75 Jahre Volkswagenwerk. Wenn das ein Grund zum Feiern ist?


Adolf Hitler legte vor 75 Jahren den Grundstein für das VW-Werk im heutigen Wolfsburg. Doch nicht patriotische Emphase, sondern nüchternes Kalkül führten schließlich zur Entstehung einer Ikone.

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Die meisten Städte sind, wenn man so will, harmonisch gewachsen. Aus kleinen Anfängen werden sie, wenn ihre Lage dem förderlich ist, allmählich größer, Jahr um Jahr, Jahrzehnt um Jahrzehnt, Jahrhundert um Jahrhundert. Nicht so Wolfsburg. Die Stadt ist eine politische Gründung, die auf das Jahr 1937 zurückgeht und eher zufällig zustande kam.

Die Nationalsozialisten hatten beschlossen, ein neues Automobilwerk zu bauen, das die bisherigen – und in Privatbesitz befindlichen – an Größe und Ausstoß bei Weitem übertreffen sollte. Es war eine Planung am Reißbrett. Man entschied sich für die kleine Gemeinde Fallersleben, die zwischen Hannover und Magdeburg lag. Hier war 1798 August Heinrich Hoffmann von Fallersleben geboren worden, der das „Lied der Deutschen“, die spätere Nationalhymne, geschrieben hat.

Doch nicht patriotische Emphase, sondern nüchternes Kalkül führte zur Wahl dieses Standorts. Denn Fallersleben war ein verkehrstechnisch günstiger Ort: Es liegt nahe dem Mittellandkanal sowie nahe der Eisenbahnstrecke Berlin-Ruhrgebiet und der Autobahn von Berlin nach Hannover. Auch befanden sich in den nahen Städten Peine und Salzgitter Stahlwerke. Wolfsburg wurde ganz in der Nähe geplant, gewissermaßen als Schlafstadt für die künftigen Arbeiter des neuen Werks.

Sonderzüge in eine unwirtliche Gegend

Vor 75 Jahren am 26. Mai 1938 wurde mitten im Wald bei Fallersleben der Grundstein für das gelegt, was später das VW-Werk wurde. Das NS-Regime hatte immerhin 50.000 Menschen mit Sonderzügen in die unwirtliche Gegend karren lassen. Die Zeremonie der Grundsteinlegung dauerte ganze vier Stunden und wurde in voller Länge im Radio übertragen.

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Das war Teil einer groß angelegten Propagandakampagne, mit der das Regime für ein neues, für alle Bevölkerungsschichten erschwingliches Auto warb: für den „Volkswagen“. Adolf Hitler scheute sich zwar, das damals noch im Experimentierstadium befindliche Automobil so zu nennen, aber im Volksmund hieß es schon längst so.

Wie alle Massenveranstaltungen der Nationalsozialisten fiel auch diese martialisch aus. Vor der Rednertribüne standen drei Prototypen des künftigen Gefährts. Zuerst sprach Robert Ley, der Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF), der das Thema preludierte. Diese Fabrik, rief er, sei für Adolf Hitler eine seiner wichtigsten Projekte.

Vier Gänge, vier Personen, Heckmotor

Danach erklärte ein anderer Redner die technischen Einzelheiten des Autos: vier Gänge, vier Personen, Heckmotor, komplette Stahlkarosserie – dieser „Volkswagen“ sollte schneller, komfortabler und robuster sein als die „Volkswagen“ der Italiener und Franzosen, der Fiat 500 und der 2CV. Nun trat Adolf Hitler an das Rednerpult und hielt eine seiner Reden, in denen er sich höhnisch über all jene erhob, die ihm mit Bedenken, Schwierigkeiten, Problemen und Zweifeln kamen.

Getragen von dem Siegesrausch, in den ihn der zwei Monate vorher vollzogene „Anschluss“ Österreichs an Deutschland versetzt hatte, spottete er über die Fachleute der Automobilindustrie, die ihm den Wagen für alle immer nur ausreden und ihm sagten, ein Auto, das nur 990 Reichsmark kosten sollte, sei schlicht nicht zu realisieren. „Ich hasse das Wort unmöglich“, rief er und prophezeite dem neuen Auto eine glanzvolle Zukunft. Er sollte gegen die Bedenkenträger recht behalten. Doch diese Zukunft begann erst, als Hitler tot und sein Reich zerstört war, im August 1945.

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Eine Woche nach der Grundsteinlegung veröffentlichte die „New York Times“ einen wohlwollenden Artikel über Hitlers Vorhaben, Deutschland nach den USA zum zweiten Land zu machen, in dem das Auto nicht mehr nur den Reichen vorbehalten sein soll. Es heißt dort: „Schon bald will Der Führer seine langen, wohlgestalteten Autobahnen mit Tausenden und Abertausenden von glänzenden kleinen Käfern übersäen, die vom Baltikum bis in die Schweiz und von Polen nach Frankreich schnurren.

Vaterland durch die Windschutzscheibe

„Vater, Mutter und bis zu drei Kinder werden drinnen sitzen und zum ersten Mal ihr Vaterland durch die eigene Windschutzscheibe sehen.“ Es ist das erste belegte Mal, dass das Auto „Käfer“ genannt wird. Und es fällt auf, wie groß der Autor mehr als ein Jahr vor dem Beginn des deutschen Eroberungskrieges Deutschland damals schon dimensioniert.

