschaft  setzte daher 1965 einen neuen Generalimporteur ein. Mit der Entscheidung für Aaron Guthwirt und seine Champion Motors (Israel) Ltd. fiel die Wahl auf ein Unternehmen, das in Wolfsburg wegen seiner Funktion als Generalimporteur bereits für Malaysia und Singapur gut bekannt war.

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Garage Felix verkauft auch immer ein bisschen Geschichte mit.

Mit dem bis heute in Israel tätigen Importeursunternehmen verbesserte sich die Lage. Auch für die „Garage Felix“ brachen erfolgreiche Jahre an. Sie wurde geradezu zum Synonym für Volkswagen in Israel. Wurden 1966 noch knapp 700 Fahrzeuge nach Israel exportiert, so waren es drei Jahre später bereits annähernd 5.500.

VW Anzeige der gaarge Felix in Tel Aviv auf deutsch.

VW Anzeige der gaarge Felix in Tel Aviv auf deutsch.

Felix Burian erinnert sich gerne an seine Zeit mit Volkswagen. „Zufriedene Kunden, das mag doch jeder“, sagt er verschmitzt und fügt hinzu: „Schließlich haben wir gute Produkte zu verkaufen!“ Er übergab seinen Anteil an der „Garage Felix“ im Jahr 2000. Allerdings: Ganz loslassen kann Felix Burian auch mit über 90 Jahren nicht: Zuweilen schaut er in der Werkstatt vorbei. Die neuen Besitzer Amir Turner und Rahamim Eliakim und ihre Mitarbeiter begegnen ihm mit Respekt und Zuneigung. Sie setzen die Tradition fort, was insbesondere zehn ihrer Kunden zu schätzen wissen, die der „Garage Felix“ und Volkswagen bereits seit 50 Jahren die Treue halten.

Seit 67 Jahrenb verheiratet. Felix und Netty Burian leben in Tel Aviv.

Seit 67 Jahrenb verheiratet. Felix und Netty Burian leben in Tel Aviv.

 

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Neu am Kiosk: Porsche Klassik – Magazin für Sportwagen #9


Der Paradigmenwechsel zeichnete sich bei Porsche 1976 ab. Front- statt Heckmotor, Wasser- statt Luftkühlung. Drei Jahre nach VW schien Porsche im modernen Automobilbau angekommen zu sein und die Nähe zum VW Käfer verlassen zu wollen. Den Motor im 924er übernahm man aus dem VW-Konzern von Audi, für das Unternehmen hatte man 1933 den Auto Union Grand Prix Rennwagen mit 16-Zylindermotor konstruiert. Alles schien irgendwie in der Familie zu bleiben.  Welche eigene Kraft allerdings die Marke Porsche und die Fahrzeuge haben, das kann man wieder einmal zur Saisoneröffnung in der Porsche Klassik #9 erfahren.

Das Zeitfenster eröffnet einen wunderbaren Blick auf den Porsche 718 RSK mit Ricardo Rodriguez in der Steilkurve auf dem Meadowdale Raceway im Jahr 1959. Mit dem 718 RSK sind wir eigentlich schon mittendrin im Thema des Heftes. Dem Mittelmotor.

Das Mittelmotor-Spezial widmet sich eines geschichtlichen Abrisses dieser Motoranordnung bei Porsche. Das beginnt 1953 mit dem 550 Spyder und geht weiter zu den 718er Modellen. Während diese noch für die Rennsporterfolge aufgelegt werden, sollen deren Nachfolger, der 914/6 und der Boxster Geld in die Kasse spülen. Der Reiz des Mittelmotors liegt in seiner Auswirkung auf das Fahrverhalten. Und das macht bei Porsche ja von jeher seinen ganz besonderen Reiz aus. Auf geht’s auf grosse Fahrt.

In der Cover-Story hatte Porsche-Klassik das Glück und das Vergnügen einen ganz besonderen Porsche zu besuchen. Während Janis Joplin nämlich einen Mercedes-Benz vom lieben Gott  besang, fuhr sie lieber ein 356er SC-Cabriolet aus der Stuttgarter Nachbarschaft, das sie sich im typisch psychedelischen Hippie-Look der 60er Jahre lackieren liess. Der Gebrauchtwagen der Hippie-Ikone kam nach unbekannt unter den Hammer. Sicher wird er irgendwo wieder auftauchen. Bis zum Wiedersehen muss die Story in Porsche Klassik reichen.

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Hippie-Look in den 60ern, Sponsorfarben in den 70ern. Statt Miitelmotor nun Transaxle. Die Rede ist vom 924er, der bereits im ersten Modelljahr mit einem Sondermodell anlässlich des Gewinns der Sportwagen-WM beehrt wurde. Die weissen Fahrzeuge waren aussen mit Klebern im Look des Motorsportsponsors Martini verziert, ein Look, der sich auch innen auf Sitzen und Polstern fortsetzte. Obwohl das alkoholische Getränk nie genannt wurde, ist das limitierte Sondermodell in der Szene als Martini-Porsche bekannt. Porsche Klassik nimmt uns mit auf eine Zeitreise.

Eine Zeitreise der besonderen Art bietet das Louwman Museum in Den Haag an. Hier werden die originalen Porsche der Rijkspolitie ausgestellt. Ob 356er Cabriolet, 911 Tara oder 924er, in den Niederlanden konnte man auf den Autobahnen nicht entkommen. Über 500 Porsche waren während 35 Jahren dort im Einsatz. Schnell und autoritär. Die Geschichte der Autobahngeschichte beginnt ab Juli im Museum in den Niederlanden und beleuchtet einen interessanten Aspekt der Porsche Geschichte.

