• Rückblick auf die erste Generation: 1976 stellte der erste Golf GTI die Sportwagenwelt auf den Kopf
• Serienheld trifft Rallye-Härte: Zwei Gesichter des Golf GTIpräsentiert Volkswagen Classic vom 30. Januar bis 1. Februar 2026 in Bremen
Er ist der kompakte Sportler für alle Lebenslagen: der Golf GTI. Mit mehr als 2,5 Millionen produzierten Exemplaren ist er ein echtes Erfolgsmodell. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres präsentiert Volkswagen auf der Bremen Classic Motorshow ein Duett aus der ersten Generation: einen marsroten Golf I GTI von 1979 und einen brilliantschwarzen Golf I GTI von 1983 in originaler Rallye-Patina.

Eine Erfolgsgeschichte seit 1976. Als der Golf GTI 1976 auf den Markt kommt, ahnt niemand, dass der 81 kW (110 PS) starke Kompaktsportler mit rotem Rahmen im Kühlergrill, schwarzen Radhausverbreiterungen und dem legendären Golfball-Schaltknauf innerhalb kürzester Zeit zum weltweit erfolgreichsten Kompaktsportwagen aufsteigen wird. Ursprünglich sind lediglich 5.000 Exemplare geplant. Doch bereits im ersten Jahr verkaufen die Händler zehnmal so viele Fahrzeuge. Insgesamt entstehen 461.690 Golf GTI der ersten Generation.

Es ist die erste Generation, die Volkswagen Classic als Duo in den Mittelpunkt seines Messeauftritts bei der Bremen Classic Motorshow stellt: Der eine in glänzendem Marsrot, der andere vom erfolgreichen Rallyeeinsatz gezeichnet – unter der Patina jedoch noch immer als schwarzes Blechkleid erkennbar. Genau das ist es, was den Golf GTI seit fünf Jahrzehnten auszeichnet: Er ist der Kompaktsportler für alle Lebenslagen.

LeJog als ultimative Härteprüfung
1.500 Meilen (rund 2.400 Kilometer) in nur vier Tagen quer durch Großbritannien – von Land‘s End an der südwestlichen Küste Englands bis John O’Groats im hohen Norden Schottlands. Keine sportliche Ausfahrt, sondern wohl eine der härtesten Oldtimer-Rallyes der Welt. Abseits der Hauptstraßen, über Stock und Stein, durch zahlreiche Bäche – nicht mit einem Geländewagen, sondern mit einem nahezu serienmäßigen VW Golf I GTI von 1983.

Mit kurzem Radstand und ausreichend Leistung fühlte sich der Kompaktsportler sichtbar wohl auf den kurvenreichen britischen Forst- und Landstraßen. Die Spuren der Strapazen sind ebenso deutlich zu erkennen wie der Spaß, den der GTI auf seiner Reise hatte. Und genau so, wie er in Schottland die Zielflagge sah, steht er heute auf dem Messestand von Volkswagen Classic.

Direkt daneben präsentiert sich glänzend und in leuchtendem Marsrot ein zweiter Golf GTI aus dem Jahr 1979. Ein GTI der ersten Generation, wie man ihn heute nur noch selten in diesem Zustand sieht. Schon im Stand lässt sich die beachtliche Performance des bis zu 182 km/h schnellen Volkswagen erahnen. Bereits damals ließ er zahlreiche Sportwagen und Coupés hinter sich, die locker mehr als 10.000 D-Mark teurer waren.

Die Eckdaten für einen Besuch: Beide VW Golf GTI sind auf der Bremen Classic Motorshow vom 30. Januar bis 1. Februar 2026 in Halle 5, Stand D08 zu sehen. Volkswagen Classic präsentiert sich gemeinsam mit Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer, Audi Tradition und der Autostadt Wolfsburg, die Automobilgeschichte erlebbar machen. Die Messe zählt zu den bedeutendsten Veranstaltungen für klassische Fahrzeuge zum Jahresauftakt und zieht traditionell Interessierte aus ganz Europa an. Rund 50.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet.
Fotonachweis: Volkswagen

