Ein Bild und seine Geschichte: heute. Touristenfahrt.


Niedlich, wie sie da zu dritt für den Fotografen possieren. Wirtschaftswunderzeit, alle sind satt. Man gönnt sich was. Einen frühen Käfer, vielleicht mit Rheumaklappen? Die Damen sind happy, der Mann hat den Krieg überlebt und ein Auto und einen Fotoapparat mit Film kann man sich auch leisten. Wohin soll es also zu Kaffee und Kuchen gehen? 

An diesem Sonntag ging es in die Eifel. Genauer gesagt, an und auf den 1927 eröffneten Nürburgring. Eine wenn nicht die spektakulärste Rennstrecke der Welt, die mit ihren über 20 km Streckenlänge in die Landschaft der Hocheifel eingepflanzt wurde. Charakteristisch sind die eigensinnigen Namen der unzähligen Streckenabschnitte: „Antoniusbuche“, „Fuchsröhre“, „Schwedenkreuz“, „Flugplatz“, „Hohe Acht“, um nur einige zu nennen. Sie alle sind mit Tafeln markiert. In diesem Fall mit der am „Schwalbenschwanz“.

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Die Tafeln hat man aber nicht für die Rennfahrer aufgebaut, damit die wissen, hinter welchem halsbrecherischen Streckenabschnittoder  welcher nächsten Kuppe oder Kurve gerade der Tod auf sie lauert. Seit Anbeginn war der Nürburgring als Test- und Versuchsstrecke für die Automobilindustrie vorgesehen. Für eine handvoll Rennen im Jahr hätte sich die Investition in der Eifel alleine nicht gelohnt. Darüber hinaus dann noch als Touristenattraktion: Den Nürburgring konnte man befahren. Gegen Entgelt gab es eine Karte für eine Runde Touristenfahrt. Selbst Busse durften da rumkurven. Die schnellste Einbahnstrasse der Welt, wenn man sich messen wollte. Was viele taten und dafür mit einem Haufen Schrott nach Hause kamen, weil sie eben die Strecke trotz der schönen Tafeln nicht kannten.

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Unsere Vier nehmen es gelassener. Sie nehmen sich sogar eine Auszeit, um sich und das Erreichte zu inszenieren. In diesem Fall den „Schwalbenschwanz“ auf dem Nürburgring. Die Damen im Sonntagskleid der 50er Jahre. Lang und keusch, der Herr im Anzug. In der Hand mit einer Mappe oder einem Ordner. Wird er darin die Bilder der vorausgegangen Ausflüge aufbewahrt haben? Auf jeden Fall sind sie stolz auf sich, auf das Erreichte und auf das Ziel. Und sie scheuen sich nicht, sich als Touristen zu verstehen. Denn dann hat man es ja zu was gebracht. Und das war wichtig.

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