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Der VW trat spätestens mit dem Beginn der 50er-Jahre einen ungeheuren Siegeszug an. Er wurde, auch seiner Form wegen, zu einer automobilen Ikone, dessen Ruf fast um den ganzen Erdball ging. Das eiförmige Auto, das bis zur Einstellung der Produktion im Jahre 2003 in der Gestalt im wesentlichen unverändert blieb, fand ohne große stilistische Veränderungen seinen Weg über Länder- und Staatengrenzen hinweg.

Von den Nazis gegründet, die eine deutsche Welt wollten und den Kosmopolitismus hassten, wurde der VW zu einem universalistischen Mythos. Wie kam es dazu? War der VW eine Art trojanisches Pferd, das der Nationalsozialismus über seinen Untergang hinaus in die freie Welt schmuggelte?

Der VW als trojanisches Pferd

Man darf sich die Nazis nicht dümmer vorstellen als sie waren. Hitler, der Antisemit und Rassist, war zugleich von Amerika, dem Hort der „Plutokratie“, fasziniert. Als Deutschland geistig noch nicht aus dem Kutschenzeitalter herausgekommen war, liebte er schon Autos und Flugzeuge. Und er war ein Fan von Henry Ford, der in seinen Werken das erste auch für Arbeiter erschwingliche Automobil, den Ford T, bauen ließ, 15 Millionen Mal von 1908 bis 1927.

Auch zu Henry Ford, wie Hitler ein glühender Antisemit, hatten die Fachleute gesagt, ein erschwingliches Automobil sei nicht möglich. Da revolutionierte Ford die Produktion, führte das – vom Schlachthaus abgeguckte – Fließband ein, machte die Arbeiter erstmals zu Puppen, die von der Maschine betrieben wurden – und schuf mit dieser Degradierung der Handarbeit eben die Voraussetzungen für das Auto als Massenkonsumartikel.

Hitler war davon fasziniert, schon 1922 hing in seinem Münchner Büro ein Porträt des amerikanischen Autobauers, dem er später zu dessen 75. Geburtstag den höchsten deutschen Orden für Ausländer verleihen ließ. Und er schickte ganze Delegationen in die USA, die sich von Fords Art, Autos zu produzieren, inspirieren lassen sollten.

Instrument der Freiheit

Hitler liebte Geschwindigkeit und Tempo. Und er sah – wie Millionen Bundesbürger nach 1945 – im Auto ein Instrument der Freiheit. Der einzelne, sagte er in einer Rede, könne mit dem Auto frei verfügen, wann und wo er fahren möchte, der Reisende werde vom Diktat des Schienenverkehrs befreit. Wenn man will: freie Fahrt für freie Bürger.

Dabei hatte er gut erkannt, dass das teure, aber auch das erschwingliche Auto viel mehr als ein Transportmittel darstellt. Träume hatten sich an die Benzinkisten geheftet, und Hitler gab sich als der, der dem Volk den Volkswagen schenken und somit die automobile Volksgemeinschaft schaffen würde. Das Autofahren war eine Verheissung.

Nach einer Tour durch Bayern in einem Auto, das einem Kommilitonen gehört, schrieb der Student Helmut Hartmann am 13. April 1935 an seine „liebe Mutti“: „Um 8 Uhr kamen wir in München an. Ganz begeistert sind wir von der wunderbaren Fahrt. Was haben wir auch nicht alles gesehen! Niemals hätte ich mit der Bahn all diese Orte besuchen können. In einem Nachmittag haben wir in gemütlicher, überhaupt nicht anstrengender Fahrt die ganze Schönheit dieses Teiles von Oberbayern genossen!“

Die Planung setzte Hitler im Alleingang durch

Die Planung des Volkswagens setzte Hitler im Alleingang durch. Als der Reichsverband der Automobilindustrie die Aufgabe, die Unmöglichkeit eines erschwinglichen Autos zu beweisen, an eine Beratungsfirma abgab, machte er einen kapitalen Fehler. Den Auftrag erhielt das Unternehmen von Ferdinand Porsche Dieser war schon längst und unabhängig von Hitler von der Idee eines robusten und dennoch eleganten Billigautos fasziniert.

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Porsche fand in Hitler an allen Institutionen vorbei die Unterstützung, die er für die Entwicklung des Wagens brauchte. Es war gewissermaßen ein Triumph des Willens, ein Sieg über Routine und Alltag.

Weil die Automobilindustrie so zögerte, ging der Auftrag nicht an eines der deutschen Automobilunternehmen – es wurde vielmehr vom Staat etwas Neues gegründet, eben das Werk bei Fallersleben. Und auf gespenstische Weise war es tatsächlich ein Volkswerk.

Kraft durch Freude

Denn das beträchtliche Gründungskapital von 175 Millionen Reichsmark kam von der DAF. Diese hatte, nach der Zerschlagung der Gewerkschaften 1933, deren gesamten Vermögen – also vor allem die Beiträge der Gewerkschaftsmitglieder – an sich gerissen. Ein – erst einmal vollkommen marktferner – Staatsbetrieb, der auf Volksvermögen gegründet ist: Dieses Erbe von Planwirtschaft und Volksgemeinschaft ist VW – wo man ja immer stolz war auf die einvernehmlichen Sonderbeziehungen zwischen Kapital und Arbeit – später nur sehr langsam und nie vollständig losgeworden.

