Am Samstag, 20. Dezember 2025, verwandelt sich Hannover erneut in ein funkelndes Lichtermeer: Die beliebte „Twinkle-Light-Cruise“ geht in ihre siebte Runde. Treffpunkt für alle Teilnehmenden ist die Culemannstraße (Einfahrt vom Maschsee). Ab 17:00 Uhr sammeln sich die Fahrzeuge in der Culemannstraße, um 18:30 Uhr startet der Konvoi auf einen rund einstündigen Rundkurs durch die City.
Neue Streckenführung: Von der Culemannstraße geht es vorbei am Neuen Rathaus, über den Aegidientorplatz, durch die Sophienstraße und direkt zum Georgsplatz (keine Umfahrt um die Oper). Anschließend führt die Route über Markt- und Leinstraße, vorbei an den „Göttinger Sieben“, über die Waterloostraße und das Arthur-Menge-Ufer zurück zur Culemannstraße. Kurzfristige Änderungen vorbehalten.
Acht bunte VW Busse fahren beim traditionellen Umzug mit
Vom T1 bis zum ID. Buzz zeigt VWN alle Generationen aus Hannover
Wenn am Sonntag, den 6. Juli, um Punkt 10 Uhr das Kommando „Im Doubliertritt, Marsch!“ am Neuen Rathaus der Landeshauptstadt Hannover ertönt, startet der weltgrößte Schützenausmarsch – und mittendrin: eine ganz besondere Bulli-Parade von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Acht VW Busse, von der ersten Generation T1 bis zum vollelektrischen ID. Buzz, rollen durch die Innenstadt Hannovers und feiern 75 Jahre Bulli-Geschichte.
Bulliparade Schützenausmarsch zum grössten Schützenfest der Welt
Die Parade zeigt eindrucksvoll die Entwicklung des Kultfahrzeugs seit 1950 – und damit auch fast 70 Jahre Produktionstradition am Standort Hannover (Produktionsstart des VW Bus in Hannover-Stöcken am 8. März 1956). Die Fahrzeuge begleiten den traditionellen Festumzug gemeinsam mit über 150 Vereinen, 100 Musikzügen und zahlreichen Festwagen auf dem Weg zum Schützenplatz. Mehr als 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauer werden entlang der Strecke erwartet.
„Der Bulli ist weit mehr als ein Fahrzeug – er ist ein Stück gelebte Geschichte. Dass er seit fast sieben Jahrzehnten in Hannover gebaut wird, verbindet unsere Stadt untrennbar mit diesem Kultsymbol. Die Parade zeigt eindrucksvoll, wie unsere Heritage in jedes neue Modell einfließt – vom T1 bis zum ID. Buzz“, sagt Thomas Zwiebler, Leiter von Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer.
Thomas Zwiebler, Leiter Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer.
Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer: Erinnern. Erleben. Erhalten. Die historischen Fahrzeuge stammen aus dem Bestand von Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer. Mit viel Leidenschaft und Fachwissen restauriert das Team originale Bullis in Werksqualität – für Liebhaber, Sammler und Events.
Zum Schützenausmarsch und Schützenfest: Der Schützenausmarsch ist das Herzstück des größten Schützenfestes der Welt, das vom 4. bis 13. Juli auf dem Schützenplatz gefeiert wird. Rund 200 Schausteller:innen, drei Festzelte, zahlreiche Fahrgeschäfte und ein buntes Familienprogramm machen das Fest zu einem Highlight für alle Generationen.
75 Jahre Bulli-Treffen von 16. bis 18. Mai 2025 am Salzburgring bei kostenlosem Eintritt
Rahmenprogramm für die Familie inklusive Foodtrucks, Livemusik, Probefahrten, „Walk the ring“ sowie Austausch mit Gleichgesinnten
Stellplätze im Campingbereich seit Monaten ausgebucht, Bulli-Fahrer aus ganz Europa werden erwartet
Zahlreiche historische Modelle von T1 bis zur aktuellen Bulli-Familie (Multivan, California, Transporter, ID. Buzz) stehen bereit
Volkswagen Nutzfahrzeuge Österreich lädt von 16. bis 18. Mai zum 75 Jahre Bulli-Treffen am Salzburgring ein. Die Stellplätze am Gelände des Salzburgrings sind seit Monaten ausverkauft, kostenlose Tickets für Tagesgäste sind noch verfügbar. Es werden zahlreiche historische Bulli aller Generationen und mehrere tausend BesucherInnen pro Tag erwartet.
Midsommar: „Sofie“ auf einem Ausflug in Stockholm.
„Die Faszination Bulli begleitet viele unserer Kunden bereits ihr ganzes Leben. Bulli ist ein Lebensgefühl, die Fangemeinde ist ungemein loyal und vor allem gut vernetzt: Das zeigte sich bereits im Vorfeld als binnen weniger Tage alle rund 500 Stellplätze ausgebucht waren“, sagt Miriam Walz, Markenleiterin Volkswagen Nutzfahrzeuge und erläutert weiter: „Das Bulli-Treffen ist das erste dieser Art in Österreich. Es werden alle Bulli-Generationen vor Ort sein und wir präsentieren auch die aktuelle Bulli Familie bestehend aus Multivan, California, Transporter und dem vollelektrischen ID. Buzz. Das ganze Nutzfahrzeuge-Team hofft nun auf gutes Wetter und freut sich auf das Event!“
8. März 1950: Geburtsstunde des ersten Transporters
Volkswagen Nutzfahrzeuge feiert 75 Jahre Bulli. Er ist das am längsten gebaute Nutzfahrzeug Europas. Am 8. März 1950 fuhr der erste Transporter – kurz T1 genannt – in Wolfsburg vom Band. Seitdem folgten ihm – ab 1956 in Hannover produziert – mehr als 12,5 Millionen weitere Bulli. Damit ist er zugleich das erfolgreichste europäische Nutzfahrzeug aller Zeiten. Kult seit einer Ewigkeit. Vom T1 bis zum T6.1 der sechsten Generation lieferte stets eine Plattform die Basis für alle Derivate – vom Transporter bis hin zu den Camper-Ikonen. Doch das Zeitalter der E-Mobilität machte eine Transformation des Allrounders und damit einen Paradigmenwechsel notwendig: „Aus einem Bulli für alle“ wurde deshalb „für jeden der richtige Bulli“.
Den Aufbruch in die neue Epoche markierte 2021 der aktuelle Multivan – ein Freizeit- und Business-Van mit optionalem Plug-in-Hybridantrieb. Ihm folgte 2022 mit dem ID. Buzz der erste vollelektrische Bulli in Großserie. 2025 nimmt nun als dritte Baureihe die ebenfalls neue Transporter-Baureihe Fahrt auf. Das aktuelle Bulli-Programm besteht damit aus drei Säulen mit sechs Grundmodellen: dem Multivan und dem baugleichen California, dem ID. Buzz und dem Nutzfahrzeug ID. Buzz Cargo sowie dem Transporter und der technisch identischen Shuttle-Version Caravelle. Sie alle tragen noch heute die DNA des multifunktionalen T1 in ihrem Design und konstruktiven Layout.
16. bis 18. Mai, Tagestickets mit Vorabregistrierung kostenlos
Das Bulli-Treffen am Salzburgring hat Festivalcharakter, die Stellplätze am Gelände sind seit Monaten ausverkauft. Kostenlose Tagestickets sind aber noch verfügbar (Vorabregistrierung über 75 Jahre VW Bulli Treffen am Salzburgring). Es werden mehrere tausend BesucherInnen erwartet.
Das Rahmenprogramm bietet eine Heritage-Ausstellung (vom T1 bis zum ID. Buzz GTX), Probefahrten, zahlreiche Foodtrucks, Livebands, Kinderprogramm sowie Austausch mit gleichgesinnten Bulli-Fans aus ganz Europa. Am Sonntag besteht die Möglichkeit den Salzburgring zu Fuß zu erkunden („Walk the ring“). Zudem können Kinder die Fahrerlagerkurve der Rennstrecke mit Straßenmalkreide gestalten.
Bulli aller Generationen – ausgestellt oder für Probefahrten bereit
Es sind zahlreiche Bulli-Raritäten aller Generationen vor Ort, eine kleine Auswahl im Folgenden: Bei einem Bulli-Treffen darf der so genannte „Sambabus“ (T1) nicht fehlen. Der „Sambabus“ war die Luxusvariante des T1 und wurde ab 1951 produziert. Der Kleinbus mit Zweifarblackierung, Faltschiebedach und Fenstern rundum bietet bis zu neun Reisenden Platz. Der Boxer-Motor bringt es auf 31 kW/42 PS, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 105 km/h. Der Sammlerwert eines Modells in gutem Zustand ist entsprechend hoch.
Ein weiterer Blickfang ist der „Coca-Cola“-Bulli aus 1976 (T2). Der Kastenwagen mit speziellem Laderaum-Ausbau leistet 37 kW/50 PS.
Ein T3 in limitierter Auflage ist der T3 Multivan Limited Last Edition aus dem Jahr 1992. Diese Sonderserie wurde zum Ende der Produktion des T3 1992 aufgelegt und war auf 2.500 Fahrzeuge limitiert. Der 4-Zylinder-Boxer Motor bringt es bei 68 kW/92 PS auf eine Höchstgeschwindigkeit von 141 km/h. Als Gebrauchtwagen ist diese Serie mit exklusiver Ausstattung bereits besonders begehrt.
Mit dem T4 änderte sich ab August 1990 das Konzept grundlegend: So wanderte der Motor vom Bus-Heck in die Front, ebenso war der Vorderradantrieb ein Novum. Der ausgestellte T4 Multivan Allstar aus dem Jahr 1994 ist ein besonderes Showcar, denn er ist nahezu neuwertig.
Porsche Renntransporter recharged
Die Marke Porsche hat sich in Österreich zum Jubiläum etwas Besonderes einfallen lassen: Sie schlägt mit der Neuinterpretation des Renntransporters eine Brücke aus der Motorsport-Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft: So präsentiert sich der vollelektrische ID. Buzz GTX mit Allradantrieb im ikonischen roten Dress des historischen Porsche-Renntransporters. Der Salzburgring bietet für die Premiere den idealen Rahmen.
Der VW Renntransporter Typ T2a der Porsche AG (Weissach Bus) aus 1967 zieht einen Anhänger der Sportabteilung aus demselben Jahr und ist eine Leihgabe des Porsche Automuseums von Helmut Pfeifhofer in Gmünd. Am Anhänger wird ein 911 ST Rallyeauto aus dem Jahr 1969 stehen. Der VW T2a war die zweite Generation des Transporters und ein direkter Nachfolger des T1. Der T2a war in verschiedenen Varianten erhältlich, darunter als Pritschenwagen und geschlossener Transporter, und fand breite Anwendung im Gewerbe. Der T2a war auch die Basis für Sonderfahrzeuge wie Renntransporter, die in den 1960er-Jahren eingesetzt wurden, um Rennwagen und Ausrüstung effizient zu Veranstaltungen zu bringen.
