AMAG Classic: Willkommen zu Hause


Für Schweizer Automobilgeschichte gibt es wohl kaum einen passenderen Ort: In Schinznach-Bad hat die AMAG Classic ihr neues Zuhause bezogen. Seit Anfang Juli 2026 ist der auf historische Fahrzeuge spezialisierte Betrieb an der Aarauerstrasse 33 eigenständig unterwegs. Ende September wurde der neue Standort nun offiziell vorgestellt.

Schinznach-Bad und die AMAG verbindet eine lange Geschichte. Von 1947 bis 2019 befand sich hier der Importeurssitz, und zwischen 1949 und 1972 wurden rund 30’000 Automobile montiert. Für unzählige Volkswagen, Audi und weitere Fahrzeuge war Schinznach-Bad damit gewissermassen das erste Zuhause in der Schweiz.

Genau daran knüpft die AMAG Classic mit ihrem Motto «Willkommen zu Hause» an. Was 2021 als spezialisierte Classic-Werkstatt innerhalb der AMAG Schinznach-Bad begann, wurde nun mit der AMAG Classic Collection zusammengeführt. Damit vereint der neue Betrieb Werkstatt, historische Fahrzeugsammlung, Archiv und Schaulager unter einem gemeinsamen Dach. Das Spektrum reicht vom VW Käfer über Golf und Bulli bis zu Audi quattro, Škoda Favorit, SEAT Ibiza und den amerikanischen Fahrzeugen aus der Schinznacher Montagezeit.

Das historische Garagengebäude passt bestens dazu. Einst als unabhängige Garage betrieben, wurde es später von der AMAG übernommen. Anfang der 1970er-Jahre diente es unter anderem als Wartungsbetrieb für NSU-Fahrzeuge, später wurden hier Škoda und VW Nutzfahrzeuge präsentiert. Heute ist das Gebäude wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt – mit einer modern ausgerüsteten Werkstatt für klassische Fahrzeuge.

Doch AMAG Classic will mehr sein als eine Oldtimer-Garage. Der Standort soll zum Treffpunkt für Freunde klassischer Automobile werden. Die neu gestaltete Kundenzone lädt ausdrücklich auch dann zu einem Besuch und zu Benzingesprächen ein, wenn gerade kein Service oder keine Reparatur ansteht. Geschäftsführer Dino Graf beschreibt die Idee entsprechend als einen Begegnungsort, an dem sich Besitzerinnen und Besitzer mit ihren Klassikern ein Stück weit «zu Hause» fühlen sollen.

Auch das Angebot wird deutlich erweitert. Neben Service, Reparaturen, Motor- und Getrieberevisionen sowie kompletten Restaurationen gehören Zustandsanalysen, Kaufberatung, Veteranenstatus-Beratung, Ein- und Auswinterung sowie der An- und Verkauf von Old- und Youngtimern dazu. Neu kommt ein eigenes Autohotel hinzu, in dem Kundenfahrzeuge fachgerecht untergebracht und für die nächste Ausfahrt bereitgestellt werden. Auch die Vermietung klassischer Fahrzeuge wird ausgebaut.

Am 24. September lud das Team zur Voreröffnung. Im Gespräch mit SHVF-Präsident Daniel Geissmann ging es dabei nicht nur um aktuelle Entwicklungen in der Oldtimer-Szene, sondern auch um ein Thema, das für deren Zukunft entscheidend ist: die Nachwuchsförderung.

So verbindet die neue AMAG Classic Vergangenheit und Zukunft an einem Ort, an dem Schweizer Automobilgeschichte seit Jahrzehnten zu Hause ist. Oder, wie es Serviceleiter Reto Mattenberger auf den Punkt bringt: «Für Autos, die bleiben.»

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