Zum Serienbau des Volkswagens, der damals nach der NS-Freizeitorganisation Kraft durch Freude KdF-Wagen genannt wurde, kam es nicht mehr. Zum einen, weil der Zweite Weltkrieg begann (in dem der Wagen zum Kübelwagen umgerüstet für militärische Zwecke gebaut wurde), zum andern, weil nicht genügend Kunden in der Lage und bereit waren, mit einem monatlichen Sparbetrag von fünf Reichsmark den Wagen vorzufinanzieren.

Viele, so heißt es in einem Bericht des Sicherheitsdienstes der SS, hätten kein Vertrauen in die Fähigkeit des Regimes, den Frieden zu wahren und das Auto wirklich zu bauen.

Rund 90 Prozent waren nicht zerstört

Als schon im August 1945 die Automobilproduktion in Wolfsburg wieder begann, profitierte sie in doppelter Hinsicht von der NS-Vorgeschichte des VW. Anders als die meisten anderen Betriebe, war das spätere VW-Werk in Wolfsburg, das bis 1945 „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ hieß, zu 90 Prozent nicht zerstört. VW konnte mit einer intakten Fabrik und einer voll ausgereiften Produktionsidee starten. Zehn Jahre später lief der millionste „Käfer“ vom Band.

Die Älteren, die damals darin saßen, wussten, wes Ursprungs das Gefährt war. Aber das vergaß sich bald. Mitte der 60er-Jahre war der VW, der lief und lief, ein unschuldiges Gebrauchsgut. Seine totalitäre, planwirtschaftliche Herkunft war vergessen. Das lustige und praktische Auto mit der Form hatte zwar Züge des damals wenig beachteten Art Déco – erschien den nachwachsenden Generationen aber als ein originäres Kind der Bundesrepublik: rund, praktisch, gut, freiheitsverheißend und zum Nierentisch passend.

Gelb und schwarz und rennen kann er auch. Fertig ist der Gelb-Schwarze-Renner.


Ab sofort bestellbar: Der Volkswagen Beetle GSR
Weltweit nur 3.500 Exemplare – die Jagd beginnt

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Sportlichster Beetle startet mit 210 PS starkem Turbomotor
Legendäre Käfer-Version liefert Vorlage für den Beetle GSR

Wolfsburg, 17. Mai 2013 – Ab heute ist der auf pure Dynamik ausgelegte Beetle bestellbar – der neue GSR mit 155 kW / 210 PS. Hinter dem Kürzel verbirgt sich ein legendärer Vorgänger: der auf dem Käfer 1303 S basierende „Gelb-Schwarze Renner“. Und auch den gab es nur 3.500 Mal.

Vor genau 40 Jahren debütierte dieser sportlichste Serien-Käfer aller Zeiten. Erkennungszeichen: die gelb-schwarze Karosserie. Jetzt setzt Volkswagen die Geschichte der Ikone mit dem neuen Beetle GSR fort. Wie der Vorfahre, geht auch die aktuelle Version als zweifarbige Ausführung an den Start. Ab Herbst wird geliefert. Preis in Deutschland: 30.300 Euro.

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Im Hinblick auf die Optik hat Volkswagen das Konzept des 70er-Jahre-GSR mit dem Beetle GSR konsequent in die Neuzeit transferiert: Analog zum GSR von einst ist die Karosserie der Neuauflage in Gelb gehalten. Schwarz sind beim neuen Beetle GSR ebenfalls die Hauben (Dekorfolien), darüber hinaus aber auch das Dach (lackiert) und die Außenspiegelkappen. Schwarz-gelbe Streifen mit den Buchstaben „GSR“ individualisieren oberhalb der Seitenschweller die Silhouette. Gelb lackierte Stoßfänger im neuen R-Line-Design und ein natürlich gelb-schwarzer Heckspoiler komplettieren die GSR-Optik. Anders als der Käfer, kann der Beetle GSR alternativ in „Platinumgrey / Schwarz“ bestellt werden.

Eine Welt liegt zwischen den vor 40 Jahren auch im Bereich sportlicher Autos üblichen 15-Zoll-Stahlfelgen (mit 175er Reifen) und den beim Beetle GSR eingesetzten 19-Zoll-Leichtmetallfelgen des Typs „Tornado“ (schwarz lackiert) mit Reifen der Dimension 235/40.

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Im schwarz-gelben Interieur des GSR von einst sorgten ein Sportlederlenkrad und Sportsitze für ein Plus an Käfer-Dynamik. Vier Jahrzehnte später sind es ergonomisch ausgefeilte und auch für Rennstrecken taugliche R-Line-Sportsitze (mit Stoffbezügen und gelben Kontrastnähten; US-Version mit schwarzer Lederausstattung), ein griffiges Ledersportlenkrad (ebenfalls gelbe Kontrastnähte) mit R-Line-Logo und eine Limited-Edition-Plakette mit der Sonderseriennummer (1 bis 3.500), die den GSR besonders auszeichnen.