Hinter den Kulissen bei Porsche war früher Otto-Ulrich Filius tätig. Im Rückblick stellt Porsche Klassik den ehemaligen Chefverkäufer auf dem nordamerikanischen Markt vor, der sich einen Dienstwagen in Zwetschgenbalu-Metallic über de Atlantik schippern liess. Wieso, weshalb und warum, das ist schon eine ebenso interessante Geschichte.

Gefeiert wird auch: 100 Jahre Targa Florio. Dieses Langstreckenrennen über die Landstrassen Sardiniens war jahrzehntelang einer der Saisonhöhepunkte im Sportwagenrennen-Kalender. Und Porsche war fast von Anfang an dabei, nämlich schon 1922 mit dem von Porsche konstruierten Austro-Daimler „Sascha“. Natürlich siegreich. Wie auch die späteren Wagen von Porsche auf der Insel.

Apropos Sportwagenrennen: niemand hat dieser Seite des Motorsport so ein Denkmal gesetzt wie Steve Mc Queen im Film-Epos „Le-Mans. Siegfried Rauch, alias Erich Stahler und Konkurrent von Michael Delaney, den Mc Queen spielt, erinnert sich an seine Freundschaft mit dem amerikanischen Filmstar und einen Besuch in Bayern als Steve gar nicht mehr von Schweinebraten mit  Knödeln weg wollte.

Das und noch viel mehr gibt es für € 8,00 an jedem Kiosk, wenig Geld für viel Kraft und einen schönen Überblick über die Paradigmenwechsel von Porsche. Nicht nur beim Frontmotor.

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Neu am Kiosk: VW Classic #12. Das Magazin für historische Volkswagen.


Was? Schon wieder eine neue Ausgabe von VW Classic am Kiosk? Dann wird es höchste Zeit, die Winterarbeiten fertig gebracht zu haben. Schliesslich weisen Ausgaben mit geraden Nummern auf den Frühlingsanfang hin , Ausgaben mit ungeraden Nummern kündigen hingegen den Herbst und die salzige Jahreszeit an. Solche Gegensätze ziehen sich auch durch die Historie von Volkswagen. Luft- oder wassergekühlt, Heck- oder Frontantrieb, Limousine oder Cabriolet, Transporter oder Bus. Das aktuelle Heft wird dieser Geschichte mit spannenden Stories und anspruchsvoller Fotografie gerecht. Die erste Ausfahrt kann kommen.

Die Ausgabe Nummer 12 ist dem Käfer-Nachfolger gewidmet: dem Golf, genauer gesagt, dem Wolf im Golfpelz, besser als GTI bekannt. Interview mit ehemaligen Managern und Technikern beschreiben die Erfolgsstory der Generationen  1 bis 4.

Die Aufmacher Story führt passend zur Jahreszeit mit dem T2-Camper von Westfalia nach Mumbai in Indien. Aber der Bus muss die Fernreise ohne uns antreten: er ist bereits da. Und gehört einer indischen Familie, die sich damit einen 30 Jahre währenden Traum erfüllte.

Tuning war bereits zu luftgekühlten Zeiten en vogue. Mattschwarze Haube, Talbot-Spiegel und ganz sportlich auch mit Frontspoiler. Der wurde übrigens im Hause „Kamei“ erfunden und sollte dem Auftrieb an der Käfer Vorderachse im Zaum halten. VW Classic besucht einen Sammler, der die Kreationen von Karl Meier sammelt.

Ganz im Gegensatz zum einfachen Tuning von Kamei war es um die Rometsch Modelle bestellt. Diese seltenen Sonderkarosserien der 50er Jahre aus Berlin waren seinerzeit ungefähr so teuer wie ein 356er und ihre Besitzer nicht minder prominent wie die Rometsch Modelle selbst. Das VW-Sammler Gespann Grundmann (Vater und Sohn) haben nun das Rometsch Erbe in einem Museum zusammen getragen….Wunderschön.

Während die Rometsch Banane etwas für Kenner war, sollte der Fridolin einfach nur ein Packesel sein. Im Auftrag der Deutschen Post entwickelte und fertigte VW gemeinsam mit Westfalia und Karmann den Typ 147, den sich auch die Schweizer Post in den Fuhrpark der Alpenrepublik stellte. Eine schöne Entwicklungsgeschichte abseits vom Käfer-Alltag bei VW in den 60ern.

Bevor ein T1 Barndoor wieder auf die Strasse rollt, musste er erstmal entdeckt werden. Zufällig aufgenommen Bilder aus Griechenland lösen eine wilde Suche aus, die mit dem Kauf eines T1 aus dem ersten Baujahr belohnt wird. Vor der Restaurierung beginnt die Geschichte mit dem Aufspüren und Retten eines ganz frühen Barndoor Busses auf der Insel Samos, die Restaurierung wird dagegen ein Kinderspiel.

Darüber hinaus viel Wissenswertes aus der Szene, u.a. die Reportage über

  • das VW Käfer Treffen in Döbeln
  • die Modellautos des Typs Karmann Ghia
  • sowie News, Jubiläen, Veranstaltungen und Tipps aus der Community.
  • Für die Wasserkühler: U.a. das GTI Treffen am Wörthersee ganz im Sinne der drei Zeichen: 40 Jahre GTI:
  • Dazu wie immer viele Tipps aus der Szene: Teile, Bücher, Treffen

Das aktuelle Heft ist für den Preis von € 6,90 an jedem Kiosk erhältlich. Die erste Ausfahrt kann wirklich kommen.

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