Volkswagen Nutzfahrzeuge feiert 2025 „40 Jahre Allradantrieb“. Motto: „Wo wir fahren, brauchen wir keine Straßen.“ Fakt ist: Der T3 und T4 syncro sowie später der T5 und T6 4MOTION haben einen starken Beitrag dazu geleistet, dass der „Bulli“ zur Ikone der Globetrotter und der oftmals auf unbefestigtem Gelände rangierenden Handwerker und Camper wurde. In Bremen blickt Volkswagen Nutzfahrzeuge nun zurück auf 40 Jahre Allrad und gleichzeitig nach vorn. Denn auch die siebte Generation des Bulli – Multivan, California, Transporter, Caravelle und ID. Buzz – gibt es mit Allradantrieb.
Seit 1985 gibt es jede Generation mit Allradantrieb.
In die Sahara mit dem T2: Der erste T3 syncro ging 1985 in Serie. Doch die Story der Allradabenteuer mit dem Bulli begann viel früher – in den 70er-Jahren mit dem Entwicklungschef der Transporter Baureihe: Gustav Mayer (1925–2014). Der liebte das Reisen und die Herausforderung und deshalb zog es ihn immer wieder mit einem T2 in die Sahara. Doch den T2 gab es bekanntlich ausschließlich mit Heckantrieb. Da Gustav Mayer aber irgendwann keine Lust mehr hatte, seinen Bulli in den Wüsten Nordafrikas vom Sand freizuschaufeln, konstruierte er mit seinem Team einfach einen Allrad-T2. Die Tests des ersten Prototyps, einige wieder in den Dünen der Sahara, verliefen positiv. 1978 startete der Aufbau von fünf T2-Versuchsfahrzeugen mit zuschaltbarem Frontantrieb. Doch der T2 – 1967 eingeführt – steuerte da bereits auf das Ende seines Lebenszyklus zu. Deshalb war es der T3, der als erster Bulli einen Allradantrieb erhielt.
T2: Schon Mitte der 70er Jahren dient ein T2 als Entwicklungsträger zum allradangetriebenen VW Bus.
1985 debütiert der T3 syncro: Der T3 war von Beginn an nicht nur als Nutzfahrzeug, sondern immer auch als Werkzeug für die ganz großen Reisen rund um den Globus gedacht. Weil es so ein Fahrzeug als geräumigen Bus einfach nicht gab. Die Bodenstruktur des 1979 zuerst mit Heckantrieb vorgestellten T3 sah deshalb von Beginn an Platz für eine Kardanwelle sowie ein Vorderachsdifferenzial und damit für einen Allradantrieb vor. Doch die Entwicklung bis zur gewünschten Perfektion und einer für die Ewigkeit anmutenden Robustheit brauchte ihre Zeit. 1985 war es endlich so weit: die ersten Transporter und ersten Caravelle syncro kamen auf den Markt. Für die Serienentwicklung und den Bau der syncro-Varianten war Volkswagen eine Kooperation mit Steyr-Daimler-Puch eingegangen. Das Unternehmen galt in der Branche als hoch kompetenter Spezialist für die Entwicklung und die Fertigung von Allradfahrzeugen. Deshalb erfolgte auch die Endmontage des T3 syncro im Steyr-Daimler-Puch-Werk in Graz.
Der allradangetriebene Transporter syncro mit seiner Viskokupplung bereichert ab 1985 das stetig wachsende Programm.
Ein Bulli als Geländewagen: Im Gegensatz zu den T2-Versuchsfahrzeugen hatte der T3 syncro keinen zuschaltbaren Allradantrieb, sondern – viel komfortabler – eine via Kardanwelle permanent eingebundene Vorderachse. Für ihre Integration war eine Viscokupplung zuständig. Sie erwies sich als sehr robust und zeigte unter nahezu allen Bedingungen eine perfekte Performance. Ein weiterer Vorteil der Viscokupplung war die Tatsache, dass auf das sonst übliche Zwischendifferenzial, das üblicherweise die Drehzahlendifferenzen zwischen Vorder- und Hinterachse ausglich, verzichtet werden konnte, auch diesen Job übernahm die silikonölgefüllte Kupplung. Ein mehrteiliger Unterfahrschutz bewahrte die Allradtechnik bei Offroad-Abenteuern vor Beschädigungen. Zudem fanden andere Federn und härtere Stoßdämpfer Verwendung. Damit stand die Karosserie der syncro-Modelle 60 Millimeter höher. In Sachen Getriebe entscheiden sich die Ingenieure für ein 4+G-Getriebe, das vier klassische Vorwärtsgänge und einen sehr kurz übersetzten Geländegang für den Offroad-Einsatz besaß.
Optional konnte man für den T3 syncro auch eine Differenzialsperre bestellen.
Als extra gab es zudem jeweils Differenzialsperren an der Vorder- und Hinterachse sowie ein Schlecht-Wege-Paket. Letzteres beinhaltete unter anderem verstärkte Antriebswellen, einen Schwingungsdämpfer im Antriebsstrang und diverse Karosserieversteifungen. So ausgestattet, punkteten die syncro-Modelle mit einer Bodenfreiheit von 215 Millimetern vorn, einem Böschungswinkel von 22 Grad sowie einem Rampenwinkel von 24 Grad. Damit hatte der Bulli antriebstechnisch das Niveau von Geländewagen erreicht – das allerdings mit sehr viel mehr Platz und Komfort an Bord für die großen Abenteuer des Lebens.
Auf Basis der Doppelkabine entsteht das Sondermodell TriStar.
T3 mit 16-Zoll-Rädern als Pritschenwagen: Für extremste Geländeeinsätze gab es den T3 syncro ab 1987 sogar mit 16 Zoll großen Rädern und umfangreichen Modifizierungen am Fahrwerk und an der Karosserie, größer dimensionierten Bremsen und einer serienmäßigen Hinterachssperre. Die Verstärkungen erhöhen die Nutzlast im Gelände auf eine Tonne. Die Bodenfreiheit wuchs auf 246 Millimeter (+25mm). 2.138 dieser Heavy-Duty-Allradler – von insgesamt 45.478 gebauten T3 syncro – verließen bis 1992 die Grazer Hallen und begleiteten Expeditionen, Weltreisende, Forst- und Handwerksbetriebe. Nur rund 60 dieser Volkswagen auf dem Level von Expeditionsfahrzeugen wurden als Pritsche mit Ladefläche aufgebaut, betrug doch der Mehrpreis für den syncro-Antrieb und den 16-Zoll-Umbau rund 50 Prozent gegenüber der heckgetriebenen Pritschenvariante. Heute einen solch frühen Allrad-Pickup als Oldtimer zu finden, ist kaum mehr möglich. Aktuell wird eine noch seltenere DoKa von 15 jemals gebauten auf Kleinanzeigen angeboten.
Einer der ersten T3 16“ syncro bei Testfahrten.
1993 kommt der T4 syncro auf den Markt: Ein echter Weltrekordler stand auf der Bremen Classic Motorshow 2025 direkt neben der syncro-Pritsche. Es ist ein T4 Multivan syncro aus dem Jahre 1999, mit dem ein Team von Volkswagen Nutzfahrzeuge vor 26 Jahren schneller und unproblematischer als jemals Reisende zuvor per Achse die legendäre Panamericana von Alaska nach Feuerland bewältigte. Doch bevor dieses Abenteuer starten konnte, musste der T4 erst einmal entwickelt werden. Rückblick: Als 1990 mit dem T4 die neue und nun vierte Transporter-Generation von Volkswagen debütierte, war das eine technische Revolution: neues Design, neuer Antrieb, neue Motoren, neues Konzept. Der Boxer stieg aus dem Ring. An seine Stelle traten moderne, wassergekühlte Vier- und Fünfzylindermotoren, die nicht mehr im Heck, sondern im Bug arbeiteten und die Vorderräder antrieben – mit Vorteilen auf der ganzen Linie: Der Laderaum im T4 war niedriger und besser zugänglich. Vor allem befand sich der Fahrer- und Beifahrersitz nun hinter der Vorderachse; und das verbesserte die passive Sicherheit. 1993 komplettierte Volkswagen das Programm um den neuen T4 syncro, dessen Viscokupplung jetzt für die Kraftübertragung von vorn nach hinten sorgt
T4 Doppelkabine mit Pritsche.
Im Multivan T4 syncro auf Rekordkurs: Dass Volkswagen Nutzfahrzeuge mit dem allradgetriebenen T4 erneut eines der weltweit besten Abenteuerfahrzeuge im Programm hatte, manifestierte der Erfinder des Bulli wie skizziert im Jahre 1999 mit der Weltrekordfahrt von Alaska nach Feuerland. Zwei Teams waren am 25. September des Jahres in Alaska von Prudhoe Bay im US-Bundesstaat Alaska aufgebrochen, um über die längste Nordsüdverbindung des amerikanischen Kontinents – die Panamericana – das in Argentinien liegende Ushuaia zu erreichen. Bis auf einen größeren Tank, Zusatzscheinwerfer auf dem Dach sowie Plexiglasscheiben vor den Scheinwerfern entsprach die Technik der Fahrzeuge der Serie. Zu den Herausforderungen für Mensch und Maschine gehörte die Tatsache, dass der Zustand der Panamericana aufgrund eines Erdbebens in Mexiko und zahlreicher Unruhen in Südamerika alles andere als ideal war. Gleichwohl erreichte der erste T4 Multivan syncro – Kennzeichen WOB AZ 152 – mit den professionellen Globetrottern Andreas Renz und Matthias Göttenauer an Bord nach exakt 15 Tagen, 14 Stunden und 6 Minuten und 22.880 Kilometern das Ziel und damit einen Eintrag in das „Guinness Buch der Rekorde“. Auch der zweite T4 Multivan syncro erreichten – aufgrund schwerer Unwetter ein paar Tage später – das Ziel. Die Rekordfahrt des Multivan T4 syncro war für Volkswagen Nutzfahrzeuge der finale Anstoß, noch leistungsfähigere Allradfahrzeuge zu konzipieren. Damit wurden der T4 syncro zur Initialzündung für die Entwicklung der PanAmericana-Modelle – erst als Sondermodell (T4), dann als Sonderserie (T5) und seit dem T6 als Allterrain-Ausstattungsversion.
Der T4 syncro auf seiner Rekordfahrt Richtung Feuerland.