Ebenfalls serienmäßig an Bord: Zusatzinstrumente, Bi-Xenonschein-werfer, Climatronic, Licht-und Sichtpaket, Winterpaket, R-Line-Dashpad (Designblende für die Instrumententafel), GSR-Schalthebel, Handbremshebel in Leder und schwarze Fußmatten mit gelber Kontrastbestickung. Die Heck-und Seitenscheiben sind zu 65 Prozent abgedunkelt.

Vor 40 Jahren reichten dem gelb-schwarzen Käfer genau 50 PS, um die Welt der Kompaktwagen aus den Angeln zu heben. Doch diese Welt dreht sich längst schneller: Und so beschleunigt der neue Beetle GSR mit seinem 210-PS-Motor in nur 7,3 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 229 km/h an. Bemerkenswerter als die reinen Fahrleistungen ist indes die Drehmomentcharakteristik des Beetle GSR: Schon ab 1.700 U/min stellt der Turbomotor sein Drehmoment-maximum von 280 Nm zur Verfügung; bis 5.200 U/min bleibt dieser Wert konstant auf diesem hohen Niveau. Dem gegenüber steht ein in Anbetracht der Dynamik niedriger Durchschnittsverbrauch von 7,3 l/100 km. Optional kann der neue Beetle GSR alternativ zur 6-Gang-Handschaltung weltweit mit einem automatisch schaltenden 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) bestellt werden.

Die Allianz aus Performance, Design, Ausstattung und limitierter Stückzahl wird den Beetle GSR schnell zu einem Sammlerstück machen. So war es auch beim Käfer 1303 S – er gehört heute zu den teuersten und gesuchtesten 70er-Jahre-Versionen des damals erfolgreichsten Automobils der Welt. Insofern dürfte es spannend werden, wie der Beetle GSR im Jahre 2053 taxiert wird. Wir werden berichten…

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Rekordwert im Volkswagen Windkanal.


Volkswagen Spezialversion von 1947 mit cW 0,217 gemessen.  Aerodynamische Feinarbeit sorgt vor allem für einen geringeren Luftwiderstand. Das wussten schon die Techniker aus den Kindertagen von Volkswagen. Eine Spezialversion des Käfers aus dem Jahr 1947 wurde jetzt im Wolfsburger Klimawindkanal vermessen – und überraschte mit einem niedrigen cW-Wert.

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Eine strömungsgünstige Fahrzeug-Gestaltung hilft – und das ist heute besonders wichtig – bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Solcherart geglättet hat der neue Volkswagen Golf einen Luftwiderstandsbeiwert (cW) von lediglich 0,27 bei einer Stirnfläche von 2,19 qm. Der rundlich gezeichnete, sieben Jahrzehnte ältere Käfer im Serientrimm kam dagegen auf einen cW-Wert von 0,46 bei einer Stirnfläche von 1,80 qm. Aber es ging auch besser, wie eine der ungewöhnlichsten Messfahrten des Wolfsburger Windkanals beweist: Hier wurde jetzt eine aerodynamisch optimierte Spezialversion des Urmodells untersucht – und sie wartete mit einem Rekordwert auf.

Fertiggestellt wurde der nach seinem Erbauer Kurt Volkhart benannte Volkswagen Spezial „V2 Sagitta“ im Jahr 1947. Volkhart hatte Anfang der 40er Jahre angefangen, auf Basis von Grundlagenuntersuchungen des legendären Aerodynamikers Baron von König-

Fachsenfeld, windschnittige Sportversionen des Käfers zu entwickeln – darunter kompromisslose Streamliner mit durchgehender Rückenflosse. Aber nur sein Sagitta-Projekt wurde schließlich vollendet, mit einer leichten Aluminium-Karosserie auf einem Stahlrohr-Gitterrohrrahmen. Im Heck saß ein gerade mal 1,1 Liter kleiner Volkswagen Boxermotor mit 24,5 PS. Dank des strömungsgünstigen Aufbaus, der in Details der Karosse des Porsche 356 ähnelt, waren stolze 140 km/h möglich.

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Eine seriöse technische Prüfung im Windkanal erfuhr der V2 Sagitta erst im Januar 2013, nachdem der verschollen geglaubte Wagen während eines Concours d’Elegance wieder ins Licht der Öffentlichkeit gekommen war: Das Team um Dr. Alexander Wittmaier von der Volkswagen Forschung und Entwicklung ließ das Fahrzeug von seinem heutigen Standort in Österreich nach Wolfsburg bringen, um es im Windkanal aerodynamisch zu bewerten. Neben der Marke Volkswagen verfügen im Volkswagen Konzern auch Audi und Porsche über bestens ausgestattete Windkanäle.

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Die beiden wichtigsten Kennzahlen für die aerodynamische Bewertung eines Fahrzeuges sind die Stirnfläche und der Luftwiderstandsbeiwert – je kleiner der cW-Wert, umso windschlüpfiger ist das Fahrzeug. Beide Werte lassen sich bei entsprechender Vorarbeit binnen relativ kurzer Zeit ermitteln. Beim V2 Sagitta wurden ein cW-Wert von 0,217 und eine Stirnfläche von 2,10 qm gemessen – hervorragende Werte, die heutzutage jedoch von stark strömungsoptimierten Fahrzeugen wie dem Volkswagen XL1 eindrucksvoll unterschritten werden: Hier ist im Wolfsburger Windkanal ein cW-Wert  von 0,189 bei einer Stirnfläche von 1,50 qm festgestellt worden.