Erneut trägt der auf 3,98 Meter gewachsene Golf GTI seine Agilität dezent zur Schau: Ein feiner roter Rahmen zeichnet die berühmte Linie um den Grill. Schwarz ausgestellte Kunststoffradläufe, GTI-Embleme an Front und Heck sowie eine schwarze Umrandung der Heckscheibe und Zierstreifen an den Seiten lassen keinen Zweifel zu: Das ist ein GTI. Den deutlich geräumigeren Innenraum dominieren wie bisher Sportsitze, ein schwarzer Dachhimmel und das vom Vorgänger bekannte Vierspeichen-Lenkrad mit den vier runden Hupknöpfen.
1985: Aufgefrischt und geschärft. Der Golf GTI wird in diesem Jahr aufgefrischt, um sein dezentes Erscheinungsbild ein wenig nachzuschärfen: Er bekommt zwei Zusatzscheinwerfer für das Fernlicht, ringsherum rote Linien auf den Schutzleisten und Stoßstangen sowie einen rot umrandeten Kühlergrill. Und dann natürlich die Fanfare jugendlicher Sportlichkeit: einen Schalldämpfer mit Doppelendrohren. Besonders in der frühen Variante ohne Kat ist der GTI mit seinem tiefergelegten und straffen Fahrwerk sowie dem kurz übersetzten Getriebe ein außerordentlich kräftiges und beschleunigungsstarkes Fahrzeug – und das bei gutem Gesamtkomfort. Nach einer Vorentscheidung im Dezember 1982 („Höhermotorisierungsvorhaben“) wird ein 4-Ventil-Zylinderkopf zur Serienreife entwickelt.
1986: Stark, schnell, 16 Ventile. Der lang erwartete GTI 16V geht im März in Serie. Mit 139 PS (ohne Kat) ist er der stärkste und schnellste Volkswagen. Die Stabantenne wandert aufs Dach. Der Grund dafür steckt unter der vorderen Haube: Der 16V-Zylinderkopf duldet konstruktiv keinen Verteiler an seinem angestammten Ort. Er wandert an die hintere Stirnseite der zweiten Nockenwelle – und damit zu nah an die übliche Antennenplatzierung. Ab der zweiten Jahreshälfte ist der GTI 16V mit Katalysator lieferbar, die Motorleistung sinkt leicht auf 129 PS.
Die Konkurrenz schläft nicht und holt auf. Volkswagen reagiert konsequent und erweitert die Motorenpalette seines Kompaktsportlers ab 1990 um eine neue Top-Variante: den GTI G60 mit elektronischer Einspritzung und Spirallader. Bereits bei niedrigen Drehzahlen stellt der G-Lader reichlich Ladedruck für ambitionierte Fahrleistungen zur Verfügung. Das Ergebnis sind 118 kW (160 PS) und klassenunübliche 225 Newtonmeter bei lediglich 3.500 U/min. In nur 8,3 Sekunden beschleunigt der GTI G60 auf 100 km/h. Höchstgeschwindigkeit: 216 km/h. So viel Kraft will kontrolliert sein: Zum ersten Mal zieht die Stotterbremse ABS serienmäßig in den GTI ein.
1990: Leistungsgestärkter Millionär. Im Februar legt Volkswagen leistungsmäßig noch einmal nach: Mit dem Golf GTI G60, der mit elektronischer Einspritzung und Spirallader 160 PS entwickelt. Der geregelte Kat gehört zur Standardausstattung aller Benzinmotorisierungen. Der Golf GTI wird serienmäßig mit Nebelscheinwerfern in der Frontschürze ausgestattet. Im November gibt es etwas zu feiern: Der millionste Golf GTI wird verkauft.
1991: Abschied in Blau. Zum Ausverkauf der Golf II Reihe gibt es noch das auf 2.100 Stück limitierte Sondermodell „Edition Blue“ des Golf GTI: mit Schiebedach, Schalthebel und Handbremse sind mit Leder belegt, der Teppich ist mauritiusblau, BBS-Aluminiumfelgen lassen ihn sportlich auf dem Asphalt stehen. Im letzten Produktionsjahr erhält der GTI die Servolenkung serienmäßig. Im Sommer läuft die Produktion des Golf II in Wolfsburg aus, um dem Nachfolger Platz zu machen.








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