2004 kommt der T5 als 4MOTION auf den Markt: 2003 stellte Volkswagen Nutzfahrzeuge als Weltpremiere den T5 vor. Stärkere Motoren und vor allem das elektronische Stabilitätsprogramm ESP verlangten nach einem neuen Allradsystem. Das stand ab 2004 mit der ebenfalls neuen Bezeichnung 4MOTION bereit. Das zentrale Element des 4MOTION-Systems war nun eine in einem Ölbad laufende Lamellenkupplung, die axial zusammengedrückt wurde. Den Druck erzeugten zwei Pumpen. Je mehr Druck auf den Lamellen lastete, desto größer war die Kraftübertragung und damit die Einbindung der Hinterachse. Dank der schnellen Reaktionszeit der Lamellenkupplung war es nun möglich, die Hinterachse erst dann stufenlos einzubinden, wenn an einem der Vorderräder ein Traktionsverlust auftrat. Im Normalbetrieb hatten die als Transporter, Caravelle, Multivan und California lieferbaren 4MOTION-Modelle deshalb Frontantrieb. Und das sparte Kraftstoff.
Mit dem 4Motion Antrieb sind auch schwere Gelände befahrbar.
4MOTION wird elektronisch gesteuert: 2010 debütierte eine weiterentwickelte 4MOTION-Variante mit einer neuen Lamellenkupplung und einer nun elektronisch gesteuerten Hochdruckpumpe, die in einem Reservoir ständig einen Öldruck von 30 bar bereitstellte. Schlupf an der Vorderachse war somit nicht mehr erforderlich, um die Hinterräder zur Mitarbeit zu überreden. Über die ESP-Sensoren erhielt die Hochdruck¬pumpe ihre Information bereits dann, wenn die Räder quasi gerade beginnen wollten, Traktionsverlust zu zeigen. Innerhalb einer hundertstel Sekunde stand nun die Kraft an den Rädern zur Verfügung, an denen sie gebraucht wurde. Zudem konnte das neue 4MOTION-System so gut wie alle Fahrzustände souverän abdecken.Darüber hinaus ging es selbst dann vorwärts, wenn ein Rad in der Luft hing – hilfreich war dabei ein optionales Hinterachs-Sperrdifferenzial. Ab 2015 wurde das 4MOTION-System mit der elektronisch gesteuerten Lamellenkupplung für die sechste Generation der Baureihe (T6) adaptiert und ab 2019 im T6.1 eingesetzt.
Die optionale Hinterachssperre kompensiert die geringe Verschränkung des Fahrzeuges.
Trio der drei ältesten bekannten VW Busse erstmalig gemeinsam zu sehen
#1 – März 1950 – Der vom ersten Produktionstag
#2 – Juli 1950 – Der Sinalco Bus
#3 – August 1950 – Sofie – Der älteste straßenzugelassene Bulli
“Luftgekühlte Szene” trifft sich am 01.Mai auf dem 42. Maikäfertreffen am Messegelände in Hannover
Trio der drei ältesten bekannten VW Busse.
Volkswagen Nutzfahrzeuge feiert 75 Jahre Bulli auf dem diesjährigen Maikäfertreffen in Hannover. Er ist der Begründer des Segments und das am längsten gebaute Nutzfahrzeug Europas. Am 8. März 1950 fuhr der erste Transporter – kurz T1 genannt – in Wolfsburg vom Band. Seitdem folgten ihm – ab 1956 in Hannover produziert – mehr als 12,5 Millionen weitere Bulli. Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer präsentiert auf dem diesjährigen Maikäfertreffen die drei ältesten bekannten VW Busse der Welt. Das ist eine Weltpremiere, denn die drei Bullis waren bisher noch nie gemeinsam zu sehen.
Die drei T1 sind zusammen 225 Jahre alt.
Das Treffen für luftgekühlte Käfer und Bulli ist für viele Enthusiasten der Start in die Saison mit ihrem automobilen Schätzen und quasi ein Pflichtevent. Für die Liebhaber und Interessierten dieser Kult VW Fahrzeuge ist es die wohl beste Gelegenheit, die bunte Vielfalt der luftgekühlten Automobile zu genießen.
Alle drei Fahrzeuge auf dem Stand von VWN Oldtimer stammen aus den ersten Produktionsmonaten und werden mit ihren großen Heckklappen umgangssprachlich auch „Barndoor“ genannt. Sie sind Zeitkapseln, die jeden beim Anblick in eine längst vergangen Zeit versetzen und zum Träumen anregen.
Der persönliche Austausch mit den Fans ist für das Team von VWN Oldtimer beim Maikäfertreffen immer eine Herzensangelegenheit. Wie in den letzten Jahren sind die Stände von VWN Oldtimer, Volkswagen Classic und Volkswagen Classic Parts in direkter Nachbarschaft zueinander.
Die drei Fahrzeuge in chronologischer Reihenfolge:
Bulli #1 – Fahrgestellendnummer 10:
T1 – Produktionsdatum 08.03.1950
Der VW-Lieferwagen Typ 29 wurde als zehntes „Serienfahrzeug“ der am 8. März 1950 anlaufenden Serie produziert. Optisch unterschied sich die Version vom Prototyp zum Beispiel durch die nun waagerecht verlaufenden Lüftungsschlitze im Heckbereich und den in den Motorrraum verlegten Tankeinfüllstutzen.
Es gab damals noch keine Vorserien und so wurden die ersten Fahrzeuge für die interne Nutzung verwendet. Dieses Exemplar war bis 1964 im Werkseinsatz und wurde während dieser Zeit auch aus Sicht der Nutzer optimiert. Was heute noch an der – damals nicht erhältlichen – Heckscheibe zu erkennen ist. Der Bulli blieb nach seiner aktiven Zeit im Werk als Zeitdokument im Unternehmen und zog 1985 in das AutoMuseum an der Dieselstraße in Wolfsburg, wo das Fahrzeug bis heute ausgestellt ist.
Bulli #2 – Fahrgestellendnummer 1502:
Mit der zeitgenössischen „Sinalco“-Werbung fällt dieser T1 besonders auf.
Am 11. Juli 1950 lief dieser Transporter vom Band. Schon in den ersten Jahren erlitt das Fahrzeug in seinem Einsatz einen massiven Unfallschaden und wurde damals „zeitgenössisch“ mit den zu dem Zeitpunkt erhältlichen Teilen wieder instandgesetzt. Dabei ging es scheinbar nicht um eine hundertprozentige Reproduktion des Auslieferungszustandes des Modells von 1950 sondern darum, dass Fahrzeug möglichst bald wieder auf die Straße zu bekommen. Denn es war ja ein Nutzfahrzeug, welches möglichst schnell wieder seinen Dienst verrichten sollte.
Nach einer langen nicht dokumentierten Laufbahn bekam der auffällige Bulli zur Expo 2000 in Hannover eine aufwändige Restaurierung die dem Zeitgeist der 2000er entsprach. Somit wurde Wert auf eine saubere handwerkliche Arbeit gelegt aber es stand nicht im Vordergrund den Zustand von 1950 exakt wieder herzustellen. Aus Zeitgründen wurden bei der Restaurierung nicht alle Reparaturspuren die sich seit 1950 angesammelt hatten, beseitigt.
Original nachgebildet wurde aber die frühe Sinalco-Lackierung und Beschriftung in Zusammenarbeit mit dem Limonadenhersteller und so leuchtet weiterhin dieses historische Werbedokument auf dem Bulli.
Das Fahrzeug befindet sich in der Sammlung des Zeithaus der Autostadt und wird dort immer wieder ausgestellt.
Bulli #3 – Fahrgestellendnummer 1880:
T1 – Sofie – Produktionsdatum 05.08.1950.
Produziert am 5. August 1950 und anschließend ausgeliefert nach Hildesheim, um dort im gewerblichen Dienst seinem Bestimmungszweck, Waren von A nach B zu bringen, nachzukommen.
Nach diesem Einsatz verschwindet der VW-Bus fast zwanzig Jahre in privaten Sammlungen, bevor er erst Anfang der 90er Jahre durch einen Bulli-Liebhaber aus Dänemark wieder in den Verkehr gebracht wird. In Anlehnung an den ersten T1 der je nach Dänemark ausgeliefert wurde tauft er sein Schmuckstück „Sofie“. Denn dieser hieß ebenfalls so.
Seit 2014 ist der taubenblaue Kastenwagen in der Sammlung von Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer.
Sie ist zwar die Jüngste im Trio, aber der älteste bekannte VW Bus mit Straßenzulassung. Und so fährt sie heute noch immer mal wieder durch die Gegend und erfreut die Menschen am Straßenrand.
Weitere Bulli Events:
T1 – Sofie – Produktionsdatum 05.08.1950.
Die nächsten Termine zum Bulli Jubiläum ist das Bulli-Wochenende in der Autostadt (24. und 25. Mai) sowie das Bulli&Coffee Treffen am VWN Werk in Hannover am 1. Juni.
• Mit dem T4 kam vor 35 Jahren der erste frontgetriebene Volkswagen Transporter auf den Markt
• Der rund zwei Millionen Mal produzierte T4 führte die Nutzfahrzeuge von Volkswagen in eine neue technische Ära
Es ist ein Paradigmenwechsel, mit dem das Nutzfahrzeug-Programm von Volkswagen vor 35 Jahren neu ausgerichtet wird: Im September 1990 – nach 6,7 Millionen produzierten T1, T2 und T3 mit dem Motor im Heck – beginnt mit der Markteinführung des T4 die neue Ära der Frontmotor-Transporter. Erstmals in der Geschichte des Bulli wird nun allein die Vorderachse angetrieben. Moderne Reihenmotoren mit geregelten Katalysatoren ersetzen die in Ehren ergrauten Boxermotoren. Mehr als zwei Milliarden D-Mark hatte das Unternehmen zuvor in den neu entwickelten Bulli investiert. Eine gute Investition, wie sich herausstellen sollte.
Der Caravelle war die komfortable PKW-Variante des T4.
Im September 1990 – wenige Wochen bevor Ost- und Westdeutschland wieder eins werden – liefert Volkswagen die ersten Exemplare des neuen T4 an den Handel. Während Europa neu zusammenwächst, ändert sich auch mit dem Wechsel vom Heck- auf den Frontantrieb beim neuen T4 alles: das Design, das Fahrwerk, die Motoren und das Raumangebot. Vor allem im Heck, wo beim nun abgelösten T3 noch der Boxermotor seinen Platz beanspruchte, steht jetzt deutlich mehr Raum zur Verfügung. Das neue Antriebs- und Fahrwerkslayout rückt die Performance des Transporters noch näher an die eines Pkw. Signifikant verbessert hat Volkswagen zudem die Crasheigenschaften der völlig neuen Karosserie.