Im Laufe der Untersuchung des V2 Sagitta wurde auch die aerodynamische Wirksamkeit einzelner Maßnahmen wie der Radhausverkleidungen untersucht. Entfernt man sie, verschlechtert sich der cW-Wert auf 0,252. Werden dagegen die Scheibenwischer abmontiert oder ein kleiner Heckspoiler verwendet, verringert sich der cW-Wert auf 0,216. Ein Phantasiewert aber bleibt der Anfang der 50er Jahre in zeitgenössischen Magazinen genannte cW von 0,160.

 

 

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Der Gelb-schwarze Renner ist zurück.


Weltweit nur 3.500 Exemplare: Volkswagen präsentiert neuen Beetle GSR in Chicago. Der sportlichste Beetle startet mit 210 PS starkem Turbomotor. Dabei liefert die legendäre Käfer-Version die Vorlage für den Beetle GSR.

Volkswagen bringt einen auf pure Dynamik ausgelegten Beetle ins Spiel: den neuen GSR. Das 155 kW / 210 PS starke Exklusivmodell steht vom 7. bis 18. Februar als Weltpremiere im Rampenlicht der Chicago Auto Show. Limitierte Auflage: 3.500 Exemplare; weltweit. GSR – dahinter verbirgt sich eine kuriose Abkürzung und ein legendärer Vorgänger: der auf dem Käfer 1303 S basierende „Gelb-Schwarze Renner“. Und auch den gab es nur 3.500 Mal. Vor genau 40 Jahren debütierte dieser sportlichste Serien-Käfer aller Zeiten. Erkennungszeichen: die gelb-schwarze Karosserie. 2013 setzt Volkswagen die Geschichte der Ikone mit dem neuen Beetle GSR fort. Wie der Vorfahre, geht auch die aktuelle Version als zweifarbige Ausführung an den Start. Ab Mai wird der Beetle GSR bestellbar sein; ab Herbst wird geliefert. Preis in Deutschland: 30.300 Euro.



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Im Hinblick auf die Optik hat Volkswagen das Konzept des 70er-Jahre-GSR mit dem Beetle GSR konsequent in die Neuzeit transferiert: Analog zum GSR von einst ist die Karosserie der Neuauflage in Gelb gehalten. Die Hauben des 73er Käfers waren in mattem Schwarz lackiert, ebenso die Stoßstangen; schwarze Zierleisten unterhalb der Seitenscheiben und schwarz-gelbe Seitenstreifen über den Schwellern komplettierten den Look. Gelb und Schwarz schlagen nun die Brücke über die Jahrzehnte: Schwarz sind beim neuen Beetle GSR ebenfalls die Hauben, darüber hinaus aber auch das Dach und die Außenspiegelkappen. Schwarz-gelbe Streifen mit den Buchstaben „GSR“ individualisieren oberhalb der Seitenschweller die Silhouette. Gelb lackierte Stoßfänger im neuen R-Line-Design und ein natürlich gelb-schwarzer Heckspoiler komplettieren die GSR-Optik. Anders als der Käfer, kann der Beetle GSR alternativ in „Platinumgrey / Schwarz“ bestellt werden.

Eine Welt liegt zwischen den vor 40 Jahren auch im Bereich sportlicher Autos üblichen 15-Zoll-Stahlfelgen (mit 175er Reifen) und den beim Beetle GSR eingesetzten 19-Zoll-Leichtmetallfelgen des Typs „Tornado“ (schwarz lackiert) mit Reifen der Dimension 235/40.

Im schwarz-gelben Interieur des GSR von einst sorgten ein Sportlederlenkrad und Sportsitze für ein Plus an Käfer-Dynamik.

 

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Vier Jahrzehnte später sind es ergonomisch ausgefeilte und auch für Rennstrecken taugliche R-Line-Sportsitze (mit Stoffbezügen und gelben Kontrastnähten; US-Version mit schwarzer Lederausstattung), ein griffiges Ledersportlenkrad (ebenfalls gelbe Kontrastnähte) mit R-Line-Logo und eine Limited-Edition-Plakette mit der Sonderseriennummer (1 bis 3.500), die den GSR besonders auszeichnen. Ebenfalls an Bord: R-Line-Dashpad (Designblende für die Instrumententafel), GSR-Schalthebel, Handbremshebel in Leder und schwarze Fußmatten mit gelber Kontrastbestickung.

Vor 40 Jahren reichten dem gelb-schwarzen Käfer genau 50 PS, um die Welt der Kompaktwagen aus den Angeln zu heben. Doch diese Welt dreht sich längst schneller: Und so beschleunigt der neue Beetle GSR mit seinem 210-PS-Motor in nur 7,3 Sekunden auf 100 km/h (0-60 mph in 6,6 s). Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 229 km/h (130 mph) an. Bemerkenswerter als die reinen Fahrleistungen ist indes die Drehmomentcharakteristik des Beetle GSR: Schon ab 1.700 U/min stellt der Turbomotor sein Drehmomentmaximum von 280 Nm zur Verfügung; bis 5.200 U/min bleibt dieser Wert konstant auf diesem hohen Niveau. Dem gegenüber steht ein in Anbetracht der Dynamik niedriger Durchschnittsverbrauch von 7,3 l/100 km. Optional kann der neue Beetle GSR alternativ zur 6-Gang-Handschaltung weltweit mit einem automatisch schaltenden 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) bestellt werden.

