Neu am Kiosk: Porsche Klassik – Magazin für Sportwagen #8


Wie facettenreich die Geschichte von Porsche ist, wird einem spätestens klar, wenn man die Herbstausgabe des Porsche Magazins in Händen hält. Wenige Modellreihen nur, und trotzdem gibt es die Faszination Porsche. Woran das liegt? An der feinmaschigen Geschichte des Hauses und seiner Produkte gepaart mit grossen Namen seiner Fahrer – oder einfach der Liebe ihrer Besitzer. Und um die geht es in Porsche Klassik #8 von der ersten bis zur letzten Seite 130. Achtung der Zünschlüssel sitzt links.

Am Start im Zeitfenster das Debut des 928 als Pacecar in Le Mans. Gerade ein Jahr auf dem Markt fährt er in der Einführungsrunde den 936ern vornweg. Trotz des Porsche Packcars wird es nicht zum Gesamtsieg reichen. Das war es auch schon mit den Wassergekühlten, ab jetzt kühlt das Heft mit Luft.

Die Titelgeschichte fährt den 959 vor, der als „Gruppe B“-Studie auf der IAA 1983 den Porsche Stand zierte. Die Gruppe B war insbesondere im Rallye Sport der ultimative Hammer, im Grunde genommen die sportliche Lizenz des technisch Möglichen auszureizen. Während der ebenfalls auf der IAA 1983 präsentierte Audi Sport quattro im Jahr drauf auch gleich zum Angriff in der Rallye WM blies, nahm man sich bei Porsche noch ein wenig Zeit, um das Aushängeschild des Hauses auf Alltagstauglichkeit zu polieren. Die ganze Geschichte über 11 Seiten zur DNA des 959 liest sich nicht nur gut. Sie ist es auch.

Gelassener geht es beim Mauerblümchen in der Porsche Geschichte zu. Anstatt dem 912 das Image des Ausputzers im Programm anzuheften, wird dem Reiz des legitimen Nachfolgers vom 356er bei einer Ausfahrt von vier sehr unterschiedlichen Modellen nachgefahren. Darunter der erste Porsche von Elke Sommer und ein wunderbarer SW Targa.

Apropos Ausfahrt. Unter GTS Routes bietet Porsche eine App für unverfälschten und puren Fahrspass an. Die kostenlose App bietet kurvenreiche Strassen dieser Erde zum Nachfahren und Erleben an. Und wer Lust hat, zeichnet seine Lieblingsstrecke auf und verfasst seinen eigenen GTS Moment, um ihn mit Freunden und Nutzern der App zu teilen. Porsche Klassik fuhr mit einem 911 Cabriolet auf der Deutschen Alpenstrasse von Lindau am Bodensee bis nach Berchtesgaden am Königssee.

Und weil man da schon in den Bergen ist, widmet sich das Kapitel Motorsport der Teilnahme bei der Berg-Europameisterschaft von Porsche einer 13-seitigen Huldigung. Bergrennen waren kurze, knallharte Sprintrennen über wenige KM, auf der einen Seite an der Felswand entlang, auf der anderen lauerte der Abgrund. Leichtgewichte waren hier im Vorteil und so zaubert Porsche bei den Wettkämpfen gegen Ferrari, Abart und BMW mit immer exotischeren Material immer leichtere Fahrmaschinen hervor, deren Leistungsgewicht jenseits von Gut und Böse liegen. Zahlreiche Bilder aus der Epoche runden den Artikel ab.

MehrKm auf dem Buckel hat dagegen der 64er 356er eines amerikanischen Porsche Fans. Der Zähler am Tacho steht kurz vor dem Wechsel auf die Million. Seine Geschichte von 1968 in der Hand des Besitzers ist eine Liebesgeschichte im betagten Alter der beiden. Wobei der Porsche seinen Besitzer wohl überleben. wird.

Noch keinen alten Porsche in der Garage. Dann bei Early 911 vorbei schauen. In Dortmund sammelt und restauriert jemand bis zur Perfektion luftgekühlte Porsche aus dem ebenfalls gesammelten Fundus. Seine Spezialität im Porsche Himmel. Ausgefallene Modelle aus aller Welt.

Daher kamen auch die meisten Porsche zur Rennsport Reunion in Laguna Sec zusammen. Unter dem Motto »Legends aus Le Mans« brachte Porsche acht Modelle aus dem eigenen Fundus mit. Die restlichen Stars platzierten Fans der Marke aus aller Welt an die Strecke. Le Mans Stars wie Stuck, Bell, Ickx, Elford oder Piper liessen es sich nicht nehmen als Le Mans Legenden selbst in Lenkrad zu greifen.

Wenn Walter Röhrl ans Lenkrad, oder besser ins Lenkrad greift, geht es meistens ans Limit. Diesmal vergleicht der zweifache Rallye Weltmeister einen 964er Carrera 2 mit dem Carrera 4 und klärt über die Vorzüge des Allradantriebs jenseits der elektrischen Helferlein auf. Sein Fazit:« Allrad ist eine grosse Evolution«.

Ohne Drehmoment geht es ins Porsche Museum zu einem 911 2.4 S Sportomatic aus dem Jahr 1972, der eigentlich ein verwunschener 911 2.7 RS ist – mehr oder weniger.

Neugierig geworden. Ausserdem gibt es:
Unterwegs im 911 turbo bei der Paul-Pietsch-Klassik
Passend zur Zeit: Automobile Geschenke zu Weihnachten
Eine Fotosession mit RenLé Staud.

Ehrlich gesagt, schneller kann man für € 5,90 nicht an jedem Kiosk in die Geschichte von Porsche einsteigen.

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