Der T4 war der erste Bulli den man mit Heckflügeltüren bestellen konnte.
Das Plus an Raum erhöht die Vielseitigkeit der Baureihe Erstmals bietet Volkswagen den Transporter nun mit zwei unterschiedlichen Radständen an. Zudem ermöglicht die neue Karosseriekonstruktion auch eine Tiefladepritsche und ein modulares Fahrerhauskonzept für branchenspezifische Aufbauten. Der Multivan indes nutzt den zusätzlichen Platz im Innenraum mit seiner vielseitigen Ausstattung aus Liegefläche, Klapptisch und Einzelsitzen in der zweiten Reihe besonders gekonnt aus. Für die Einrichtung der Reisemobil-Ikone California bringt das Frontmotor-Konzept ebenfalls völlig neue Freiheiten mit sich.
1990 zeigt Volkswagen auf dem Caravan Salon den neuen California auf Basis des neuen Transporter (T4).
Neue Vier- und Fünfzylinder zum Start und ab 1993 wieder Allradantrieb Zur Markteinführung wird der neue Bulli mit drei Benzinern und zwei Saugdieseln angeboten – Vier- und Fünfzylinder mit einem Leistungsspektrum von 44 kW (60 PS) bis 81 kW (110 PS). Alle Fünfzylinder-T4 sowie der Caravelle GL und der Multivan besitzen von Anfang an eine Servolenkung. Optional können die Fünfzylinder zudem mit einem Automatikgetriebe kombiniert werden. Ab 1993 bietet Volkswagen wieder einen Allradantrieb für den Bulli an: den T4 syncro. Der Allradantrieb setzt einen Fünfzylindermotor voraus, ist allerdings für alle Aufbauten und Ausstattungsvarianten verfügbar.
Die Schalttafel des T4.
Volkswagen Nutzfahrzeuge wird eigenständig und der T4 perfektioniert 1995 wird Volkswagen Nutzfahrzeuge eine eigenständige Marke der Volkswagen AG. Ein Jahr später erhält der T4 eine umfassende Modellpflege. Die Pkw- respektive Camper-Versionen sind an weißen statt gelben Blinkern sowie dem nun vom Design favorisierten, freundlichen „Happy Face“ zu erkennen. Parallel wird die Frontpartie des Multivan, Caravelle und California verlängert. Scheibenbremsen rundum, energieabsorbierende Stoßfänger, ein neues Räderprogramm und keilförmig zulaufende Scheinwerfer werten die gesamte Baureihe deutlich auf.
Luxuriös mit Happy-Face, der T4 Highline.
Besonders groß sind die Veränderungen unter der Motorhaube. Als erster Turbodiesel-Direkteinspritzer (TDI) treibt ein 2,5 Liter großer Fünfzylinder mit 75 kW (102 PS) den T4 an. Der längere Vorbau des Multivan, Caravelle und California ermöglicht zudem den Einsatz eines neuen Sechszylinder-Benziners mit 2,8 Litern Hubraum und 103 kW (140 PS). 1998 legt Volkswagen Nutzfahrzeuge mit dem stärksten Diesel der T4-Baureihe nach: einem 2,5-Liter-TDI mit 111 kW (151 PS). Zum Jahrtausendwechsel dreht auch der V6 weiter auf und entwickelt nun 150 kW (204 PS).
Der Innenraum des T4 Multivan Allstar war so farbenfroh wie die Mode der 90er Jahre.
Wie beim T3 gibt es zum Schluss eine exklusive „Last Edition“ Das Finale des T4 leitet 2003 der Multivan „Last Edition“ mit einer besonders exklusiven Serienausstattung ein. Zu den edlen Features gehört eine Sitzanlage in Leder-Alcantara. Als die Erfolgsbaureihe im selben Jahr dem neuen T5 Platz macht, sind rund zwei Millionen Exemplare dieser wegweisenden Transporter-Generation entstanden. 2020 – 30 Jahre nach dem Debüt der Baureihe – werden die ersten T4 mit dem H-Kennzeichen als Oldtimer geadelt. Besonders gefragt sind derzeit – unabhängig vom Alter – die California-Modelle, die Sondermodelle wie ein „Last Edition“ und die V6-Versionen. Sieht ganz so aus, als würde der T4 als Old- und Youngtimer vor einer ähnlich spannenden Zukunft stehen wie schon der T1, T2 und T3.
Am 8. März 1950 ging mit dem ersten Transporter – kurz T1 genannt – das bis heute am längsten gebaute und erfolgreichste Nutzfahrzeug Europas in Serie
Aus dem ersten Bulli des Jahres 1950 sind 2025 drei Baureihen geworden: Transporter / Caravelle, Multivan / California und ID. Buzz / ID. Buzz Cargo
1967 lief im Werk Hannover die Produktion des T2 an. Seine große Variantenvielfalt und robuste Eigenschaften machten ihn zum Welterfolg
Die dritte Generation des Transporters war 1979 technisch wegweisend. Im T3 kamen erstmals Katalysator, Turbodiesel und Allradantrieb zum Einsatz
Durch den Umstieg auf vorn eingebaute Motoren und Frontantrieb schrieb der von 1990 bis 2004 gebaute T4 als Raumwunder Bulli-Geschichte
Das Design des 2003 vorgestellten T5 gilt als Meilenstein. Vor allem limitierte Modelle sind heute – 10 Jahre nach seiner Ablösung – bereits in Sammlerhand
Als T6 (ab 2015) und Evolutionsstufe T6.1 (ab 2019) wird der Bulli in allen Versionen, komfortabler und digitaler als je zuvor
„Raum für unendliche Möglichkeiten, für alle die etwas vorhaben“ – Start der umfangreichen Jubiläumskampagne mit TV-Spots, Anzeigen und innovativer Instagram-Initiative
Volkswagen Nutzfahrzeuge feiert 75 Jahre Bulli. Er ist das am längsten gebaute Nutzfahrzeug Europas. Am 8. März 1950 fuhr der erste Transporter – kurz T1 genannt – in Wolfsburg vom Band. Seitdem folgten ihm – ab 1956 in Hannover produziert – mehr als 12,5 Millionen weitere Bulli. Damit ist er zugleich das erfolgreichste europäische Nutzfahrzeug aller Zeiten. Kult seit einer Ewigkeit. Vom T1 bis zum T6.1 der sechsten Generation lieferte stets eine Plattform die Basis für alle Derivate – vom Transporter bis hin zu den Camper-Ikonen. Doch das Zeitalter der E-Mobilität machte eine Transformation des Allrounders und damit einen Paradigmenwechsel notwendig: „Aus einem Bulli für alle“ wurde deshalb „für jeden der richtige Bulli“. Den Aufbruch in die neue Epoche markierte 2021 der aktuelle Multivan – ein Freizeit- und Business-Van mit optionalem Plug-in-Hybridantrieb. Ihm folgte 2022 mit dem ID. Buzz der erste vollelektrische Bulli in Großserie. 2025 nimmt nun als dritte Baureihe die ebenfalls neue Transporter-Baureihe Fahrt auf. Das aktuelle Bulli-Programm besteht damit aus drei Säulen mit sechs Grundmodellen: dem Multivan und dem baugleichen California, dem ID. Buzz und dem Nutzfahrzeug ID. Buzz Cargo sowie dem Transporter und der technisch identischen Shuttle-Version Caravelle. Sie alle tragen noch heute die DNA des multifunktionalen T1 in ihrem Design und konstruktiven Layout. Und so wird es bleiben.
T1 – 1950 bis 1967:
T1 Kastenwagen „Sofie“ von 1950.
Europa muss sich 1950 neu erfinden und mit ihm vor allem die ein Jahr zuvor gegründete Bundesrepublik Deutschland. Der Amerikaner Bing Crosby ist der musikalische Superstar dieser Zeit, Elvis Presley hingegen noch ein Teenager und Paul McCartney ein Schuljunge. Während die Rockmusik erst erfunden werden will, produziert Volkswagen bereits im fünften Jahr einen kleinen Wagen, der gerade weltweit groß rauskommt: den Käfer alias Typ 1. In dieser Zeit, am 8. März, startet Volkswagen die Serienproduktion einer zweiten Baureihe: des Transporters. Intern nennen sie ihn einfach Typ 2. Noch ist er ein unbeschriebenes Blatt in der Geschichte des Automobils. Doch eines, das mit Spannung erwartet wird. Denn besonders die Unternehmen in der BRD – dem jungen Wirtschaftswunderland – brauchen dringend einen günstigen Transporter. Dringend gebraucht wird auch ein Name für den Typ 2. Bereits 1949 wollte Volkswagen die Bezeichnung „Bulli“ als Wortmarke beim Patentamt schützen lassen. Doch ein anderes Unternehmen hatte sich die Rechte zuvor für ein Pistenfahrzeug gesichert. Pech, oder auch nicht: Denn die Bezeichnung Bulli bahnt sich irgendwie ihren Weg zu den Fans. Der inoffizielle Name des Transporters für den deutschsprachigen Raum war geboren. Offiziell bliebt es zunächst bei „Transporter“.
Produktion im Werk Wolfsburg.
Die erste Version des 4,10 Meter langen Transporters alias T1 ist ein Kastenwagen ohne Fenster im Laderaum. Sein Laderaum fasst beachtliche 4,5 Kubikmeter. Die zweigeteilte „Split Window“-Frontscheibe bringt ihm in Großbritannien den Spitznamen „Splittie“ ein. Mit dem 18 kW/25-PS-Vierzylinder-Boxer aus dem Käfer erreicht der T1 80 km/h; später wird die Leistung auf 32 kW/44 PS und die Höchstgeschwindigkeit auf 105 km/h steigen. Zügig folgen weitere Karosserievarianten: Ein Kombi (verglaster Fond) steht schon im April 1950 bereit, danach ein Kleinbus und ein Pritschenwagen. Jenes Sondermodell, das heute als legendärster aller Bulli-Oldtimer gilt, debütiert im Juni 1951: der „Kleinbus Sonderausführung“ – von den Fans „Samba-Bus“ getauft. Er bietet Platz für neun Personen und zeichnet sich durch bis zu 23 Fenster, eine Zweifarblackierung und eine luxuriöse Ausstattung inklusive Panorama-Faltdach aus. 1956 verlegt Volkswagen die Fertigung in das neue Werk Hannover. Am 2. Oktober 1962 verlässt bereits der einmillionste T1 die Montagehallen. Im Juli 1967 wird der T1 nach mehr als 1,8 Millionen Exemplaren durch den T2 abgelöst. In Brasilien bauen sie den T1 jedoch noch bis 1975. Gerade die erste Generation steht bei Sammlern hoch im Kurs; je nach Variante werden bis zu sechsstellige Euro-Beträge bezahlt.