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Die Allianz aus Performance, Design, Ausstattung und limitierter Stückzahl wird den Beetle GSR schnell zu einem Sammlerstück machen. So war es auch beim Käfer 1303 S – er gehört heute zu den teuersten und gesuchtesten 70er-Jahre-Versionen des damals erfolgreichsten Automobils der Welt. Insofern dürfte es spannend werden, wie der Beetle GSR im Jahre 2053 taxiert wird. Wir werden berichten…

 

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Der Strickbulli.


Wolfsburg, 18. Januar 2013 – Passend zur Winterzeit trägt der T3-Bulli nun ein wollendes Kleid. Maßgeschneidert von der Karosserie bis hin zu den Scheinwerfern, ist der sogenannte Strickbulli ab heute bis Ende März im AutoMuseum Volkswagen zu bewundern.

 

Die Idee kam Kollegen von Volkswagen Nutzfahrzeuge, die gemeinsam in Thailand Urlaub machten. Dort sahen sie einen historischen Volkswagen Bulli mit Strickgewand und befanden ihn zur Nachahmung empfohlen. Die Aufgabe war schwieriger, als die Herren sich das vorgestellt hatten, und so sprangen fleißige Damenhände aus Deutschland und Übersee ein.

In 2500 Arbeitsstunden entstand aus rund 250 Kilometern Wolle der 50 Kilogramm schwere Pulli für den Bulli. Das Resultat kann sich sehen lassen: ein kunterbuntes Kleid für den T3, ein echter Hingucker.

 

 

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Ein Bild und seine Geschichte. Heute: Wirtschaftswunder.


1955,  Dervio, Lago di Como, Italien. Hier nahm der Fotoamateur Alberto (Nino) Galbia dieses Bild auf. Er fokussiert auf die Seitenansicht eines Fahrzeugs mit geöffneter Haube. Unser Blick wird dabei am rechten Kotflügel eines anderen Autos vorbei und an der linken Zeltflanke nach hinten geführt, wo der Blick durch den Wald aufgehalten wird. 

1955, Jahr des Wohlstandes? Woher kommen die Autos, es sind deutsche Fabrikate, links der mächtige Kotflügel eines Opel Kapitän. Dieses Oberklassemodell aus Rüsselsheim war bereits in seiner 2. Version nach dem Krieg auf dem Markt. Im Herbst 1953 erhielt der überarbeitete Kapitän ’54 eine Pontonkarosserie im amerikanischen Stil mit einem markanten „Haifischmaul“-Kühlergrill. Alle Türen waren jetzt vorn angeschlagen und auch die Frontscheibe ungeteilt. Die Leistung des Motors stieg auf 50 kW (68 PS), die Höchstgeschwindigkeit auf 138 km/h. In seiner Produktionszeit von November 1953 bis Juli 1955 wurden 61.543 Exemplare gebaut. Der Kaufpreis betrug 9.500 DM (ab 3. Januar 1955: 8.990 DM). Das war eine Menge Geld. Ein Auto für Reiche, für die, die es geschafft hatten, man konnte an den Gardasee reisen, man leistete sich etwas. Im Hintergrund ein Käfer, das Sinnbild des deutschen Wirtschaftswunders. Ein Exportmodell, ohne Rheumaklappen aber mit Ausstellfenstern. Ob es ein Brezel ist oder schon die feierliche Einfahrt des neuen Ovalis? Im Jahr des 1 Million-Käfers hat VW die Preise gesenkt, 4’600.– DM waren nun zum Volkswagen-Händler zu bringen, um das gute Stück sein eigen zu nennen.

1955, Campingplatz in Italien? Drei Welten prallen aufeinander. Vorne hat man es geschafft, die Kargheit im Gesicht ist gewichen, man überholt links und hat bewusst auf einen Mercedes verzichtet, weil der Opel dem american way of life standesgemäss repräsentiert. Hinten ist man auch schon wer, wenn auch zum halben Einstandspreis. Die lange Dachantenne lässt auf guten Empfang im Käfer schliessen, so dass man auch draussen noch prächtig mit lauschen kann. Während der zarte Kofferaum des Käfers wohl Zelt, Schlafsack, Decke und Rücksäcke schluckt, hat der Opel auch noch Platz für Grill, Stuhl, Campingschränkchen und Obstschale. Man will sich ja  nicht nur im Auto wie zu Hause fühlen. Denn drum herum, wer weiss, ob in Italien, 1955…? Dolce fa niente.

 

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Nach dem Käfer ist vor dem Käfer.