T2a/b Kleinbus 1972.
T2 – 1967 bis 1979:
Zigtausend junge Menschen strömen 1967 in Kalifornien zum Monterey Pop Festival. Die Beatles veröffentlichen mit Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band eines der wichtigsten Alben aller Zeiten. Mitten in diesem Soundtrack jener Tage debütiert 1967 die zweite Generation des Bulli: der T2. Es ist die Generation des Bulli, mit der die heutigen Babyboomer aufwachsen, mit der sie als Kinder hinten im VW Bus mit ihren Eltern die Welt entdecken, mit dem die Post die Pakete bringt, mit dem die Handwerker Europas auf Montage gehen und Polizisten und Sanitäter ihren Dienst erledigen. Als Campingwagen wird der T2 zum unverwüstlichen Gefährt der Globetrotter. Im August 1969 schreiben Musiker wie Jimi Hendrix und Joan Baez in Woodstock Geschichte. Mittendrin der Bulli. 3 Days of Peace & Music, bei denen das berühmteste aller Bulli-Fotos entsteht: vom Flower-Power-T1 – dem „Light Bus“– mit dem Paar auf dem Dach. Es brennt sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit und macht den Bulli zur Ikone der automobilen Freiheit. Kreiert und bemalt wurde dieser T1 vom Künstler Dr. Bob Hieronimus, der dem VW Bus bis heute verbunden ist und 2023 eine moderne Interpretation mit dem „Earth Buzz“ geschaffen hat.
Die neue Frontpartie ist das markanteste Erkennungszeichen des T2. Statt der V-förmig-vertikalen Modulation zwischen den Rundscheinwerfern betont nun ein Design mit horizontalen Linien die Breite des Volkswagen. Doch nicht nur diese Details lassen den T2 moderner wirken: Sichtbar größere Seitenfenster und die nun einteilige, stark gewölbte Windschutzscheibe fallen am stärksten auf. Zudem hat der T2 jetzt serienmäßig eine Schiebetür. Spürbar modernisiert haben die Entwicklungsingenieure die Technik. Am deutlichsten ist der Fortschritt beim Fahrwerk und den Bremsen zu spüren. Bei unverändertem Radstand von 2,40 Metern und etwas mehr Breite legt zudem die Karosserie um 20 Zentimeter zu. Dadurch punktet der T2 mit einem nochmals besseren Raumangebot. 1972 folgt ein großes Facelift und festigt den Erfolg des Weltbestsellers. 1978 verlässt der 4,5-millionste Transporter die Produktionshallen. Ein Jahr später läuft die deutsche T2-Fertigung aus. Bis dahin sind allein von dieser zweiten Bulli-Generation 2,2 Millionen Exemplare entstanden. Ein Ende der Produktion ist aber noch lange nicht in Sicht, sie wird nur woanders fortgesetzt: bis 1987 im mexikanischen Werk Puebla mit luftgekühltem Boxermotor, danach noch bis 1996 mit wassergekühlten Vierzylindern. Darüber hinaus werden bei Volkswagen do Brasil bis 2013 weitere 355.000 T2c gebaut, bis verschärfte Sicherheits- und Emissionsbestimmungen zum endgültigen Abschied dieses Evergreens führen. Die letzten 1.200 Exemplare des T2 verlassen als die „56 Anos Kombi – Last Edition“ das Werk.
T3 Multivan “Limited Last Edition” 1992.
T3 – 1979 bis 1992:
In den späten 70er Jahren formen neue Bands wie Dire Straits und The Alan Parsons Project und alte Kultrock-Gruppen im Stile von Pink Floyed und Yes den unvergleichlichen Sound jener Zeit. Eine nie zuvor gehörte Klarheit und Präzision zeigt dabei besonders Dire Straits mit Songs wie „Sultans of Swing“. Genauso klar gezeichnet ist der 1979 vorgestellte T3 von Volkswagen. Denn der schreibt fortan als der eckigste Bulli aller Zeiten Geschichte. Doch der T3 ist auch der bis dato technisch beste Transporter. Außerdem entstehen auf seiner Basis Ikonen wie der erste California und der ebenfalls erste Multivan. Konzeptionell knüpft der T3 an die Vorgänger an, transferiert die technische DNA aber dank neuer Technologien in die Gegenwart. Signifikante Fortschritte erzielt Volkswagen im Bereich der passiven Sicherheit. Die breitere Karosserie bietet bei moderatem Längenzuwachs und Höhe zudem deutlich mehr Fahrgast- und Laderaum; die einheitlichen Flachmotoren tragen ebenfalls dazu bei.
Die luftgekühlten T3-Boxermotoren leisten zur Markteinführung zwischen 37 kW (50 PS) und 51 kW (70 PS). Ab 1981 arbeitet erstmals ein wassergekühlter Dieselmotor im Heck des Transporters. Leistung: ebenfalls 37 kW (50 PS). Nur ein Jahr später folgen eigens neu für den Bus entwickelte Boxermotoren mit Wasserkühlung. Sie entwickeln 44 kW (60 PS) und 57 kW (78 PS). Später steigt deren Leistung auf bis zu 82 kW (112 PS). 1985 reicht Volkswagen zahlreiche weitere Innovationen nach. Die Benzinmotoren erhalten Katalysatoren, erste Dieselmotoren einen Turbolader. Vor allem aber bereichern die allradangetriebenen Modelle mit einer Visco-Kupplung das Programm; sie tragen die Zusatzbezeichnung „syncro“. Ab 1988 gibt es mit dem California erstmals einen werkseigenen Camper. Der neue T3 California wird sofort ein Bestseller: Bereits nach einem Jahr sind 5.000 Exemplare verkauft. Als der letzte T3 im Werk Hannover vom Band fährt, haben sich weitere neue Versionen wie der Caravelle und Multivan längst als Bestseller etabliert. Sondereditionen im Stile des Multivan White Star und Blue Star sind parallel zu Ikonen geworden. Die „syncro“-Versionen des T3 werden noch bis 1992 im Steyr-Daimler-Puch-Werk in Graz produziert. In Südafrika fährt der T3 sogar noch bis 2002 vom Band.
T4 Multivan Allstar 1994.
T4 – 1990 bis 2003:
Das Autoradio 1990 einzuschalten, ohne einen Song von Phil Collins oder Madonna und – in Deutschland – BAP, Westernhagen und Grönemeyer zu hören, ist zu Beginn der 90er Jahre praktisch unmöglich. So ist es auch, als Volkswagen im August 1990 den neuen T4 vorstellt. Die vierte Generation ist eine technische Revolution. Denn nach 40 Jahren Heckantrieb und Heckmotor stellt Volkswagen das Antriebskonzept komplett um: Ab sofort befinden sich die Motoren vorn; und sie treiben auch nicht mehr die Hinterachse, sondern die Vorderräder an. Es sei denn, es ist – wie optional schon im T3 verfügbar – der syncro-Antrieb an Bord, über den beim T4 zusätzlich die Hinterachse angetrieben wird. Mit dem Wechsel auf Frontantrieb ändert sich alles am Bulli: das Design, das Fahrwerk, die Motoren und das Raumangebot. Vor allem im Heck, wo beim T3 noch der Boxermotor einiges an Volumen einnahm, steht nun deutlich mehr Platz zur Verfügung. Ein bisschen davon beanspruchen die neue Schräglenkerhinterachse und der optionale syncro-Allradantrieb, der Rest kommt voll dem Laderaum zugute. Das neue Antriebslayout rückt das Fahrverhalten noch näher an das eines Pkw.
Vorn wächst der T4 in die Länge, um dort ausreichend Raum für die quer eingebauten Vier- und Fünfzylinder-Reihenmotoren sowie bessere Crash-Eigenschaften zu schaffen. Zum Marktstart können die T4-Käufer zwischen drei wasserkühlten Benzin- und zwei Dieselmotoren wählen (49 kW/61 PS bis 81 kW/110 PS). Einen T4 syncro können Allradfreunde ab 1993 erwerben. Ab 1995 fungiert Volkswagen Nutzfahrzeuge als eigenständige Marke im Konzern. Das wird im Januar 1996 mit einem umfassenden Update des T4 gefeiert. Besonders viel ändert sich unter der Motorhaube. Als erster Turbodieseldirekteinspritzer (TDI) in einem VW Transporter zieht ein 2,5 Liter großer Fünfzylinder in den T4 ein. Der längere Vorbau der Pkw-Varianten erlaubt nun zudem die Integration eines VR6-Benziners mit 2,8 Litern Hubraum. Der Top-TDI leistet ab 1998 beachtliche 111 kW (151 PS), der Sechszylinder entfesselt sogar bis zu 150 kW (204 PS). Das Finale der T4-Produktion läutet Volkswagen Nutzfahrzeuge mit einem exklusiven Sondermodell ein: dem Multivan Last Edition mit besonders üppiger Serienausstattung. Nach 14 Jahren Bauzeit und rund zwei Millionen gebauten Exemplaren wird der revolutionäre T4 2003 vom T5 abgelöst.
T5 Doppelkabine 4Motion 2007.
T5 – 2003 bis 2015:
Christina Aguilera, Dido und Nora Jones, Robbie Williams, Herbert Grönemeyer und Justin Timberlake prägen den Soundtrack des Jahres 2003. Im deutschsprachigen Raum ist es Grönemeyer, dessen Song „Mensch“ binnen kürzester Zeit in der Tat jeder Mensch kennt. Es ist das Jahr, in dem Volkswagen Nutzfahrzeuge die fünfte Generation des Transporters – den T5 – auf den Markt bringt. Die Neukonstruktion ist geräumig und variabel wie kein Bulli zuvor. Der Transporter debütiert als Kombi, Kastenwagen, Pritsche, Doppelkabine und als Fahrgestell für Fremdaufbauten. Zudem sind es die hochmodernen Neuauflagen des Caravelle, Multivan und California, mit denen Volkswagen Nutzfahrzeuge den Bulli neu definiert.
Das Design des T5 knüpft konsequent an die DNA und den Stil des Vorgängers an, wirkt aber noch klarer, kraftvoller und zeitloser. Der Innenraum ist konsequent auf Ergonomie getrimmt. Und das macht sich besonders am Arbeitsplatz des Fahrers bemerkbar, der unter anderem mit einer optimal erreichbaren Joystick-Schaltung auf der Mittelkonsole und einer Cockpitlandschaft punktet, bei der alle Instrumente, Displays und Bedienelemente auf einer Sichtachse liegen. Den Vortrieb übernehmen zum Debüt des T5 sogenannte Pumpe-Düse-Turbodiesel (TDI) und Benzinaggregate. Die Diesel entwickeln zwischen 63 kW (86 PS) und 128 kW (174 PS). Bei den Ottomotoren reicht das Spektrum vom 85 kW (115 PS) bis zu einem V6-Kraftwerk mit 173 kW (235 PS). Die Allradversionen werden aufgrund einer neu entwickelten Lamellenkupplung von „syncro“ in „4MOTION“ umbenannt. Zu den Highlights im Modellprogramm zählen in jener Zeit der auf 222 Exemplare limitierte California NoLimit, der extrem luxuriöse Multivan Business mit Einzelsitzen im Phaeton-Stil und der allradgetriebene Multivan PanAmericana mit Allterrain-Optik. Einen Grund zu feiern gibt es 2007: Endlich gehören die Namensrechts am „Bulli“ Volkswagen Nutzfahrzeuge. Zwei Jahre danach werden die TDI-Triebwerke durch neue und leisere Common-Rail-Vierzylinder ersetzt, die bis zu 132 kW (180 PS) mobilisieren. Auch die Benziner werden in diesem Zuge von neuen Turbomotoren abgelöst: Die Vierzylinder-Direkteinspritzer (TSI) leisten 110 kW (150 PS) und 150 kW (204 PS). Bis 2015 fährt der T5 vom Band. Dann wird er nach 13 Jahren und rund zwei Millionen Exemplaren vom umfassend modernisierten T6 abgelöst.
T6 Multivan Generation Six 2015.
T6 und T6.1 – 2015 bis 2024:
„Hello“ singt Adele vor exakt zehn Jahren – mit mehr als einer Milliarde Aufrufen auf YouTube ist das Musikvideo zum Song eines der erfolgreichsten aller Zeiten. Taylor Swift katapultiert sich im selben Jahr mit „Blank Space“ in die Charts. Und Ed Sheeran beamt sich mit „Thinking Out Loud“ gleich hinterher. So ungefähr hört es sich an, das Jahr 2015, in dem Volkswagen eine neue Evolutionsstufe des Bulli auf den Markt bringt: den T6. Neue Motoren, noch umfassendere Assistenz- und modernere Infotainmentsysteme kennzeichnen die neue Generation. Dank zahlreicher Detailverbesserungen stellt auch die sechste Generation des Bulli einen eigenständigen Schritt in der Modellhistorie dar und überzeugt zugleich durch eine immense Qualität und Reife. Die Modellvarianten des T6 gliedern sich in die Nutzfahrzeuge Kastenwagen, Pritsche, Doppelkabine, Kombi und Caravelle sowie den auf Familien zugeschnittenen Multivan und das Reisemobil California.
Äußerlich ist der T6 vor allem an seiner neu gestalteten Frontpartie zu erkennen. Ihr Design verbindet stilvolle Geradlinigkeit mit einem hohen Maß an Dynamik. Mit der tiefgezogenen Bugschürze gewinnt der T6 zudem an Charisma, Exklusivität und Dynamik. Neue Zweifarblackierungen sind eine Hommage an die ersten Bulli-Generationen. Vier neue TDI und zwei neue TSI mit jeweils zwei Litern Hubraum umfasst das Aggregate-Programm. Gegenüber dem Vorgänger sparen die neuen Motoren rund einen Liter Kraftstoff ein. Alle Antriebe verfügen serienmäßig über ein Start-Stopp-System. Das Leistungsspektrum reicht von 62 kW (84 PS) bis 150 kW (204 PS). Je nach Leistung sind diese Triebwerke mit einem Fünf- oder Sechsgang-Schaltgetriebe oder mit einem Siebengang-DSG gekoppelt. Zudem lassen sich viele Varianten mit dem Allradantrieb 4MOTION bestellen. Ein Highlight ist die optionale adaptive Fahrwerksregelung DCC. Darüber hinaus bringt der T6 viele neue Fahrassistenz- und Sicherheitssysteme in die Baureihe.
Selbst die ausgereifte sechste Bulli-Generation lässt sich noch perfektionieren, wie der im Herbst 2019 vorgestellte T6.1 zeigt. Volkswagen Nutzfahrzeuge transferiert das Kultmodell damals in die Epoche der Digitalisierung: So wird die komplett neu gestaltete Instrumententafel des T6.1 erstmals mit volldigitalen Instrumenten angeboten. Per e-SIM sind die Infotainmentsysteme interaktiv vernetzt und bieten online-basierte Funktionen und Dienstleistungen. Die natürliche Sprachsteuerung erschließt indes besser als zuvor die intuitive Ebene der Bedienung. Zudem bietet die bis 2024 gebaute Generation 6.1 ein Upgrade der Ausstattungen und ein Update des Designs.
Der aktuelle Multivan und California – seit 2021 und 2024:
Volkswagen Nutzfahrzeuge zündet im November 2021 mit der neuen Multivan-Generation ein Feuerwerk der Innovationen. Erstmals basieren die Antriebs- und Elektroniksysteme eines Bullis auf den Komponenten des Modularen Querbaukastens (MQB). Mit ihm erschließt Volkswagen Nutzfahrzeuge für den Bulli ein neues Hightech-Spektrum. Nie zuvor war ein Multivan variabler, vernetzter und nachhaltiger. Bereits 2021 ist optional ein erster Plug-in-Hybridantrieb an Bord. Mitte 2024 bringt Volkswagen Nutzfahrzeuge auf der Basis der Multivan-Langversion den neuen California auf den Markt – ein bis in das letzte Detail neu gedachtes und doch absolut ikonisches Reisemobil, das die DNA seiner Vorgänger in die Gegenwart und Zukunft transferiert. Dazu gehört seit Ende 2024 auch der sowohl für den Multivan als auch California erhältliche Plug-in-Hybrid-Allradantrieb: Der macht die zwei Kultmodelle im Alltag dank großer elektrischer Reichweiten zu Elektroautos. Gleichzeitig punktet der Antrieb mit hohen Gesamtreichweiten und – zum Beispiel auf unbefestigten Camper-Stellplätzen – mit optimaler Traktion. Der Multivan eHybrid 4MOTION und der California eHybrid 4MOTION bieten zudem beide eine elektrisch Standklimatisierung. Über sie können der VW Bus und das Reisemobil gekühlt, belüftet und beheizt werden. Die Klimatisierung wird entweder über die Hochvoltbatterie oder via Landstrom beim Laden mit Energie versorgt, um das Fahrzeug schon vor dem Fahrtbeginn auf eine angenehme Innenraumtemperatur zu bringen.
Der aktuelle ID. Buzz und ID. Buzz Cargo – seit 2022:
Am 09. März 2022 zeigt Volkswagen in einer Weltpremiere die Serienversion des neuen ID. Buzz. Von Beginn an wird der elektrische Bulli in zwei Versionen angeboten: als ID. Buzz Pro für Familie, Freizeit und Business sowie als ID. Buzz Cargo für Handwerk, Gewerbe und Industrie. Und das ist bis heute so. Allerdings hat sich die ID. Buzz Familie seit 2022 deutlich vergrößert und weiterentwickelt. Seit 2024 kommt ein vollkommen neuer Effizienzantrieb mit einer Leistung von 210 kW (286 PS) und einer neuen 79 kWh (netto) großen Batterie zum Einsatz. Neu im Programm ist zudem der ID. Buzz mit verlängertem Radstand, maximiertem Raumangebot und einer 86-kWh-Batterie (netto). Angetrieben wird bei allen 210-kW-Versionen die Hinterachse. Mehr Leistung als je ein Bulli zuvor besitzt darüber hinaus das ebenfalls 2024 vorgestellte Topmodell: der ID. Buzz GTX mit 250 kW (340 PS). Der stärkste jemals gebaute Bulli setzt sich mit einer unvergleichlichen Performance, Allradantrieb und hohen Anhängelasten in Szene. Konfigurierbar ist der ID. Buzz GTX mit beiden Radständen. Der ID. Buzz GTX mit Normalradstand wird über die 79-kWh-Batterie mit Energie versorgt; die Version mit langem Radstand ist mit der größeren 86-kWh-Batterie ausgestattet. Im ID. Buzz Cargo Pro 4MOTION ist der Antrieb ebenfalls erhältlich. Nach unten hin runden die neuen heckgetriebene Grundversionen „Freestyle“ und „Pure“ mit einer Leistung von 125 kW (170 PS) das Programm ab; sie haben eine 59 kWh (netto) große Batterie an Bord.
Der neue Transporter und Caravelle – seit 2024.
Der aktuelle Transporter und Caravelle sind die zwei neusten Modelle im Programm von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Offeriert wird der Transporter als Kastenwagen in verschiedenen Ausführungen, als Kombi für den kombinierten Transport größerer Teams plus Equipment und als Pritschenwagen mit Doppelkabine sowie – je nach Version – mit zwei Radständen und zwei Dachhöhen. Parallel zum Transporter gibt es das Schwestermodell Caravelle; der „VW Bus“ unter den Transportern wurde für den professionellen Personentransport konzipiert. Das Caravelle Einsatzspektrum reicht vom Großraumtaxi mit acht oder neun Sitzplätzen bis hin zum exklusiven VIP-Shuttle. Auch den Caravelle gibt es mit zwei Radständen. Die neue Generation beider Modelle wurde in allen Bereichen verbessert – der Transporter und Caravelle sind multifunktionale Werkzeuge, die ein deutliches Plus an Raum, eine bessere Variabilität, eine höhere Zuladung, eine signifikant optimierte Effizienz und eine größere Wirtschaftlichkeit bieten. Auf einem neuen Level liegt zudem das Niveau der Assistenz- und Infotainmentsysteme. Die Neuwagenkäufer profitierten zudem von einem der größten und besten Händlernetze Europas und damit von einem ebenso schnellen wie professionellen Service – unabdingbar für gewerblich genutzte Fahrzeuge. Darüber hinaus bietet Volkswagen Nutzfahrzeuge den neuen Transporter und Caravelle auf dem deutschen Markt serienmäßig mit einer 5-Jahres-Garantie an. Antriebsseitig kennzeichnen die Baureihe hochmoderne Turbodiesel-, Plug-in-Hybrid- und Elektroantriebe. Fest steht: Transporter und Caravelle bilden zusammen mit dem Multivan und California sowie ID. Buzz und ID. Buzz Cargo das größte Bulli-Spektrum aller Zeiten. Die Wandlungsfähigkeit der Baureihe macht dabei eindrucksvoll klar, dass der Bulli auch in kommenden automobilen Epochen das Original aller Transporter bleiben wird – ein ikonisches Multitool für den Job, die Familie, die Freizeit und das Abenteuer.
Transporter Fertigung im Werk Wolfsburg 1950.