Mehr als sechzig Jahre variierte man bei Volkswagen ein und dieselbe Grundidee und pries die Verbesserungen an neuen Blinkergläsern, geschäumten Armaturenbrettern oder einem Waschwassermotor wie bei anderen Herstellern gänzlich neu entwickelte Modelle. Irgendwann war es dann aber doch so weit. Die Zeit für den Käfer war in Deutschland (fast) abgelaufen. Zuvor erschien mit dem 1303 aber noch die letzte Ausbaustufe, die so dann auch ausserhalb Deutschlands nicht weiter gebaut wurde. 

1303 Cabriolet, heute begehrt, damals eher als Sicherheitsrisiko abgetan.

Der Volkswagen 1303 von 1972 wurde von den Lesern der Auto Bild Klassik zum „Klassiker des Jahres 2012“ in der Kategorie „Kleinwagen und Kompakte“ gewählt. Mit 8.432 Stimmen gewann er die zum dritten Mal vergebene Auszeichnung mit deutlichem Abstand vor seinen neun Mitbewerbern.

Das 03-Heck, grosse Leuchten, Elefantenfüsse genannt, waren die Antwort auf gestiegene Sicherheitsanforderungen.

Vor 40 Jahren stellte der 1303 die finale Ausbaustufe der jahrzehntelangen Entwicklung des Käfers dar. Auf Basis seines direkten Vorläufers, dem 1302, wurde er vor allem mit dem Ziel weiterentwickelt, den Käfer in der Heimat wie auch auf den weltweiten Exportmärkten für die verschärften Sicherheitsbestimmungen fit zu machen. Und so waren es vor allem Sicherheitsmerkmale, die den 1303 äußerlich sofort zu erkennen gaben: Die gewölbte Windschutzscheibe vergrößerte den Abstand zu den Köpfen der vorderen Insassen, die großen, weithin sichtbaren Dreikammer-Rückleuchten (heute von Liebhabern „Elefantenfüße“ genannt) prägten das Heck.

Das Röntgenbild offenbart: Die Idee Käfer basiert auf einem Rahmen und einer Idee aus den 30er Jahren.

Im Innenraum hielt ein großer, gepolsterter Instrumententräger Einzug. Im Falle eines Frontalzusammenstoßes entschärften Kipp- statt Zugschalter das Sicherheitsrisiko zusätzlich. Das aufwändige Fahrwerk mit McPherson-Federbeinen vorn und der Doppelgelenk-Hinterachse übernahm der 1303 ebenso wie die Motoren vom 1302. Mit bis zu 50 PS aus 1,6 Litern Hubraum konnte der Käfer mit zuvor nie erahnten Fahrleistungen auftrumpfen.

Als es noch ausreichte, die Haube mattschwarz zu lackieren und ein bisschen peppig zu wirken, um schneller zu sein. Der gelb-schwarze Renner.

Einen besonderen Höhepunkt in der Modellgeschichte des Superkäfer stellte der 1973 präsentierte 1303 S „Gelb-Schwarzer Renner“ dar. Die namensgebende saturngelbe Lackierung mit mattschwarzen Hauben sorgte für einen betont sportlichen Auftritt bei unveränderter Technik. Mit nur 3’500 gebauten Exemplaren ist er heute eine gesuchte Rarität.

 

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VW – von wegen unsportlich.


Wie sportlich ist ein VW? Ist erst ein GTI sowas wie ein Sportwagen? Unsinn, noch bevor der erste Käfer vom Band rollte, war der Berlin-Rom-Wagen, Uridee des späteren Porsche, auf  den vier Rädern sportlich unterwegs. Der Motorsport bei VW von Anfang an, kann nun im AutoMuseum Volkswagen besichtigt werden.

Am 10. Juli 2012 fiel der Startschuss für die neue Sonderausstellung des AutoMuseum Volkswagen. „Motorsport mit Volkswagen“ dokumentiert, wie der Motorsport den Volkswagen seit dessen Anfang begleitet hat: vom Berlin-Rom-Wagen der 30er Jahre bis hin zum Polo R WRC, der im kommenden Jahr die Rallye-Weltmeisterschaft bestreiten wird.

Bereits Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts entstand bei Porsche auf einer Käfer-Plattform der Berlin-Rom-Wagen für die gleichnamige Langstrecken-Fahrt. Die fand jedoch wegen des Kriegsausbruchs nie statt. Stellvertretend für die zahlreichen privaten Engagements mit Volkswagen in den 50er und 60er Jahren stehen im AutoMuseum die Rekonstruktion des Mille Miglia-Käfers von Paul Ernst Strähle sowie ein Dragster-Käfer, der einst die legendären Beschleunigungs-Rennen über eine Viertel Meile bestritt.

Mit der Formel Vau, basierend auf der Technologie des Volkswagen Käfers, begann das offizielle Engagement von Volkswagen im Motorsport. Namhafte Rennfahrer, wie beispielsweise Niki Lauda, gingen daraus hervor. Die Ausstellung zeigt eines der ältesten heute noch erhaltenen, sogenannten „Formcars“, das Mitte der 1960er Jahre in den USA entstand.

Volkswagen entwickelte nach diesem Engagement seine motorsportlichen Aktivitäten konsequent weiter: Marken-Pokale und als Motorenlieferant die Formel 3 waren die nächsten Etappen. Davon zeugt in der Sonderausstellung das Meisterauto von Kris Nissen, dem ehemaligen Direktor der Volkswagen Motorsport GmbH.