Jubiläumskampagne:
Volkswagen Nutzfahrzeuge will den 75. Geburtstag des Bulli zum Anlass nehmen, kommunikativ 2025 zum Jahr der Marke zu machen. Den Einstieg dazu stellt eine umfangreiche Jubiläumskampagne dar, die heute, in Deutschland beginnend, gelauncht wird. Unter dem Motto „Raum für unendliche Möglichkeiten, für alle die etwas vorhaben“, werden TV-Spots, Anzeigen und eine innovative Instagram-Initiative gestartet: Über 75 Tage hinweg, wird dort der Geburtstag des Bullis gebührend auf dem Social-Media-Kanal von VWN gefeiert.
Was wäre ein Geburtstag ohne Feier? Rund um den Globus wird es dieses Jahr viele Events zum 75-jährigen Jubiläum geben. Zwei davon richtet VWN selbst aus:
24. und 25. Mai 2025 in Wolfsburg – 75 Jahre Bulli:
Am letzten Wochenende im Mai steht die Autostadt ganz im Zeichen des VW Bulli. Volkswagen Nutzfahrzeuge und die Autostadt feiern den 75. Geburtstag dieser automobilen Ikone und die Autostadt wird zur Bulli-Stadt. Bullis aller Generationen bieten Gästen die Möglichkeit einer Reise durch die Zeit – von der Geburtsstunde des Klassikers bis hin zu den aktuellen Modellen der siebten Generation. Kleine und große Bulli-Fans können sich auf ein buntes Programm mit vielen Aktionen rund um den Bulli freuen. Alle Infos zum Programm werden in Kürze veröffentlicht – auf der VWN- und der Autostadt-Homepage sowie auf den bekannten Social-Kanälen.
1. Juni 2025 in Hannover – Bulli & Coffee:
Am Vortag des 3. Internationalen VW Bus Tages findet auf dem Parkplatz am Kundencenters des VWN-Werkes im Stadtteil Stöcken ein „Bulli & Coffee“-Treffen für Bulli Fans statt. Das Treffen beginnt nach amerikanischem Vorbild bereits um 9 Uhr morgens und endet wie üblich bei einem solchen Veranstaltungsformat mittags um 12 Uhr. VWN zeigt dort eine Auswahl an Fahrzeugen aus der Sammlung von VWN Oldtimer und spendiert den Teilnehmern, die mit einem VW Bus anreisen und ausstellen einen Kaffee. Ein „Cars & Coffee“-Treffen dient dazu, sich auf einem Parkplatz mit Gleichgesinnten zu treffen und über die Fahrzeuge auszutauschen. Ein Programm oder gar Entertainment gibt es dabei nicht – die Autos und ihre Geschichten stehen im Mittelpunkt. Mittags ist alles vorbei, damit die Teilnehmer an dem Tag auch noch Zeit für andere Aktivitäten mit der Familie oder Freunden haben.
Transporter Produktion Wolfsburg 1950.
Internationale Treffen: Auch international wird das Jubiläum gefeiert. So zum Beispiel vom 16. bis 18. Mai am Salzburgring in Österreich sowie vom 23. bis 25. Mai in Spanien und Tschechien. Darüber hinaus gibt es unzählige weitere Treffen im Jubiläumsjahr.
Happy Birthday Bulli! Bleib wie du schon immer warst.
Vor 55 Jahren übernimmt der T2 das Steuer der Nutzfahrzeug-Erfolgsstory bei Volkswagen. Im August 1972 kommt die zweite Generation des Transporters auf den Markt. Und der neue Bulli ist gekommen, um zu bleiben – 46 Jahre lang.
Er ist der Zweite in der Familie der Volkswagen Transporter und löst 1967 – nach 17 Jahren und rund 1,8 Exemplaren – den Typ 2 Transporter 1 ab. Von Anfang an ein Hannoveraner, rollt der T2 im Nutzfahrzeugwerk vom Band. Mit gewohnt liebenswert runden Kulleraugen blickt die neue Generation Transporter in die Welt. Ein Stück gewachsen und mit erstmals durchgängiger, gewölbter Panorama-Windschutzscheibe verspricht der neue Transporter schon auf den ersten Blick gute Aussichten.
Er behauptet sich als würdiger Nachfolger des T1. Seine große Variantenvielfalt und robusten Eigenschaften machen den T2 zum Verkaufsschlager. Und er wird zum Bulli, der das Lebensgefühl seiner Zeit verkörpert. Als Symbol für grenzenlose Freiheit auf vier Rädern wird vor allem der Bus schnell zur Flower-Power-Ikone, die das Aufbruchsstreben einer ganzen Generation verkörpert wie Jimmy Hendrix’ Gitarre, Woodstock oder der Marsch auf Washington.
Dass Volkswagen mit dem T2 Großes vorhatte, macht sich bereits an Abmessungen und Ausstattung bemerkbar: Die Fahrerkabine ist komfortabler geworden. Die Karosserie ist bei identischem Radstand von 2,40 Metern und unveränderter Breite auf 4,42 Meter in die Länge gewachsen, die maximale Nutzlast hat sich auf 1.000 kg erhöht. Der Aufbau des T2 besteht nicht mehr nicht aus einer einteiligen Blechhülle mit eigenständigem Bodenrahmen, sondern ist doppelwandig ausgeführt. Das verleiht dem Fahrzeug eine deutlich höhere Steifigkeit. Deutlichen Fortschritt verzeichnet das Fahrwerk, speziell die Doppelgelenk-Schräglenker-Hinterachse sorgt für ein neues, sichereres und komfortableres Fahrgefühl, mit dem diese neue Typ 2 Generation nah an den Pkw-Standard jener Zeit heranrückt. Die seitliche Schiebetür, die beim Schließen den charakteristischen „Bulli-Sound“ fabriziert, ist nun Serie.
Antriebstechnisch bleibt es beim Käfer-Konstruktionsprinzip, das sich schon beim Vorgängermodell bewährt hatte. Unverändert sitzt im Heck ein luftgekühlter Vierzylinder-Otto-Boxermotor. Dessen Hubraum ist im Vergleich zum Vorgänger durch eine Erhöhung der Zylinderbohrung von 1.493 ccm auf 1.584 ccm vergrößert wurde. Der durch diese Maßnahme um knapp 100 ccm gewachsene Motor leistet dadurch 35 kW (47 PS) – 3 PS mehr als im T1.
Um die Aufhängung des Boxermotors im Heck zu ermöglichen, wird ein zusätzlicher hinterer Querträger eingebaut. Die zur Kühlung des Aggregats benötigte Luft wird über ausgestellte seitliche Öffnungen am Heck zugeführt. Sie befinden sich in Fensterhöhe an den hinteren Wagenecken und verleihen der Heckpartie ihre charakteristische „Pausbackenform“.
Dienen sollte der T2 wie die Modellbezeichnung „Transporter“ bereits aussagt, zunächst in erster Linie dem Transport von Lasten – vorzugsweise von Material und Arbeitsutensilien von Handwerkern oder Waren wie Elektrogeräten, die es auszuliefern gilt. Zeugen dieser ursprünglichen „Zweckbestimmung“ sind die seinerzeit sehr beliebten Karosserievarianten des Pritschen- und Kastenwagens oder der Kombi als mit Fenstern versehene Variante des Kastenwagens.
Im Laufe seiner Karriere wird dieser Transporter deutlich an Statur gewinnen. Mehr denn je ist er nicht „nur“ Transporter sondern auch Großraumlimousine. Und er präsentiert sich als ideale Basis für Reisemobile. Ein wichtiges Argument für den weiterhin überwältigenden Erfolg des Transporters lieferte die große Angebotsvielfalt: Ausgehend von acht Grundmodellen bietet Volkswagen den T2 schon ab Werk in 17 verschiedenen Ausführungen an.
Mehr Leistung und Wärme: Mit der Modellpflege kommen ab Mitte 1971 neben leistungsstärkerem Flachmotor mit Doppelvergaser – eine Weiterentwicklung des aus dem Volkswagen 411/412 bekannten Motors mit bis zu 51 kW (70 PS) in der 2,0-Liter-Variante – als Sonderausstattung ein elektrisches Zusatzgebläse für die Heizung und eine verbesserte Warmluftführung im Fahrgastraum hinzu. Sie sorgten dafür, dass es auch auf langen Fahrten in den hohen Norden oder gar dem Trip ins Hippie-Paradies Indien den Insassen stets warm ums Herz blieb.
Mit „Ferien mit dem VW-Campingwagen“, preist der Prospekt im Januar 1968 bereits vier Varianten mit den schlichten Bezeichnungen VW-Campingwagen 60 und 62 an. Der Grundpreis für die Wohneinrichtung liegt bei 1.790 D-Mark.
Vor allem die Amerikaner begeistern sich für das kompakte Freizeitfahrzeug made in Germany. Bereits 1968 werden durchschnittlich 100 Campingbusse am Tag gefertigt, ein Viertel der Transporter-Jahresproduktion geht in Frachtschiffen von Emden aus über den Atlantik in die USA. Die Fahrzeuge für den heimischen Markt und Europa werden in Hannover gebaut, in Emden die Wagen für den Export in die USA. Die Produktion läuft auf vollen Touren: 1969 verlässt der 50.000. Campingbus das Band, zwei Jahre später bereits der 100.000. Von 1966 bis 1970 vervierfacht sich der Export der Campingbusse auf knapp 20.000 Exemplare im Jahr, rund 95 Prozent davon sind für Nordamerika bestimmt. Zum Vergleich: Die Inlandszulassungen für Volkswagen Campingbusse überschreiten erstmals 1969 die Marke von 1.000 Exemplaren. 1972 erreicht der USA-Export mit 72.515 Transportern einen historischen Höchststand, etwa ein Drittel davon sind Campingbusse.
Cooler Bulli: Der T1 und T2 sind inzwischen auch gesellschaftlich zu einem Statement geworden, woran vor allem der nordamerikanische Markt Anteil hatte. Das deutsche Reisemobil mit dem sympathischen Gesicht wird zum Gefährt der amerikanischen Antikriegsbewegung. Als kultureller Re-Transfer erreicht das Flower-Power-Image des Bullis auch Europa, wo ein Bulli seither zum regelrechten Symbol für einen ungezwungenen Lebensstil wurde.
Aufgrund seiner sprichwörtlichen Unverwüstlichkeit, seiner ausgeprägten „Do-it-yourself-Freundlichkeit“ und der überaus guten Teileversorgung bleibt der Bulli auch nach dem Abklingen der Hippie-Bewegung weltweit das Auto für Individualisten, Camping- und Naturliebhaber aller Art. Als speziell in der Surferszene beliebter Campingbus wird der T2, nicht zuletzt in Form von unzähligen individuellen Umbauten, zum Inbegriff von Sommer, Freiheit und kalifornischem Lebensstil – und letztlich zum automobilen Mythos, der er bis heute ist.
Hannover, 19. April 2021 – Für viele ist er das Sinnbild der Hippie-Kultur, dabei war er schon lange vor der Generation Flower-Powerein beliebter Kleinbus: Vor genau 70 Jahren wurde ein edler 8-Sitzer Kleinbus schlicht als „Sonderausführung“ auf der ersten NachkriegsIAA in Frankfurt vorgestellt. Heute ist dieser VW-Bus unter demNamen „Samba“ weltbekannt und besonders begehrt. Der „Samba“ gilt für viele als die Krönung des Bulli-Kult.
Frankfurt am Main 19.04.1951 – Die IAA öffnet erstmals nach dem Krieg wieder die Tore. Volkswagen nutzt diese Gelegenheit und präsentiert die neuen Fahrzeuge auf einem atemberaubenden 1.350m2 großen Messestand.Volkswagen baut dort die Montageline des Käfer in Teilen nach und eine bisdahin noch nie dagewesene, fast schon surreal wirkende, Lichtinstallation ziehtdie Besucher in den Bann. In den Medien wird der Messestand gar zum „Tempeldes Volkswagens.“ geadelt und das Konzept wird richtungsweisend fürzukünftige Ausstellungen.
Ein Highlight ist zudem sicher die Weltpremiere des neuen Personentransporters, den Volkswagen zum Verkaufsstart schlicht VW-Kleinbus„Sonderausführung“ nennt. Dabei sind die Unterschiede zum herkömmlichenKombi alles anders als schmucklos: Für einen Aufpreis von anfangs fast 3.000 DM bekommt der Kunde einen exklusiven Strauß an Zusatzausstattungen. Außen erstrahlt der edle Transporter in einer harmonischen Zweifarb-Lackierung mit ansprechenden Aluminium-Dekorleisten und vorderer Stoßstange. Die bis dahin nur im Omnibussektor bekannte Rundum-Verglasung mit „Oberlichtern“ macht den Bulli mit 23 Fenstern zum „Gläsernen Aussichtsbus“. Passend dazu gibt es noch ein großes Faltschiebedach, welches den Passagieren im Fond das Gefühl bringt, in einem Cabrio zu sitzen. Näher kann man der Natur auf Reisen kaum sein.
Die noble Innenausstattung mit bespannten Seitenverkleidungen und Chrom-Ornat umgibt die Passagiere und schafft so ein luxuriöses Ambiente. Die passende musikalische Unterhaltung der kleinen Reisegesellschaft kommt auf Wunsch aus einem Röhrenradio (Modell Auto-Super) im Armaturenbrett. Das ist ein echter Luxus-Reisebus im Kleinformat, den Volkswagen da auf die Beine gestellt hat. Passend dazu wird er in den USA auch als Microbus „Deluxe“ vermarktet. In Deutschland bleibt man aber bescheiden bei „Sonderausführung “ bzw. ab 1952 bei der ebenso wenig emotionsgeladenen Bezeichnung„Sondermodell“.
Für einen fetzigen Namen sorgt aber sehr schnell der Kunde selbst, auch wenn die genaue Herleitung heute leider nicht mehr exakt nachvollziehbar ist. Samba könnte sich aus Sonnendach-Ausführung mit besonderem Armaturenbrett oder auch Sonder Ausführung mit besonderer Ausstattung abgeleitet haben. Zur damaligen Zeit auch nicht abwegig, wäre natürlich die Anlehnung an den damals so exotisch anmutenden wie Lebensfreude bringenden Tanz. Aber nicht nur der Volksmund betitelte den Luxus-Bulli so. In der niederländischen Preisliste wurde er 1954 schließlich offiziell „Samba“ genannt. 1951 und endet im Juli 1967 nach fast 100.000 gebauten Exemplaren.
Der älteste bekannte „Samba“ ist in privater Hand bei einem Sammler im Rheinland. Nahezu seine gesamte Historie ist belegbar. Sogar die originale Rechnung hat der Besitzer noch. Verglichen mit den heutigen Marktpreisen mutet sie mit einer Höhe von DM 9.025,- fast schon „geschenkt“ an. Damals allerdings lag der Jahresdurchschnittslohn auch nur bei 3.579 DM1. Die „Samba“-Bullis sind gefragter denn je, was sich auch oft in den Preisen widerspiegelt. In den letzten Jahren erzielen Modelle im Top-Zustand immer wieder schwindelerregende Höchstpreise bei Auktionen. So liegt der bisher höchste erzielte Preis für einen „Samba“ bei 302.500 USD (2017 beim Auktionshaus Barrett-Jackson).
Grundsätzlich ist für den Kauf einer solchen „Sonderausführung“ – „Samba“ eine nachvollziehbare Historie von unschätzbarem Wert, denn nicht alles was nach „Samba“ aussieht, ist auch als solcher produziert worden.
Ein paar Fakten zum „Samba“: • Die Lackierungen waren fast immer zweifarbig. • Es gab ihn nur mit Zierleisten • Die Gesamtlänge der Zierleisten beträgt 1.112cm • Er hatte immer eine Uhr im Armaturenbrett • Mit der Option M 130 „Entfall Oberlichter und Schiebedach ab Werk“ entfielen eben diese Ausstattungen • Ein Samba aus dem Zeitraum Juni 1951- bis Anfang August 1963 ist ein sog. 23 Fenster – das Schiebefenster in den Fahrerhaustüren wird als ein Fenster gezählt • Ein Samba aus dem Zeitraum August 1963 bis Juli 1967 ist ein sog. 21 Fenster – Entfall der Eckfenster aufgrund der neuen breiteren Heckklappe • Der erste Samba hatte nur 18 kW/25PS • Ab 1953 war der Samba der erste Transporter der auch hinten Stoßstangen statt Stoßleisten hatte • Die Plexiglas-Eckfenster wurden erst im Februar 1955 durch Sicherheitsglasfenster ersetzt – In der Schweiz wurde er daher auch teilweise Plexibus genannt.
Es ist ein Sprung von 50 Jahren. Zurück in eine Zeit, als Volkswagen in Wolfsburg das noch zarte Fundament für die elektrische Mobilität der Zukunft erfand: 1970 gründete der Erfinder des Käfer und Bulli in Wolfsburg einen Entwicklungsbereich, der die ersten elektrisch angetriebenen Volkswagen konzipierte. Schon damals ging es darum, alternative Energieträger zu erschließen, um sich von fossilen Rohstoffen unabhängiger zu machen und emissionsfrei durch die Städte zu gleiten. Mit einem fahrfähigen VW-Elektro-Transporter auf Basis des T2 präsentieren die Hannoveraner quasi den Vorgänger des künftigen ID. BUZZ. Zugelassen im April 1978 auf die Berliner Verkehrsbetriebe, gehört er nun zu der mobilen Sammlung von Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer. Dieser Bulli ist mehr als ein Klassiker, er ist einer von weltweit wenigen Zero-Emission-Oldtimern.
Ein Pionier im Bereich der elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeuge: Der Elektro-Transporter.
Bereits 1972 präsentierte das Unternehmen auf der Hannover-Messe einen ersten Prototyp als Pritschenwagen mit offener Ladefläche. Kurz danach startete die Kleinserienproduktion des nicht nur als Pritsche, sondern auch als Bus und Kastenwagen angebotenen VW-Elektro-Transporters, der seinem Namen mit einer beachtlichen Zuladung von 800 kg gerecht wurde. Trotz der 880 kg schweren Batterie.
Prototyp des VW-Elektro-Transporter auf Basis des T2 als Pritsche von 1972.
Ein Teilnehmer des Flottenversuchs: die Stadt Berlin. An der Spree erwarb man in den Folgejahren sieben elektrische Bulli. Einer davon: der 1977 produzierte und am 14. April 1978 auf die Berliner Verkehrsbetriebe, Bereich Entwässerungswerke, zugelassene T2. Slogan als Aufdruck auf dem Wagen: „Wir fahren mit Strom – umweltfreundlich“.
Das Ladegerät war im Innenraum verbaut und sorgte mit einer ausgeklügelten Elektronik für die Ladung der Batterie.
Berlin ging den Test in der Tat konsequent an: Im Bezirk Tiergarten wurde eine Batteriewechselstation eingerichtet, an der binnen fünf Minuten die leere Batterieeinheit gegen eine volle getauscht wurde. Das funktionierte, weil der unter der Ladefläche integrierte Akku einfach herausgeschoben werden konnte. Die Lade- und Wechseltechnik entwickelte Volkswagen zusammen mit den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken (RWE) und der damaligen Gesellschaft für Elektro-Straßenfahrzeuge (GES).
Die 880kg schwere Batterie war herausnehmbar auf dem Ladeboden montiert.
Alternativ konnte die Blei-Traktionsbatterie von Varta auch per Stecker über eine Schnittstelle im Bulli-Heck geladen werden. Zudem hatte der Transporter aus der Zukunft schon vor mehr als vier Jahrzehnten ein Rekuperationssystem an Bord, mit dem beim Bremsen kinetische Energie gespeichert wurde.
Detail der Steuerungseinheit für den Elektroantrieb.
Der Energiegehalt der Batterie lag bei 21,6 kWh; damit kam der VW-Elektro-Transporter auf Reichweiten von bis zu 85 km. Für Vortrieb sorgte ein fremderregter Gleichstrom-Nebenschlussmotor von Bosch (später Siemens). Der brachte es auf eine Dauerleistung von 16 kW (22 PS); als Peak waren es kurzfristig 32 kW (44 PS). Das maximale Drehmoment lag bei kraftvollen 160 Nm.
Solide Elektrotechnik steuerte den Antrieb.
So unter Strom gesetzt, schaffte der 2.170 kg schwere Transporter eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h – ausreichend Speed, da zumeist in der Stadt unterwegs. Und er schaffte noch mehr: Der VW-Elektro-Transporter war die Keimzelle einer Entwicklung, die Generationen von Ingenieuren antrieb:, den Zero-Emission-Bulli für die Großserie zu entwickeln.
Kombiinstrument mit Tacho und e-Antrieb spezifischen Volt- und Ampere Anzeigen.
Doch über Jahrzehnte fehlte dazu eine wirklich praxistaugliche Batterie-Technologie. Heute ist das anders. Bereits angeboten wird von Volkswagen Nutzfahrzeuge der e-Crafter – ein großer Zero-Emission-Transporter der Neuzeit. Und 2022 werden der ID. BUZZ und der ID. BUZZ Cargo durchstarten. Bereit für die Zukunft der Mobilität.
Im Ursprungszustand mit Patina befindet sich dieser fahrbereite Elektro-Transporter von 1978.
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