Technologisch setzt Volkswagen Motorsport heute auf innovative, sparsame und umweltschonende Antriebskonzepte. Beispiele sind der 2,5 Liter TDI-Motor im Race Touareg für den Einsatz bei der Rallye Dakar und die Erdgas-Varianten für den Scirocco R Cup und das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Der Race Touareg, der 2010 und 2011 den Sieg holte, steht dem ersten Volkswagen, der die Rallye in Afrika bereits 1980 gewann, gegenüber: Das war ein Iltis.

Auch bei weiteren Rallyemeisterschaften der 70er bis Mitte der 80er Jahre feierte Volkswagen Erfolge: erster Platz mit dem sogenannten Rheila-Golf bei der Deutschen Rallyemeisterschaft 1981 und erster Platz mit dem Triumph-Adler Golf in der Gruppe A bei der Rallye-Weltmeisterschaft 1986. Im kommenden Jahr wird Volkswagen Motorsport wieder mit einem Volkswagen bei der Rallye-Weltmeisterschaft an den Start gehen: mit dem Polo R WRC.

Die Sonderausstellung „Motorsport mit Volkswagen“ im AutoMuseum Volkswagen lässt über 60 Jahre Motorsport mit Volkswagen Revue passieren und wird bis 30. September zu sehen sein.

Stiftung AutoMuseum Volkswagen
Dieselstraße 35
38446 Wolfsburg

Öffnungszeiten 
Dienstag bis Sonntag von 10.00 h bis 18.00 h. 
Vom 24.12. bis 01.01. bleibt das Museum geschlossen. 

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Broschüre, die über das AutoMuseum Volkswagen bestellt werden kann. Der Preis beträgt 4,- €.

 

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New Edge Design für Wolfsburg.


Was ist eigentlich schön. Am Ende immer das, was gefällt. Aus Angst, dass die Linien des Karmann Ghia nicht mehr gefallen, hatte man in Osnabrück schon nach dem Debüt des Karmann Coupé vorsichtshalber in Turin angefragt, wie ein modernisierter Nachfolger des jetzt noch so erfolgreichen Coupés aussehen könnte. 

Läuft und läuft und läuft. Bis er uns zum Halse raushängt, der Designstil aus Wolfsburg der ersten zwei Jahrzehnte: Rund und rund und rund. Alles, was die Bänder verliess, war am Käfer orientiert. Und der war nun mal ein geistiges Kind der 30er Jahre. Und die waren, wenn es um die Stromlinie ging, rund. Ob das dann auch Stromlinienförmig war, ist eine noch ganz andere Frage. Das Erbe nahmen die Wolfsburger Typen 2, 3 und 4 mit aufs Band. Der Käfer – das Vorbild.

Vorne rund, hinten Ecken und Kanten, die Linie war nicht geschlossen.

Italien und hier u.a. Ghia in Turin galt als Mekka, wenn es um Designavantgarde  für den Automobilbau ging. Und der  Designer Luigi Segre, Leiter als Chefstilist der Carrozzeria Ghia war  neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen. Da traf es sich gut, dass auch noch ein enger Freund Wilhelm Karmanns und Vater des Karmann Ghia war. Auf nach Turin, und den Nachfolger des Typ 14 aus Podest heben…

Auf der Basis einen Käferfahrgestells machte Segre  sich mit seinem Team  an die Arbeit und erschuf ein Coupé, das eindeutig moderner wirkte. Neu setzte man ein Stilmittel ein, das gerade en vogue war. Die Trapez-Linie. Die pummeligen Rundungen gab er zugunsten gestrafter Dynamik auf. Das grosszügig verglaste Heckfenster, schmale Dachpfosten und eine verhältnismäßig kleines Dach sorgten für filigrane Leichtigkeit. Chromornat und die steilere Front machten aus dem Damenauto ein potent wirkendes Sportcoupé. Besonders hervorzuheben ist die Frontscheibe, deren oberer Rand sich weit in das Dach hineinzieht.

Das Heck erinnert ein wenig an den Ford Taunus, wäre aber für VW der Weg aus dem Design der 30 in die 60er Jahre gewesen.

Ganz auf  die die runden Formen konnte die neue Designlinie jedoch nicht verzichten. Details wie runde Scheinwerfer und Blinker finden Ihre Antipode in der eckigen Heckansicht. Warum man am Bug wieder auf die bewährte Formensprache des Käfers zurück griff, wird ebenso ein Geheimnis bleiben, wie die nach unten gekippte hintere Stoßstange. Sie erinnerte stark an einen Auffahrunfall. Neu war auch der Stil im Innenraum, statt nacktem Blech nun hochwertige Stoffe. Für Volkswagen neue Maßstäbe, die  eine angenehme Atmosphäre schafften und einen Einblick in die Luxusklasse des Automobilbaus bot.

Doch Serges Entwurf konnte sich nicht durchsetzen, er, der Designer des Coupés und des Cabriolets musste sich dem Erfolg der beiden Modelle mit seinem Nachfolger geschlagen geben. Denn was gefällt, verkauft sich auch, und in dieser Hinsicht waren die Vorbilder dieses Einzelstücks unschlagbar.  Selbst auf einen Motor musste es verzichten.

 

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